3. Etappe | 6. Juli | Granollers – Les Angles | 196 km
Am dritten Renntag verlässt die Tour de France 2026 Spanien und erreicht erstmals französischen Boden. Dafür muss das Peloton in die Pyrenäen. So summieren sich die Anstiege auf der 196 Kilometer langen Etappe von Granollers nach Les Angles auf knapp 4.000 Höhenmeter. Kein Wunder also, dass der dritte Tagesabschnitt dieser Frankreich-Rundfahrt auf 1.794 Metern Höhe mit einem kurzen Schlussanstieg der 3. Kategorie im Wintersportort Les Angles endet.
Trotz dieser Eckdaten ist der Tagesabschnitt keine Hochgebirgsetappe im klassischen Sinne und wird daher wohl nicht für große Abstände im Gesamtklassement sorgen. Zwar müssen die Fahrer erstmals in die Pyrenäen und auch über 1.500 Meter, doch nach dem Col de Toses folgt zunächst ein längerer Abschnitt über die Hochplateaus der Cerdagne und des Capcir. Auch die Zielsteigung nach Les Angles ist mit 1,7 Kilometern bei durchschnittlich 6,5 Prozent vergleichsweise kurz. Damit bietet diese Etappe vor allem starken Ausreißern sowie bergfesten Puncheuren und Kletterern eine Chance auf den Tagessieg.
Strecke der 3. Etappe der Tour de France 2026
Die 3. Etappe startet in Granollers, das rund 35 Kilometer nordöstlich von Barcelona liegt. Nach den ersten beiden Etappen in und um die katalanische Metropole führt die Tour nun konsequent in Richtung Norden – nach Frankreich. Gleich vom Start weg steigt die Strecke an, und bereits nach wenigen Kilometern beginnt der Anstieg zur Côte de Sant Feliu de Codines (3. Kategorie), der ersten Bergwertung dieses Tagesabschnitts. Der Anstieg ist 7,6 Kilometer lang und durchschnittlich 4,5 Prozent steil. Ideales Terrain also für den Kampf um einen Platz in der Ausreißergruppe.
Nach der Bergwertung bei Rennkilometer 17,2 verläuft der Parcours über Centelles, Tona und Vic weiter nordwärts. Die Strecke bleibt zunächst vergleichsweise moderat, gewinnt jedoch zunehmend an Höhe. Über Manlleu, Torelló, Sant Quirze de Besora und Ripoll nähert sich das Rennen immer weiter den Pyrenäen.
In Campdevànol wird nach 98,4 Kilometern die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren. Für die Anwärter auf das Grüne Trikot liegt sie noch vor den großen Schwierigkeiten der Etappe. Dennoch dürften die Punkte stark davon abhängen, ob sich zu diesem Zeitpunkt bereits eine größere Ausreißergruppe abgesetzt hat.
Col de Toses: der erste große Tour-Berg
Mit der Sprintwertung ändert sich das Terrain schlagartig. Die Berge sind erreicht. Über Planoles auf 1.177 Metern führt der Parcours hinauf zum Col de Toses, einer Bergwertung der 1. Kategorie und dem sportlichen Highlight dieser Etappe. Der Anstieg zur Passhöhe auf 1.778 Metern ist 9,3 Kilometer lang und durchschnittlich 6,5 Prozent steil.
Der Col de Toses ist der erste echte Berg dieser Tour, an dem es sowohl in der Ausreißergruppe als auch im Peloton zu einer Selektion kommen kann. Vom Gipfel sind es allerdings noch mehr als 68 Kilometer bis ins Ziel nach Les Angles.
Nach der Passhöhe fällt die Straße zunächst in Richtung La Molina und Alp ab. Anschließend verläuft die Etappe über Puigcerdà und Ur zur spanisch-französischen Grenze. Die Fahrer bewegen sich fortan überwiegend deutlich oberhalb von 1.000 Metern Höhe.
Über die Hochplateaus nach Frankreich
Nachdem das Peloton Spanien verlassen hat, erreicht die Tour das Département Pyrénées-Orientales. Hinter der Grenze in Ur führt der Parcours wieder bergauf und mündet in den 11,4 Kilometer langen Anstieg zum Col du Calvaire (3. Kategorie). Auf dem Weg zur Passhöhe des im Durchschnitt 4,1 Prozent steilen Anstiegs passieren die Profis auch den bekannten Höhentrainingslagerort Font-Romeu.
Les Angles: kurze Zielsteigung auf fast 1.800 Metern Höhe
Nach der Kuppe des Col du Calvaire auf rund 1.836 Metern sind es noch gut 24 Kilometer bis zum Ziel. Die Strecke führt über La Llagonne, den unkategorisierten Col de la Quillane und Matemale weiter nach Les Angles. Dabei bleibt das Rennen nahezu vollständig in einer Höhe von 1.500 bis 1.800 Metern.
Die eigentliche Steigung zum Ziel beginnt hinter dem Ortseingang von Les Angles. Sie ist 1,7 Kilometer lang und durchschnittlich 6,5 Prozent steil und führt auf eine Höhe von 1.794 Metern. Der Schlussanstieg ist als Bergwertung der 3. Kategorie klassifiziert und verlangt vor allem Explosivität nach einem langen, kräftezehrenden Tag.
Waldbrände beeinflussen Ablauf der 3. Etappe
Wegen der schweren Waldbrände im Département Pyrénées-Orientales wird die 3. Etappe der Tour de France 2026 am Montag zwischen Granollers und Les Angles unter deutlich eingeschränkten Bedingungen ausgetragen. Der Präfekt Pierre Regnault de la Mothe und Tour-Direktor Christian Prudhomme entschieden, den französischen Abschnitt auf das Notwendigste zu reduzieren. Die Werbekarawane fährt dort nicht, zugelassen sind nur Fahrer sowie unverzichtbare Organisationsfahrzeuge. Zuschauer werden gebeten, sich weder an der Strecke noch im Zielbereich zu versammeln. Hintergrund ist die Entlastung von Einsatzkräften, die weiterhin gegen die Brände kämpfen.
Karte der 3. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 3. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot
Die große Frage lautet: Kontrollieren die Klassementteams – oder bekommt eine Ausreißergruppe Raum? Die Etappe ist lang genug, um Ausreißern Chancen zu geben, zumal einige Teams nach zwei intensiven Auftakttagen kein Interesse daran haben dürften, den ganzen Tag für einen Bergaufsprint einer kleinen Favoritengruppe zu arbeiten.
Gleichzeitig ist der Abstand im Gesamtklassement so eng, dass Visma | Lease a Bike, UAE Team Emirates XRG und Red Bull-Bora-Hansgrohe das Rennen kaum völlig aus der Hand geben können. Besonders der Col de Toses wird zeigen, ob die Etappe früh auf Klassement gefahren wird oder ob der Tag eher einer starken Gruppe gehört.
Die Ausgangslage nach zwei Etappen macht diesen Tag besonders interessant. Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) verteidigte am Montjuïc das Gelbe Trikot, Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG) liegt nach dem Doppelschlag von UAE Team Emirates XRG in Barcelona nur noch sechs Sekunden zurück. Remco Evenepoel (Red Bull-BORA-hansgrohe) folgt mit 15 Sekunden Rückstand, Isaac del Toro (UAE Team Emirates XRG) mit 16 Sekunden, Juan Ayuso (Lidl-Trek) mit 19 Sekunden. Sie liegen eng zusammen, und ein Fahrer wie Evenepoel könnte in seiner momentanen Form am kurzen Schlussanstieg weiter Boden gutmachen auf viele GC-Fahrer und um den Etappensieg kämpfen.
Der Favorit für den Tagessieg ist und bleibt aber Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG). Spannend dürfte auch sein, was sich Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) und Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) ausrechnen. Sie gehören auch zu de explosiven Kletterern.
Auf jeden Fall dürfte die 3. Etappe in der erste Rennstunde bereits eine sehr intensive Angelegenheit werden. Nicht nur, weil es vom Start weg bergaufgeht, sondern weil mehr als die Hälfte aller Teams in die Fluchtgruppe gehen wollen, darunter auch so starke Teams wie Netcompany Ineos. Knapp 150 Fahrer haben nach nur zwei Etappen bereits mehr als fünf Minute Rückstand und stellen so kaum eine Bedrohung für Gelb dar.
Wertungen der 3. Etappe der Tour de France 2026
Sprintwertungen
Campdevànol | Rennkilometer 98,4
Bergwertungen
Côte de Sant Feliu de Codines (622 m) | 3. Kategorie | 7,6 km mit 4,5 % | Rennkilometer 17,2
Col de Toses (1.778 m) | 1. Kategorie | 9,3 km mit 6,5 % | Rennkilometer 127,7
Col du Calvaire (1.836 m) | 3. Kategorie | 11,4 km mit 4,1 % | Rennkilometer 169,8
Les Angles (1.794 m) | 3. Kategorie | 1,7 km mit 6,5 % | Rennkilometer 196,0
TV-Tipp: 3. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen
Ab 12:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 3. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
