Start Profi-Sport Vorschau 5. Etappe Tour de France 2026: Erste große Chance für die Sprinter in Pau

Vorschau 5. Etappe Tour de France 2026: Erste große Chance für die Sprinter in Pau

Übersicht

5. Etappe | 8. Juli | Lannemezan – Pau | 158,3 km

Bis zum fünften Tag müssen sich die Sprinter bei dieser Tour de France 2026 gedulden. Doch auf der 5. Etappe von Lannemezan nach Pau haben sie eine Strecke vor sich , die fast perfekt auf einen Sprint Royal zugeschnitten ist. Nur eine kategorisierte Bergwertung steht auf den 158,3 Kilometern im Weg – und die ist kaum der Rede wert und liegt knapp 26 Kilometer vor dem Ziel.

Kann Jasper Philipsen seinen Sieg aus dem Jahr 2024 wiederholen? Wenn die Sprinter-Teams die Etappe kontrollieren und nichts Unvorhergesehenes geschieht, zählt er zu den Top-Favoriten. Vielleicht feiert er auf dem Place de Verdun seinen 11. Tour de France-Etappensieg.

Strecke der 5. Etappe der Tour de France 2026

Der Start erfolgt in Lannemezan. Anders als an den vorangegangenen Tagen führt der Parcours diesmal nicht weiter hinein in die Berge, sondern überwiegend in westlicher Richtung durch das Vorland der Pyrenäen nach Pau.

Schon das Profil zeigt den grundsätzlichen Charakter dieser Etappe: Vom Startort aus verliert die Strecke zunächst an Höhe. Über Monlong und Castelnau-Magnoac führt der Parcours nach Trie-sur-Baïse und weiter in das Département Gers. Die Straßen sind dabei nicht vollkommen flach, sondern immer wieder leicht wellig. 

Über Saint-Michel erreicht das Rennen Mirande, anschließend geht es weiter über Montesquiou und Bassoues nach Marciac. Gerade in dieser ersten Hälfte bietet die Etappe einer Ausreißergruppe die Gelegenheit, sich zu formieren und einige Minuten Vorsprung herauszufahren. Da das Profil den Sprintern entgegenkommt, dürfte der Spielraum für Angreifer allerdings stark davon abhängen, wie konsequent die Mannschaften mit Sprintambitionen die Nachführarbeit organisieren.

Sprintwertung in Vic-en-Bigorre

Hinter Marciac führt die Strecke zurück in das Département Hautes-Pyrénées. Über Maubourguet erreicht das Peloton Vic-en-Bigorre, wo nach 113,5 Kilometern die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren wird.

Für die Anwärter auf das Grüne Trikot ist diese Etappe besonders bedeutend. Nachdem die ersten vier Tagesabschnitte den klassischen Sprintern nur wenige Möglichkeiten geboten haben, können sie in Vic-en-Bigorre erstmals auf einer für sie günstigen Etappe Punkte sammeln – vorausgesetzt, die Ausreißer sind zu diesem Zeitpunkt bereits gestellt oder zumindest in Reichweite.

Côte de Baleix: Kurzer, steiler Aufgalopp im Finale

Die einzige Bergwertung der Etappe liegt nur 25,6 Kilometer vor dem Ziel. Die Côte de Baleix (3. Kategorie) ist lediglich einen Kilometer lang, weist aber eine durchschnittliche Steigung von 8,8 Prozent auf. Zwar ist die Rampe für die meisten reinen Sprinter unangenehm, aber nicht zwingend entscheidend. Ein gleichmäßiges hohes Tempo der eigenen Mannschaft sowie eine vordere Position zu Beginn des Anstiegswird ausreichen, um einen endschnellen Mann über die Steigung zu bringen. Zudem bleibt in Richtung Foix noch „Strecke“, um zurückzukommen.

Sprintentscheidung in Pau

Nach der Côte de Baleix führt die Strecke über Morlaàs in Richtung Pau. Im Finale wird neben der reinen Geschwindigkeit auch die Organisation der Sprintzüge entscheidend. Nach mehreren Etappen ohne klassische Sprintentscheidung werden zahlreiche Teams Interesse daran haben, ihren schnellen Fahrern eine Chance zu eröffnen. Das kann die letzten Kilometer hektisch machen: Je mehr Mannschaften um die Position an der Spitze kämpfen, desto wichtiger wird es, den eigenen Sprinter rechtzeitig und ohne zusätzlichen Kraftaufwand nach vorne zu bringen.

Karte der 5. Etappe der Tour de France 2026


Das Finale der 5. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot

Zu den Top-Favoriten auf den Etappensieg zählt Tim Merlier (Soudal Quick-Step) Der Belgier ist besonders gefährlich wird, wenn das Finale schnell, flach und nicht zu selektiv ist. Genau das wird in Pau der Fall sein. Merlier braucht keinen besonders schweren Zielbereich, sondern vor allem eine gute Position, einen klaren Zug und freie Bahn auf den letzten 200 Metern. Dann kann er seine Stärke – seinen unglaublichen Kick – ausspielen. Soudal Quick-Step hat mit Bert Van Lerberghe, Jasper Stuyven, Dylan van Baarle und weiteren erfahrenen Fahrern genug Qualität, um ihn in Position zu bringen.

Sein härtester Widersacher könnte wie so oft Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) sein. Der Belgier hat an Pau sehr gute Erfahrungen. 2024 gewann er dort eine Etappe im Sprint. Das macht ihn nicht automatisch zum Sieger der 5. Etappe 2026, aber es zeigt, dass ihm ein Finale in Pau grundsätzlich liegt. Gespannt darf man darauf sein, ob sich Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) in den Lead-Out-Zug um Jonas Rickaert (Alpecin-Premier Tech) und Edward Planckaert (Alpecin-Premier Tech) einschaltet.

Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team) ist ein weiterer Kandidat für den Etappensieg. Der Niederländer gehört zu den explosivsten Sprintern im Rennen und kann besonders dann profitieren, wenn der Sprint nicht komplett chaotisch, aber auch nicht zu früh eröffnet wird. Kommt er gut positioniert in die letzten Kilometer, gehört er zu den Siegkandidaten.

Biniam Girmay (NSN Cycling Team) ist ebenfalls ernst zu nehmen. Der Eritreer ist nicht nur schnell, sondern auch robust genug für ein welliges Finale. Genau das kann auf dieser Etappe ein Vorteil sein. Sollte die Côte de Baleix das Feld leicht ausdünnen oder die Sprintzüge durcheinanderbringen, kann Girmay (NSN Cycling Team) davon profitieren. Er hat nicht den besten Topspeed, aber er ist einer jener Fahrer, die ein weniger perfektes, dafür hektisches Finale sehr gut lesen können. Wird der Sprint unruhig, steigt seine Chance.

Kein klassischer Boulevard-Sprinter ist Mads Pedersen (Lidl-Trek). In einem ganz klassischen, flachen Sprint gegen reine Topsprinter ist er nicht automatisch der schnellste Mann. Aber die 5. Etappe ist nach vier anstrengenden Tagen der erste Sprinttag einer ohnehin schweren Tour. Genau solche Umstände können Pedersen (Lidl-Trek) entgegenkommen. Er ist extrem widerstandsfähig, positionsstark und kann in einem reduzierten oder unruhigen Sprint gefährlich werden. Hinzu kommt das nicht zu unterschätzende Momentum durch den Tagessieg auf Etappe 4.

Dahinter folgt eine zweite Reihe von Sprintern, die bei gutem Verlauf ebenfalls um den Sieg fahren können. Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) ist ein klassischer Massensprinter und dürfte auf dieses Profil gewartet haben. Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla) bringt Erfahrung und Endschnelligkeit mit, muss aber perfekt positioniert werden. Fernando Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA) kann in einem offenen Sprint gefährlich werden, wenn er spät freie Bahn bekommt. Auch Max Kanter (XDS Astana Team), Milan Fretin (Cofidis), Pavel Bittner (Team Picnic PostNL) und Arvid de Kleijn (Tudor Pro Cycling Team) gehören zu den Fahrern, die bei einem chaotischen Finale vorne landen können.

Wertungen der 5. Etappe der Tour de France 2026

Sprintwertungen
Vic-en-Bigorre | Rennkilometer 113,5

Bergwertungen
Côte de Baleix (348 m) | 3. Kategorie | 1,0 km mit 8,8 % | Rennkilometer 132,7

TV-Tipp: 5. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen

Ab 13:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 5. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS