Start Profi-Sport Vorschau 6. Etappe Tour de France 2026: Über den Tourmalet zur Bergankunft nach Gavarnie-Gèdre

Vorschau 6. Etappe Tour de France 2026: Über den Tourmalet zur Bergankunft nach Gavarnie-Gèdre

Übersicht

6. Etappe | 9. Juli | Pau – Gavarnie-Gèdre | 186,2 km

Am sechsten Tag der Tour de France 2026 wartet die bisher härteste Prüfung dieser Frankreich-Rundfahrt auf die Profi. Von Pau führt die Strecke tief hinein in die Pyrenäen, über den Col d’Aspin und den legendären Col du Tourmalet bis zur Bergankunft in Gavarnie-Gèdre. Das Finale ist neu und liegt liegt in einem spektakulären Nationalpark, die beiden entscheidenden Pässe davor gehören dagegen seit über 115 Jahren zu den großen Klassikern des Rennens.

Gerade diese Kombination aus dem Doppel aus Aspin und Tourmalet mit der neuen moderateren Bergankunft macht den Tagesabschnitt taktisch besonders interessant. Wer im Gesamtklassement Zeit gewinnen oder gar die Tour vorentscheiden will, muss schon am Tourmalet – rund 40 Kilometer vor Ziel – in die Offensive gehen.

Strecke der 6. Etappe der Tour de France 2026

Der Start erfolgt in Pau, das als Tor zu den Pyrenäen gilt. Die erste Phase des Tagesabschnitts führt zunächst in südöstlicher Richtung über Coarraze, Lestelle-Bétharram und Saint-Pé-de-Bigorre nach Lourdes.

Hinter dem Wallfahrtsort steigt die Straße zur ersten Bergwertung des Tages an. Die Côte de Loucrup ist 1,9 Kilometer lang und durchschnittlich 7,1 Prozent steil. Die Kuppe des Anstiegs der 4. Kategorie liegt nach 50,9 Kilometern auf 528 Metern Höhe. Wenige Kilometer später wird bei Rennkilometer 59,1 in Pouzac die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren.

Nach der Sprintwertung bleibt das Terrain weiter wellig. Über Bagnères-de-Bigorre und Cieutat führt der Parcours zur Côte de Mauvezin, der zweiten Bergwertung des Tages. Der Anstieg der 3. Kategorie ist drei Kilometer lang und im Durchschnitt 6,8 Prozent steil. Seine Kuppe wird bei Rennkilometer 77,3 auf 518 Metern Höhe erreicht.

Über Mauvezin, Capvern, Sarrancolin und Arreau führt die Route anschließend direkt in die großen Pyrenäenberge.

Col d’Aspin: erste große Prüfung des Tages

Bei Arreau, nach 106 Rennkilometern, beginnt die Auffahrt zum Col d’Aspin. Zwölf Kilometer lang und durchschnittlich 6,5 Prozent steil ist dieser Anstieg, der auf eine Höhe von 1.489 Metern führt. Die Steigung ist lang genug, um das Feld erstmals ernsthaft zu sortieren und angeschlagene Fahrer unter Druck zu setzen.

Gleichzeitig liegt der Pass unmittelbar vor dem Tourmalet. Wer hier bereits zu viel Energie investieren muss, könnte am folgenden Hors-Catégorie-Anstieg schnell in Schwierigkeiten geraten.

Nach der Kuppe führt eine rund zehn Kilometer lange Abfahrt hinunter nach Sainte-Marie-de-Campan. Das berühmte Dorf mit der Schmiede gehört zur Tour-Geschichte der Pyrenäen und ist gerade im deutschen Radsportfernsehen vielfach erzählt worden. Dort beginnt ohne lange Übergangsphase die Auffahrt zum Col du Tourmalet.

Col du Tourmalet: Dach der Pyrenäen und Schlüsselstelle im Kampf um Gelb

Der Col du Tourmalet war 1910 erstmals Teil der Tour de France. Seitdem wurde der Pyrenäenriese nach offizieller Zählung 86-mal von der Tour befahren. Bei der Tour 2026 folgt die nächste Passage. 17,1 Kilometer lang ist der Anstieg über den Wintersportort La Mongie, die durchschnittliche Steigung beträgt 7,3 Prozent. Die Passhöhe liegt auf 2.115 Metern und wird bei Rennkilometer 147,8 erreicht.

Der Tourmalet ist als Hors Catégorie eingestuft. Zudem wird auf dem Gipfel das Souvenir Jacques Goddet vergeben. Spätestens ab La Mongie beginnt jener Abschnitt, in dem das Rennen eine neue Dynamik bekommen kann. Die Straße bleibt lang, schwer und offen genug für Angriffe der Klassementfahrer.

Für Tadej Pogačar und die übrigen Anwärter auf das Gelbe Trikot könnte der zweite Teil des Anstiegs zum taktischen Schlüsselstück werden: früh attackieren und damit ein hohes Risiko eingehen – oder kontrolliert fahren und die Entscheidung in den langen Schlussanstieg verschieben. In jedem Fall wird sich am Tourmalet zeigen, wie stabil die Bergform der Favoriten tatsächlich ist.

Schlusssteigung nach Gavarnie-Gèdre: lang, aber vergleichsweise moderat

Vom Col du Tourmalet führt eine knapp 20 Kilometer lange Abfahrt über Barèges hinunter ins Tal nach Luz-Saint-Sauveur. Dort beginnt der Schlussanstieg nach Gavarnie-Gèdre. Die Bergankunft ist als Anstieg der 2. Kategorie klassifiziert, 18,7 Kilometer lang und im Durchschnitt 3,7 Prozent steil.

Auf dem Papier wirkt dieses Finale deutlich gleichmäßiger als der Tourmalet. Dennoch kann die Länge nach einem so schweren Pyrenäen-Tag entscheidend werden. Wer am Aspin oder am Tourmalet bereits Substanz verloren hat, wird auch auf einer moderateren Steigung kaum noch Zeit gutmachen können. Das Ziel liegt auf 1.380 Metern Höhe in einer der spektakulärsten Landschaften der Pyrenäen, unweit des Cirque de Gavarnie im Nationalpark Pyrenäen.

Col du Tourmalet – der höchste Pyrenäen-Berg

Karte der 6. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 6. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot

später mehr

Wertungen der 6. Etappe der Tour de France 2026

Sprintwertungen
Pouzac | Rennkilometer 59,1

Bergwertungen
Côte de Loucrup (528 m) | 4. Kategorie | 1,9 km mit 7,1 % | Rennkilometer 50,9
Côte de Mauvezin (518 m) | 3. Kategorie | 3,0 km mit 6,8 % | Rennkilometer 77,3
Col d’Aspin (1.489 m) | 1. Kategorie | 12,0 km mit 6,5 % | Rennkilometer 118,1
Col du Tourmalet (2.115 m) | Hors Categorie | 17,1 km mit 7,3 % | Rennkilometer 147,8
Gavarnie-Gèdre (1.380 m) | 2. Kategorie | 18,7 km mit 3,7 % | Rennkilometer 186,2

TV-Tipp: 6. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen

Ab 13:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 6. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS