16. Etappe | 26. Mai 2026 | Bellinzona – Carì | 113 km | 3.000 Höhenmeter
Nach dem Ruhetag beginnt die Schlusswoche des Giro d’Italia 2026 mit einer kurzen und knackigen Bergetappe in der Schweiz. Die 16. Etappe führt komplett durchs Tessin – von Bellinzona hinauf zur Bergankunft in Carì. Der Abschnitt ist nur 113 Kilometer lang, führt aber über insgesamt fünf kategorisierte Anstiege. Am Ende des Tages summieren sich die Höhenmeter auf rund 3000.
Gerade nach einem Ruhetag können solche kurzen Bergetappen besonders unangenehm sein. Es gibt kaum Zeit, sich zu akklimatisieren. Vom Start weg wird Vollgas gefahren, da natürlich auch bergfeste Ausreißer an diesem Tag ihre Chance in der Flucht sehen. Erst wenn die Gruppe steht, könnte etwas Ruhe einkehren – bis es dann am knapp zwölf Kilometer langen Finalanstieg zum Showdown der GC-Fahrer kommt.
Strecke der 16. Etappe des Giro d’Italia 2026
Die 16. Etappe startet in Bellinzona in der Schweiz. Die ersten Kilometer verlaufen nur leicht ansteigend, was es einer Fluchtgruppe erschwert, sich früh abzusetzen. Über Claro, Osogna, Biasca und Malvaglia führt der Parcours zu einem Rundkurs, der bei Rennkilometer 26,9 in Roccabella erreicht wird. Auf diesem 22 Kilometer langen Berg-Circuit, der zweimal zu bewältigen ist, liegen zwei kategorisierte Anstiege: Torre und Leontica – beides Bergwertungen der 2. Kategorie.
Gerade die erste Passage am Torre – 4,7 Kilometer lang mit 5,6 Prozent Steigung im Schnitt – dürfte ideales Terrain sein, damit sich eine Fluchtgruppe absetzt. Im Anschluss folgt eine rund acht Kilometer lange abfallende Passage, ehe die Kletterpartie nach Leontica beginnt. Dieser Anstieg ist zwar nur drei Kilometer lang, mit durchschnittlich 8,5 Prozent und Spitzen von 14 Prozent aber sehr steil. Dieser Abschnitt könnte bei der zweiten Passage, kurz nach Rennmitte, bereits ein frühes Finale einläuten. Wer hier attackiert und auf der folgenden Abfahrt auf die Hilfe eines Teamkollegen zurückgreifen kann, der in der frühen Fluchtgruppe war, hat einen immensen Vorteil.
Nach dem zweiten Leontica-Anstieg verlässt das Rennen den Rundkurs und führt hinunter zur Sprintwertung nach Ludiano. Über Biasca, Bodio, Giornico und Lavorgo verläuft die Strecke weiter in Richtung Gotthardtal. Die Straße steigt dabei stetig an, ohne dass sich die Fahrer bereits am eigentlichen Schlussanstieg befinden. Dieser beginnt in Faido, rund zwölf Kilometer vor dem Ziel in Carì.
Die letzten 11,7 Kilometer führen fast komplett bergauf – durchschnittlich mit 7,9 Prozent. Nur bei Campello unterbricht ein sehr kurzes falsches Flachstück die Steigung. Die finalen drei Kilometer liegen im Schnitt bei rund acht Prozent, der Schlusskilometer weist Rampen von bis zu 13 Prozent auf. Bis auf das kurze Flachstück steigt der Anstieg der 1. Kategorie sehr konstant an.
Karte der 16. Etappe des Giro d’Italia 2026

Der Finalanstieg der 16. Etappe des Giro d’Italia 2026 nach Carì

Favoriten-Check: Etappensieg und Rosa Trikot
Die 16. Etappe des Giro d’Italia 2026 ist kurz und hart, daher schwer zu kontrollieren – und sie kommt direkt nach dem zweiten Ruhetag. Bekommen die Ausreißer nicht viel Vorsprung, ist der naheliegende Favorit auf den Etappensieg Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Der Däne ist am Berg eine Klasse für sich. Das zeigte er auf der 14. Etappe eindrucksvoll. Dahinter könnte es allerdings leichte Verschiebungen geben, wenn man den 14. Tagesabschnitt zugrunde legt. Felix Gall (Decathlon-CMA CGM Team) wirkte nicht mehr ganz so souverän wie bei den beiden Bergankünften zuvor. Vielleicht attackiert einer der beiden Red-Bull-Bora-Hansgrohe-Leader – Jai Hindley oder Giulio Pellizzari –, wenn er sich gut fühlt.
Da Vingegaard allerdings das Rosa Trikot trägt, stellt sich die Frage, ob sein Team die Etappe den ganzen Tag über kontrolliert und der Fluchtgruppe keinen großen Raum bietet. Denn die Etappe auf Schweizer Boden könnte auch der ideale Tag für Bergfahrer werden, die im Gesamtklassement schon weit zurückliegen. Neben Giulio Ciccone (Lidl-Trek), der immer genannt werden muss, könnten auch Enric Mas und Einer Rubio (beide Movistar Team) Kandidaten für den Etappensieg sein. Auch Wout Poels (Unibet Rose Rockets) und Aleksandr Vlasov (Red Bull-Bora-Hansgrohe) bringen die Erfahrung und die Kletterklasse mit, um aus einer Fluchtgruppe heraus bis ins Finale zu kommen. Entscheidend ist weniger die reine Papierform als die Frage, wer in die richtige Gruppe kommt – und wer im Finale noch einen Helfer oder zumindest taktische Optionen hat.
Wertungen der 16. Etappe des Giro d’Italia 2026
Bergwertungen
• Torre, 770 m | 3. Kategorie | Rennkilometer 32,2
• Leontica, 874 m | 2. Kategorie | Rennkilometer 43,5
• Torre, 770 m | 3. Kategorie | Rennkilometer 54,2
• Leontica, 874 m | 2. Kategorie | Rennkilometer 65,5
• Carì, 1.644 m | 1. Kategorie | Rennkilometer 113,0 | Bergankunft
Sprintwertungen
• Ludiano | Rennkilometer 74,7 | Intermediate Sprint
• Red Bull-Kilometer | Rennkilometer 100,6 | Zeitbonifikationen
TV-Tipp: 16. Etappe des Giro d’Italia im Fernsehen
Ab 15:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 16. Etappe der Italien-Rundfahrt live im Free-TV.
Karten & Grafiken: © RCS Sport
