Start Profi-Sport Vorschau 14. Etappe Giro d’Italia 2026: Bergankunft in den Alpen

Vorschau 14. Etappe Giro d’Italia 2026: Bergankunft in den Alpen

Übersicht

14. Etappe | 23. Mai 2026 | Aosta – Pila (Gressan) | 133 km | 4.350 Höhenmeter

Die 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 ist kurz, aber brutal. Nur 133 Kilometer liegen zwischen Aosta und Pila, doch darauf verteilen sich fünf Anstiege und insgesamt 4.350 Höhenmeter. Perfekte Bedingungen für den Kampf um Rosa und die Top-Platzierungen in der Gesamtwertung am Ende der zweiten-Giro Woche. Die Experten rechnen damit, das am Ende des Tags das Rosa Trikot auf die Schultern von Top-Favorit Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) wechselt. Für die übrigen Klassementfahrer wird der Tag zum Härtetest: Wer hier Schwächen zeigt, kann in wenigen Kilometern viel Zeit verlieren.

Die erste große Alpenetappe dieser Italien-Rundfahrt ist eine Abfolge von Anstiegen und Abfahrten rund um das Aostatal – mit nur wenigen flachen Abschnitten. Highlight des Tages ist der Schlussanstieg hinauf ins Skigebiet Pila. Die finalen 16,5 Kilometer weisen im Schnitt 7,1 Prozent Steigung auf – in der Spitze bis zu 11 Prozent.

Strecke der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026

Der Start erfolgt in Aosta, und nach nur wenigen Kilometern beginnt der erste lange Anstieg. Hinauf nach Saint-Barthélemy führt ein Anstieg der 1. Kategorie die Straße über 15,8 Kilometer mit durchschnittlich 6,5 Prozent Steigung und Rampen von bis zu 13 Prozent. Ideales Terrain also, um mit guten Kletterbeinen auszureißen. Für die Teamkollegen der GC-Fahrer ist das der reinste Horror, da sie von Beginn an aufpassen und kontrollieren müssen. Der Gipfel auf 1.619 Metern wird bereits bei Rennkilometer 18,1 erreicht. Das bedeutet Spannung und Chaos pur in den ersten 45 Minuten.

Nach der Passhöhe folgt eine schnelle Abfahrt auf breiten Straßen von fast 20 Kilometern. Über Lignan, Issogne, Blavy, Nus und Aosta geht es in Richtung Valpelline. Bei Roisan liegt die einzige klassische Sprintwertung des Tages bei Rennkilometer 53,9. Danach steigt die Straße erneut an – hinauf zum Dorf Doues zu einer Bergwertung der 3. Kategorie auf 1.173 Metern.

Nach einer erneuten Abfahrt hinunter ins Aostatal folgen die Anstiege Lin Noir und Verrogne fast direkt hintereinander. Hinauf nach Lin Noir (1. Kategorie) führt die Straße über 7,4 Kilometer mit durchschnittlich 7,9 Prozent Steigung und Rampen von bis zu zwölf Prozent. Ist die Passhöhe auf 1.284 Metern erreicht, folgt ein rund fünf Kilometer langes, leicht abfallendes Stück, ehe der nächste Anstieg beginnt. Hinauf nach Verrogne, einer Bergwertung der 2. Kategorie, geht es über 5,6 Kilometer mit durchschnittlich 6,9 Prozent Steigung, ebenfalls mit Rampen von bis zu zwölf Prozent.

Von Verrogne sind es noch gut 40 Kilometer bis ins Ziel. Ungefähr die erste Hälfte davon führt bergab über Saint-Nicolas, Saint-Pierre, Villeneuve und Aymavilles zurück ins Tal. Kurz vor dem Einstieg in den Finalanstieg wartet bei Rennkilometer 116 der Red-Bull-Kilometer. Dann beginnt die 16,5 Kilometer lange Schlusssteigung, die die Fahrer ins Ziel hinauf ins Skigebiet Pila bringt. Durchschnittlich ist der Anstieg 7,1 Prozent steil, maximal bis zu 11 Prozent. Die letzten fünf Kilometer sind mit durchschnittlich knapp acht Prozent die steilsten und dürften dann auch die Entscheidung um den Etappensieg bringen.

Karte der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026


Der Schlussanstieg der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026 nach Pila

Favoriten-Check: Etappensieg und Rosa Trikot

Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) startet in Rosa, ist aber eher Verteidiger als Favorit auf den Tagessieg. Das ist Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike). Der Däne liegt nach der 13. Etappe 33 Sekunden hinter Eulálio und hat bei diesem Giro bereits bei den beiden Bergankünften Blockhaus sowie am Corno alle Scale gezeigt, dass er an den langen Anstiegen der Maßstab ist. Die Frage ist nur, kann er diese Leistungen weiterhin bestätigen oder kann Felix Gall (Decathlon CMA CGM) ihn herausfordern und vielleicht sogar bezwingen. Das Ergebnis dieses Tages wird auf jeden Fall richtungsweisend für die Entscheidung um den Gesamtsieg sein. Und natürlich auch um die weiten Podiumsplatzierungen in Rom.

Thymen Arensman (Netcompany Ineos), Ben O’Connor (Jayco AlUla), Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team), Jai Hindley und Giulio Pellizzari (beide Red Bull-Bora-Hansgrohe) sowie Derek Gee-West (Lidl-Trek) liege alle noch relativ nah beieinander, habe aber auf den aktuellen Träger des Rosa Trikots Afonso Eulálio schon mehrere Minten Rückstand. Fahrer wie Arensman, O’Connor, Storer und Gee-West müssen darauf hoffen, dass die Etappe über ein langes Ausscheidungsfahren am finalen Anstieg entschieden wird. Sie sind nicht so explosiv wie Hindley und Pellizzari, die allerdings gesundheitliche Probleme hatten und zu Beginn der Woche angeschlagen waren. Sind sie wieder stabil, können sie im Kampf um Etappe und Gesamtwertung eine wichtige Rolle spielen.

Wertungen der 14. Etappe des Giro d’Italia 2026

Bergwertungen
• Saint-Barthélemy, 1.619 m | 1. Kategorie | Rennkilometer 18,1
• Doues, 1.173 m | 3. Kategorie | Rennkilometer 61,8
• Lin Noi, 1.284 m | 1. Kategorie | Rennkilometer 82,3
• Verrogne, 1.587 m | 2. Kategorie | Rennkilometer 92,1
• Pila 1.793 m | 1. Kategorie | Rennkilometer 133,0 | Bergankunft

Sprintwertungen
• Roisan | Rennkilometer 53,9 | Intermediate Sprint
• Red Bull-Kilometer | Rennkilometer 116,0 | Zeitbonifikationen

TV-Tipp: 14. Etappe des Giro d’Italia im Fernsehen

Ab 12:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 14. Etappe der Italien-Rundfahrt live im Free-TV.

Karten & Grafiken: © RCS Sport