Start Profi-Sport Vorschau 6. Etappe Giro d’Italia 2026: Sprint in Neapel

Vorschau 6. Etappe Giro d’Italia 2026: Sprint in Neapel

Übersicht

6. Etappe | 14. Mai 2026 | Paestum – Neapel | 142 km | 500 Höhenmeter

Nach den anspruchsvollen Etappen in Kalabrien folgt mit dem 6. Tagesabschnitt ein kurzer, flacher und schneller Abschnitt. Die 6. Etappe des Giro d’Italia führt über 142 Kilometer von Paestum nach Neapel. Für die Sprinter ist die Topografie dieses Tages ein Paradies. Lediglich ein Anstieg der 4. Kategorie ist zu absolvieren, insgesamt summieren sich die wenigen Wellen auf rund 500 Höhenmeter. Die einzige Schwierigkeit dürfte die Fahrt durch Neapel und die Metropolregion sein – mit Verkehrsinseln, Kreisverkehren und zahlreichen Richtungsänderungen.

Strecke der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026

Nach dem Start in Paestum führt die Route zunächst in Richtung Norden entlang der Küste des Tyrrhenischen Meeres. Nach Salerno verläuft der Parcours weg von der Küste, und mit Cava de’ Tirreni steht bei Rennkilometer 40,1 der einzige klassifizierte Anstieg des Tages an. Der rund sechs Kilometer lange Anstieg ist als Bergwertung der 4. Kategorie eingestuft und dürfte den Fahrern keinerlei Schwierigkeiten bereiten.

Nach dem Anstieg ist das Peloton zurück in der Ebene und gibt bei guter Sicht den Blick auf den Vesuv frei. Bereits ab Nola, rund 70 Kilometer vor dem Ende der Etappe, tauchen die Fahrer in städtisches Gebiet ein. In Brusciano wird bei Rennkilometer 92 der Zwischensprint abgenommen. Danach erreichen die Fahrer Neapel und den Red-Bull-Kilometer, an dem es bei Rennkilometer 116,2 Bonussekunden zu gewinnen gibt.

Auch wenn teilweise auf breiten Straßen gefahren wird, bleibt die Anfahrt zum Ziel technisch anspruchsvoll. Eine 90-Grad-Kurve kurz vor der Vier-Kilometer-Marke sowie ein Kreisverkehr an der langen Passage am Hafen entlang wollen clever angefahren werden. Nach dem Teufelslappen macht die Straße eine leichte Rechtskurve und biegt in die leicht ansteigende Via Acton ein. Dort erwartet die Profis eine vierprozentige Steigung auf Kopfsteinpflaster. Zwei enge Rechtskurven direkt hintereinander, etwa 400 Meter vor dem Ziel, führen schließlich auf die Zielgerade, die ebenfalls über Pflaster verläuft.

Karte der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026

Das Finale der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Rosa Trikot

Auf dem Papier ist die 6. Etappe des Giro d’Italia 2026 ein Tag für die Sprinter. Doch ein gewöhnlicher Massensprint wird es in Neapel kaum geben, zu knifflig ist das Finale. Nach einer Passage am Hafen biegt das Feld 650 Meter vor dem Ziel auf die leicht ansteigende Via Acton ab. Dort warten rund vier Prozent Steigung auf Pflaster, ehe zwei Rechtskurven 400 Meter vor dem Ziel auf die ebenfalls gepflasterte Zielgerade führen. Damit zählt nicht nur Topspeed, sondern vor allem Position, Explosivität und die Fähigkeit, nach einer Kurve bergauf auf Kopfsteinpflaster wieder schnell zu beschleunigen.

Der erste Name auf der Favoritenliste ist deshalb Paul Magnier (Soudal Quick-Step). Gerade weil der Zielstrich nicht nach einem langen, flachen Highspeed-Sprint erreicht wird, sondern nach einer technischen Passage mit leichtem Anstieg, passt das Finale sehr gut zu seinem Profil: explosiv, antrittsstark, robust im Gerangel. Magnier ist der Fahrer, den es zu schlagen gilt.

Der wichtigste Konkurrent dürfte Jonathan Milan (Lidl-Trek) sein. Milan bringt von allen Sprintern vielleicht die größte Endgeschwindigkeit und die meiste reine Power mit. Allerdings: Wer in Neapel zu früh im Wind steht oder schlecht aus der letzten Kurve kommt, kann trotz überlegener Wattwerte noch überspurtet werden. Für Milan ist die Etappe dennoch eine große Chance, weil sein Team Lidl-Trek über genug Qualität verfügt, ihn in die richtige Position zu bringen.

Auch mit Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) muss gerechnet werden. Er zählt zu den schnellen Fahrern, die ein leicht ansteigendes, technisches Finale nicht fürchten müssen. Im direkten Vergleich mit Milan fehlt ihm vielleicht die absolute Höchstgeschwindigkeit, dafür könnte ihm die unruhige letzte Minute entgegenkommen. Wenn das Feld nach den Kurven nicht mehr vollständig geordnet ist, sondern aus kleineren Sprintzügen und Einzelantritten besteht, gehört Andresen zu den Fahrern, die genau daraus Kapital schlagen können.

Dylan Groenewegen (Unibet Rose Rockets) ist nur dann ein Kandidat, wenn sein Team das Finale perfekt für ihn anfährt. Die engen Kurven, das Pflaster und die leichte Steigung nehmen dem Sprint viel von seiner klassischen Ordnung. Umso wichtiger wird sein Lead-out.

Wer hier ebenfalls Chancen haben könnte und sich durchwuseln kann, ist Orluis Aular (Movistar Team). Der venezolanische Profi besitzt Mut, Timing und kommt auch gut durch die Kurven.

Wertungen der 6. Etappe des Giro d’Italia 2026

Bergwertungen
• Cava de’ Tirreni | 4. Kategorie | Rennkilometer 40,1

Sprintwertungen
• Brusciano | Rennkilometer 92,0 | Intermediate Sprint
• Red Bull Kilometer | Rennkilometer 116,2 | Zeitbonifikationen

TV-Tipp: 6. Etappe des Giro d’Italia im Fernsehen

Ab 13:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 6. Etappe der Italien-Rundfahrt live im Free-TV.

Karten & Grafiken: © RCS Sport