7. Etappe | 10. Juli | Hagetmau – Bordeaux | 175,1 km
Nach dem ersten großen Schlagabtausch in den Pyrenäen kehrt die Tour de France 2026 auf der 7. Etappe in ein völlig anderes Terrain zurück – mit einem Tagesabschnitt für Sprinter. Bordeaux ist nach 171,5 Kilometern das Ziel der 7. Etappe der Tour de France 2026. Mit nur rund 850 Höhenmetern ist dieser Abschnitt die Straßenetappe mit den wenigsten Höhenmetern bei dieser Tour.
Bereits zum 82. Mal ist Bordeaux Tour-de-France-Etappenort, und schon oft ging der Sieg hier an einen Sprinter. Vieles deutet auch am 10. Juli auf die zweite große Siegchance bei dieser Frankreich-Rundfahrt auf die schnellen Männer hin. Lediglich ein kurzer Anstieg „stört“ die ansonsten flache Topografie des Tagesabschnitts, der in Hagetmau beginnt. Das Ziel in Bordeaux liegt an den Kais der Garonne nahe der Place des Quinconces und bietet eine prestigeträchtige Kulisse für einen Sprint Royal.
Strecke der 7. Etappe der Tour de France 2026
Der Start erfolgt in Hagetmau, einer Gemeinde im Süden des Départements Landes die erstmals Startort einer Tour-Etappe ist. Von dort führt die Strecke zunächst in nördlicher Richtung über Saint-Sever nach Mont-de-Marsan.
Bereits das erste Drittel des Tages verdeutlicht die Charakteristik dieser Etappe. Der Parcours weist kaum topografische Schwierigkeiten auf. Längere Anstiege fehlen gänzlich. Über Cère, Brocas-les-Forges und Labrit geht es hinein in die großen Waldgebiete des Landes.
Über Luxey und Sore nähert sich das Rennen der Grenze zwischen den Départements Landes und Gironde. Von Saint-Symphorien verläuft der Kurs weiter über Origne und Guillos in Richtung Landiras, wo die einzige Sprintwertung des Tages ansteht.
Sprintwertung in Landiras
Nach 120,2 Kilometern wird in Landiras auf die Sprintwertung ausgefahren. Da bis zu diesem Punkt keine kategorisierte Steigung auf dem Programm steht, dürfte die Zusammensetzung des Rennens vor allem davon abhängen, wie konsequent die Sprinterteams eine frühe Fluchtgruppe kontrollieren.
Unmittelbar nach Landiras führt die Strecke weiter in Richtung Cérons und Cadillac-sur-Garonne. Danach kommen die Fahrer zur einzigen Bergwertung dieser 7. Etappe.
Côte de Béguey: einzige Bergwertung des Tages
Der Anstieg zur Côte de Béguey – einer Bergwertung der 4. Kategorie – ist 1,2 Kilometer lang und durchschnittlich 4,4 Prozent steil. Für die klassischen Sprinter stellt diese kurze Passage unter normalen Rennbedingungen keine große Schwierigkeit dar. Hinzukommt, dass das Ziel noch knapp 40 Kilometer entfernt liegt.
Finale in Bordeaux: Hochgeschwindigkeitssprint an der Garonne
Nach der Côte de Béguey führt die Strecke über Capian, Langoiran und Cambes weiter entlang der Region östlich der Garonne. Auf den letzten Kilometern erreicht die Tour über Floirac das Stadtgebiet von Bordeaux.
Die Zielankunft in Bordeaux gehört zu den klassischen Sprintkulissen der Tour de France. Auch 2026 ist die Streckenführung auf ein schnelles Finale zugeschnitten. Nach mehr als 170 Kilometern ohne entscheidende topografische Schwierigkeit könnte die Positionierung der Sprintzüge maßgeblich für den Ausgang des Rennens bestimmen.
Karte der 7. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 7. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg
Das Momentum spricht für Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team). Der Niederländer hat bereits auf der 5. Etappe in Pau den ersten Massensprint dieser Tour gewonnen und damit gezeigt, dass er nach den schweren Auftakttagen über die nötige Frische und das Auge für die Positionierung verfügt.
Doch Tim Merlier (Soudal Quick-Step) ist mindestens ebenso gefährlich. Der Belgier war in Pau Dritter und ist einer der schnellsten reinen Sprinter im Feld. Je geordneter das Finale wird, desto besser stehen seine Chancen. Soudal Quick-Step hat genügend Erfahrung, um ihn in Position zu bringen, und wird nach den Pyrenäen kaum eine bessere Gelegenheit bekommen, einen klassischen Sprint zu gewinnen. Entscheidend wird sein, ob Merlier (Soudal Quick-Step) den richtigen Moment findet. Allerdings muss das Team auch das Ausscheiden des Anfahrer Bert Bert Van Lerberghe kompensieren.
Max Kanter (XDS Astana Team) hat sich mit Platz zwei in Pau in den Kreis der ernsthaften Sprintkandidaten gefahren. Der Deutsche war dort vor Merlier, Philipsen (Alpecin-Premier Tech), Girmay (NSN Cycling Team) und Pedersen (Lidl-Trek) platziert. Das macht ihn für Bordeaux nicht automatisch zum Topfavoriten, aber es verändert seine Rolle. Kanter (XDS Astana Team) hat gezeigt, dass er in diesem Feld bestehen kann. Wenn XDS Astana Team ihn erneut gut durch die letzten Kilometer bringt, ist eine weitere Spitzenplatzierung realistisch.
Für Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) ist Bordeaux ein besonderer Ort: Bei der letzten Tour-Ankunft dort im Jahr 2023 gewann der Belgier den Sprint. Das garantiert 2026 nichts, zeigt aber, dass ihm diese Art Finale liegt. Mit Jonas Rickaert (Alpecin-Premier Tech), Edward Planckaert (Alpecin-Premier Tech) und Tim Marsman (Alpecin-Premier Tech) hat das Team viel Power für die hektischen letzten Kilometer. Wenn Alpecin-Premier Tech den Sprintzug geschlossen bis in die Schlussphase bringt, kann Philipsen die Etappe gewinnen.
Mads Pedersen (Lidl-Trek) ist ein Sonderfall unter den Favoriten. Der Däne gewann bereits die 4. Etappe aus einer Ausreißergruppe und bewies in Pau als Siebter, dass er auch im Sprint weiter vorne mitfahren kann. Gegen reine Topsprinter wie Kooij, Merlier oder Philipsen ist Pedersen) auf einer komplett flachen Zielgeraden „benachteiligt“. Aber nach dem Tourmalet-Tag kann seine Widerstandsfähigkeit ein Vorteil sein. Wenn andere Sprinter nach dem schweren Vortag müde sind, kann Pedersen das vielleicht ausnutzen.
Auch Biniam Girmay (NSN Cycling Team) ist zu beachten. Dahinter folgen Ackermann (Team Jayco AlUla), Fretin (Cofidis), Bittner (Team Picnic PostNL), Wærenskjold (Uno-X Mobility), Artz (Lotto Intermarché), Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA), Bauhaus (Bahrain Victorious), Turgis (TotalEnergies) und Godon (Netcompany INEOS Cycling Team). Bordeaux ist ein Tag für die Sprinter – und eine der besten Chancen dieser Tour, den Kampf um Etappensiege und das Grüne Trikot neu zu sortieren.
Wertungen der 7. Etappe der Tour de France 2026
Sprintwertungen
Landiras | Rennkilometer 120,2
Bergwertungen
Côte de Béguey (84 m) | 4. Kategorie | 1,2 km mit 4,4 % | Rennkilometer 137,3
TV-Tipp: 7. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen
Ab 13:05 Uhr überträgt Eurosport 1 die 7. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
