Adrien Boichis (Specialized Factory Racing) hat das Cross-Country-Rennen des Mountainbike-Weltcups in Les Gets gewonnen. Zwei Tage nach seinem Erfolg im Short Track setzte sich der Franzose nach 1:19:48 Stunden vor Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) durch. Der Niederländer lieferte bei seiner Rückkehr ins XCO auf Anhieb ein starkes Rennen und musste Boichis erst in der Schlussphase ziehen lassen. Martín Vidaurre Kossmann (Specialized Factory Racing) komplettierte das Podium.
So verlief der Cross-Country-Weltcup in Les Gets
Van der Poel hatte sich mit seinem zehnten Platz im Short Track am Freitag eine deutlich bessere Ausgangsposition für das Hauptrennen verschafft. Statt wie dort von Startplatz 41 durfte er das XCO aus der zweiten Reihe aufnehmen. Diesen Vorteil nutzte der Niederländer sofort: Bereits am ersten Anstieg arbeitete er sich weit nach vorne und lag nach der ersten Runde an vierter Position. Kurzzeitig übernahm er sogar die Spitze.
Vorne bildete sich früh eine hochkarätig besetzte Gruppe. Neben Van der Poel gehörten Boichis, Luca Martin (Cannondale Factory Racing), Mathis Azzaro (Origine Racing Division), Simone Avondetto (Wilier-Vittoria Factory Team), Mathias Flückiger (Thömus Maxon), Martín Vidaurre Kossmann und Cole Punchard (Cannondale Factory Racing) dazu.
Boichis hielt das Tempo von Beginn an hoch
Während Van der Poel in der ersten Rennhälfte zunächst vergleichsweise kontrolliert fuhr, übernahm vor allem Boichis Verantwortung. Der Franzose, der bereits am Freitag das XCC gewonnen hatte, hielt das Tempo auf dem anspruchsvollen Kurs hoch. Pro Runde mussten zwei harte Anstiege sowie technisch schwierige Abfahrten bewältigt werden.
Mathis Azzaro musste das Rennen vorzeitig beenden. Nach Angaben der Veranstalter hatte der französische Meister bereits während der Woche mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Zuvor hatte er den Kontakt zur Spitzengruppe verloren.
Durch das hohe Tempo von Boichis und Luca Martin wurde die Gruppe an der Spitze nach und nach kleiner. Auch Flückiger und Punchard konnten schließlich nicht mehr folgen. Zur Rennmitte blieben fünf Fahrer vorne: Boichis, Martin, Van der Poel, Avondetto und Vidaurre.
Van der Poel zeigte dabei, dass er trotz seiner langen Pause vom Mountainbike sofort mit den besten XCO-Spezialisten mithalten konnte. In der fünften Runde übernahm der Alpecin-Premier-Tech-Profi sogar die Führung.
Mathieu van der Poel ging in die Offensive
in der vorletzten Runde setzte sich Luca Martin an die Spitze, unmittelbar dahinter folgten Boichis und Van der Poel. Vidaurre und Avondetto lagen ebenfalls nur wenige Sekunden zurück. Nun wechselten sich die Attacken ab. Erst erhöhte Boichis das Tempo, anschließend konterte Martin. Dann ging auch van der Poel in die Offensive und setzte sich kurzzeitig an die Spitze. Auf der folgenden Abfahrt rückten die fünf Fahrer allerdings wieder zusammen.
Damit begann die letzte Runde mit einem Quintett an der Spitze. Nun ging Boichis All-In. Der 23-Jährige beschleunigte bereits am ersten steilen Anstieg und sorgte damit für die entscheidende Selektion.
Martin und Avondetto mussten zunächst abreißen lassen. Van der Poel und Vidaurre konnten reagieren. Kurz darauf verschärfte Boichis das Tempo erneut. Diesmal konnte nur noch van der Poel folgen. Damit entwickelte sich der Kampf um den Sieg zu einem direkten Duell.
Boichis und van der Poel lieferten sich Duell um den Sieg
Bergauf konnte sich Boichis zunächst nicht entscheidend lösen. Van der Poel schloss die kleinen Lücken immer wieder und blieb am Hinterrad des Franzosen. Selbst als Boichis erneut beschleunigte, hielt der Niederländer den Kontakt.
In den Abfahrten gelang es Boichis wiederholt, einige Meter zwischen sich und Van der Poel zu bringen. Der Niederländer konnte die entstandenen Lücken bergauf zwar zunächst wieder schließen, musste dafür aber immer wieder viel investieren.
Die Entscheidung fiel schließlich in der letzten technischen Passage. Boichis fuhr den finalen Rockgarden sauber und schnell und verschaffte sich dadurch den entscheidenden Vorsprung. Van der Poel konnte die Lücke auf dem Weg ins Ziel nicht mehr schließen.
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