Start Profi-Sport 6. Etappe Tour de France 2026: Pogačar siegt und holt sich das Gelbe Trikot zurück

6. Etappe Tour de France 2026: Pogačar siegt und holt sich das Gelbe Trikot zurück

Übersicht

Tadej Pogačar hat die 6. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen und das erste große Ausrufezeichen gesetzt. Der Slowene aus dem UAE Team Emirates-XRG attackierte am Col du Tourmalet, rund 43 Kilometer vor dem Ziel, distanzierte Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) und fuhr Solo zur Bergankunft nach Gavarnie-Gèdre. Jonas Vingegaard belegte Rang zwei, mit eine Rückstand von 2:38 Minuten. Dritter wurde Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG), der den Sprint der Verfolgergruppe vor Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) gewann. Sie kam 2:57 hinter dem Tagessieger ins Ziel. Mit dabei Paul Seixas( Decathlon CMA CGM Team), Juan Ayuso, Mattias Skjelmose (beide Lidl-Trek) und Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-Hansgrohe).

Pogačar übernahm auch wieder die Führung in der Gesamtwertung, da der bislang Führende, Torstein Træen (Uno-X Mobility), am Tourmalet früh zurückfiel und dann auch noch auf der Abfahrt stürzte, aber weiterfahren konnte. Auf Rang zwei im Gesamtklassement liegt jetzt Jonas Vingegaard mit einem von 2:42 Minuten. Auf Rand drei liegt Pogačars Teamkollege Del Toro – 3:27 Minuten zurück.

So verlief die 6. Etappe der Tour de France 2026

Der Tag begann ohne Abtasten. Direkt nach dem scharfen Start attackierte Victor Campenaerts (Team Visma | Lease a Bike). Zunächst reagierte niemand, doch kurz darauf schlossen Huub Artz (Lotto-Intermarché) und Mads Pedersen (Lidl-Trek) auf. Das Trio setzte sich ab und lag nach der ersten Rennphase rund 30 Sekunden vor dem Feld. Weitere Fahrer versuchten, den Sprung in die Gruppe des Tages zu schaffen.

Vor allem Alpecin-Premier Tech und NSN Cycling Team reagierten, weil Pedersen im Grünen Trikot nicht kampflos zum Zwischensprint in Pouzac fahren sollte. Nach rund 20 Kilometern hatte das Trio dennoch etwa eine Minute Vorsprung. Alpecin-Premier Tech zog sich später aus der Nachführarbeit zurück, während NSN weiter konsequent Tempo machte.

Noch weit vor dem ersten wichtigen Anstieg veränderte sich die Spitzengruppe. Artz stellte die Mitarbeit ein und ließ Pedersen und Campenaerts ziehen. Die beiden lagen zu diesem Zeitpunkt rund 1:25 Minuten vor dem Feld. Zwischenzeitlich gab es mehrere Konterattacken, doch UAE Team Emirates-XRG übernahm im Peloton zunehmend die Kontrolle.

Erste Hektik an der Côte de Loucrup

An der Côte de Loucrup, einem zwei Kilometer langen Anstieg der 4. Kategorie mit durchschnittlich 7,1 Prozent, wurde das Rennen erstmals richtig nervös. Pedersen und Campenaerts fuhren mit nur noch rund 25 Sekunden Vorsprung über die Bergwertung. Pedersen holte den einen Bergpunkt, sein eigentliches Ziel blieb aber der Zwischensprint in Pouzac.

Hinter den beiden wurde weiter attackiert. Team Visma | Lease a Bike und Decathlon CMA CGM Team gingen in die Offensive. Pogačar reagierte persönlich und schloss Lücken, sodass sich kurzzeitig eine starke Gruppe mit mehreren Favoriten bildete. Das große Feld kam jedoch wieder zurück.

Für Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) kam diese Phase zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Belgier befand sich nach einer Pinkelpause kurzzeitig in einer hinteren Gruppe und musste arbeiten, um wieder den Anschluss herzustellen. Die anderen Favoriten waren zu diesem Zeitpunkt bereits vorn positioniert. Evenepoel schaffte den Sprung zurück, doch die Episode zeigte, wie unruhig dieser Tag schon lange vor den großen Bergen war.

Visma nutzte den Moment

Als Campenaerts schließlich eingeholt wurde, nahm Team Visma | Lease a Bike nicht sofort heraus. Stattdessen machte die Mannschaft weiter Druck. Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) und der gerade gestellte Campenaerts forcierten an der Spitze des Feldes, während einige Helfer von Pogačar und auch Fahrer aus dem Umfeld von Evenepoel weiter hinten fuhren.

Das Peloton riss mehrfach auseinander. Tobias Foss (Netcompany Ineos Cycling Team) führte in einer Abfahrt das Tempo an und versuchte, eine neue Ausreißergruppe zu initiieren. Ben O’Connor (Team Jayco-AlUla) reagierte aufmerksam, auch Guillaume Martin-Guyonnet (Groupama-FDJ United) war in dieser Phase aktiv. Kurzzeitig bildete sich eine größere Gruppe mit Fahrern wie Jan Tratnik (Red Bull-Bora-hansgrohe), Ben Healy (EF Education-EasyPost), Michael Valgren (EF Education-EasyPost), Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Foss, O’Connor, Mauro Schmid (Team Jayco-AlUla), Martin-Guyonnet, Marco Haller (Tudor Pro Cycling Team) und Mathis Le Berre (Arkéa-B&B Hotels).

Doch dauerhaft konnte sich auch diese Bewegung nicht lösen. Das Rennen blieb offen, bis an der Côte de Mauvezin die nächste Attacke folgte.

O’Connor punktete an der Côte de Mauvezin

Am Anstieg zur Côte de Mauvezin lief zunächst wieder alles zusammen. Dann ging Xabier Mikel Azparren (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) in die Offensive. O’Connor folgte und fuhr zur Bergwertung nach vorn. Der Australier holte sich dort zwei Punkte, Azparren einen. Das Feld lag rund 20 Sekunden zurück.

O’Connor setzte seinen Angriff fort und hatte gut 100 Kilometer vor dem Ziel etwa 30 Sekunden Vorsprung. Im Peloton übernahm UAE Team Emirates-XRG wieder die Kontrolle. Tim Wellens (UAE Team Emirates-XRG) führte die Gruppe der Favoriten an, später erhöhte Nils Politt (UAE Team Emirates-XRG) das Tempo am Fuß des Col d’Aspin. Pogačar hielt sich weit vorne, Team Visma | Lease a Bike und Red Bull-Bora-hansgrohe lauerten dahinter.

Für Juan Ayuso (Lidl-Trek) kam in dieser Phase ein Defekt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Seine Teamkollegen brachten ihn jedoch wieder zurück ins Feld, bevor die großen Steigungen das Rennen endgültig öffneten.

Martinez gewann Bergwertung am Col d’Aspin

Am Col d’Aspin wurde O’Connor wieder gestellt. Rund vier Kilometer vor dem Gipfel war sein Angriff beendet. Danach setzte sich Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) leicht ab. Lenny Martinez (Bahrain Victorious) fuhr zu ihm nach vorn, und beide kämpften um die zehn Bergpunkte am Gipfel.

Der Sprint um die Bergwertung wurde eng. Martinez schob sein Rad knapp vor Paret-Peintre über die Linie und holte die maximale Punktzahl. Das Feld folgte mit rund zwölf Sekunden Rückstand, angeführt von UAE Team Emirates-XRG. In der Abfahrt wurden die beiden Führenden schnell wieder eingeholt.

Damit war die Etappe für das große Duell vorbereitet. Nach dem Aspin führte die Strecke in den Col du Tourmalet – 17,1 Kilometer lang, im Schnitt 7,3 Prozent steil. Auf dem Gipfel wurden 20 Bergpunkte vergeben, dazu das Souvenir Jacques Goddet.

UAE verschärfte das Tempo am Tourmalet

Zum 89. Mal führte die Tour de France über den Col du Tourmalet. UAE Team Emirates-XRG ging geschlossen in den legendären Anstieg und machte sofort klar, dass es nicht nur um Kontrolle ging. Rund 13 Kilometer vor dem Gipfel war die Gruppe der Favoriten noch etwa 40 Fahrer stark, wurde aber schnell kleiner.

Zuerst verloren starke Helfer und Bergfahrer den Anschluss. Unter anderem mussten Jorgenson, Tymen Arensman (Netcompany Ineos Cycling Team) und Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM Team) zurückfallen. Auch Ramses Debruyne (Alpecin-Premier Tech) konnte dem Tempo nicht mehr folgen. Kurz darauf geriet auch Torstein Træen (Uno-X Mobility) im Gelben Trikot in Schwierigkeiten. Der Norweger fiel zurück und musste zusehen, wie sein Vorsprung in der Gesamtwertung immer stärker zusammenschmolz.

Felix Großschartner (UAE Team Emirates-XRG) übernahm für UAE Team Emirates-XRG die Tempoarbeit und reduzierte die Gruppe weiter. Auch Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) war eines der nächsten Opfer des hohen Tempos. Das Rennen wurde nun endgültig zum Schlagabtausch der Klassementfahrer.

Del Toro lancierte, Pogačar als Solist

Knapp fünf Kilometer vor dem Gipfel kam der entscheidende Moment. Del Toro beschleunigte für UAE Team Emirates-XRG und setzte sich gemeinsam mit seinem Kapitän Pogačar ab. Die Attacke sprengte die Spitzengruppe. Im Wintersportort La Mongie war die Favoritengruppe bereits vollständig auseinandergefallen. Kurz darauf übernahm Pogačar selbst und fuhr solo davon.

Dahinter sortierte sich Vingegaard zunächst mit del Toro und Lipowitz ein. Seixas und Evenepoel lagen weiter zurück. Vingegaard konnte sich in der Folge von del Toro und Lipowitz lösen und nahm allein die Verfolgung von Pogačar auf. Zu del Toro und Lipowitz kam später Seixas zurück.

Am Gipfel des Tourmalet bot sich ein klares Bild: Pogačar lag rund 30 Sekunden vor Vingegaard. Dahinter folgte das Trio aus Seixas, del Toro und Lipowitz mit etwa 1:27 Minuten Rückstand auf den Führenden. Noch einmal rund 20 Sekunden später kam eine Gruppe mit Juan Ayuso, Evenepoel, Mattias Skjelmose (beide Lidl-Trek), Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) und Martinez.

In der Abfahrt hinunter nach Luz-Saint-Sauveur baute Pogacar seinen Vorsprung auf Vingegaard auf mehr als 1:15 Minuten weiter aus. Die Gruppe um Evenepoel holte derweil die Gruppe um Seixas, Lipowitz und Del Toro ein.

Sturz vom Gelben Trikot in der Abfahrt vom Tourmalet

Torstein Træen, der Mann in Gelb kam mit über 7 Minute Rückstand über den Tourmalet und stürzte auf der Abfahrt, verlor damit die Gesamtführung, konnte aber weitermachen.

Während Pogačar und Vingegaard weiterhin an Position ein und zwei lagen, lief die Gruppe dahinter zunächst nicht und verlor trotz der großen Mannstärke weiter an Zeit gegenüber dem Führenden.

Am 18,7 Kilometer langen Schlussanstieg zur Bergankunft nach Gavarnie-Gèdre konnte der Weltmeister seinen Vorsprung auf Jonas Vingegaard weiter ausbauen. Knapp fünf Kilometer vor dem Zielstrich waren es bereits 2 Minuten. Die Verfolgergruppe um Platz drei lag zu diesem Zeitpunkt mehr als zweieinhalb Minute hinter Pogačar.

Pogačar vollendete sein Solo und machte bis zum Ziel auf seine Verfolger noch weiter Zeit gut.

Ergebnis der 6. Etappe der Tour de France 2026

Pau – Gavarnie-Gèdre | 186,2 km

RangFahrerTeamZeit / Rückstand
1Tadej PogačarUAE Team Emirates-XRG4:32:07
2Jonas VingegaardTeam Visma | Lease a Bike+ 2:38 Min.
3Isaac del ToroUAE Team Emirates-XRG+ 2:57 Min.
4Remco EvenepoelRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 2:57 Min.
5Paul SeixasDecathlon CMA CGM Team+ 2:57 Min.
6Juan AyusoLidl-Trek+ 2:57 Min.
7Florian LipowitzRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 2:57 Min.
8Mattias SkjelmoseLidl-Trek+ 2:57 Min.
9Lenny MartinezBahrain Victorious+ 3:02 Min.
10Sepp KussTeam Visma | Lease a Bike+ 3:06 Min.

Gesamtwertung nach der 6. Etappe der Tour de France 2026

Gelbes Trikot: Tadej Pogačar

RangFahrerTeamZeit / Rückstand
1Tadej PogačarUAE Team Emirates-XRG21:11:57
2Jonas VingegaardTeam Visma | Lease a Bike+ 2:42 Min.
3Isaac del ToroUAE Team Emirates-XRG+ 3:27 Min.
4Remco EvenepoelRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 3:30 Min.
5Juan AyusoLidl-Trek+ 3:34 Min.
6Paul SeixasDecathlon CMA CGM Team+ 3:55 Min.
7Florian LipowitzRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 4:00 Min.
8Lenny MartinezBahrain Victorious+ 4:21 Min.

Fotos: Photonews.be