Start Profi-Sport Vorschau 8. Etappe Tour de France 2026: Sprintchance in der Dordogne

Vorschau 8. Etappe Tour de France 2026: Sprintchance in der Dordogne

Übersicht

8. Etappe | 11. Juli | Périgueux – Bergerac | 180,4 km

Erneut bekommen die Sprinter eine Chance auf den Etappensieg. Nur 1.150 Höhenmeter verteilt auf 180 Kilometer müssen sie auf der 8. Etappe der Tour de France von Périgueux nach Bergerac bewältigen. Die Streckenführung dieser 8. Tagesabschnitts erinnert an die 10. Etappe von 2017, die Marcel Kittel gewann.

Nur zwei Bergwertungen der 4. Kategorie sind im Roadbook verzeichnet. Beide liegen weit genug vor dem Ziel, so dass alles auf ein Sprint Royal hinauslaufen kann. Ganz ohne Schwierigkeiten führt die Strecke allerdings nicht durch das Département Dordogne. Der Parcours verläuft zum Teil wellig und weist im Mittelteil einige kurze Anstiege auf. Für die Sprinterteams dürfte die Aufgabe dennoch klar sein: Ausreißer kontrollieren, die eigenen schnellen Männer ohne größeren Kräfteverschleiß über die beiden Bergwertungen bringen und in Bergerac den Sprint vorbereiten.

Strecke der 8. Etappe der Tour de France 2026

Vom Start in Périgueux führt die Strecke zunächst in östlicher Richtung durch das Périgord. Der Auftakt ist leicht wellig, aber noch ohne kategorisierte Schwierigkeit. Über Saint-Pierre-de-Chignac und Fossemagne erreicht das Peloton nach gut 26 Kilometern Thenon, den höchsten Punkt des ersten Streckenabschnitts.

Anschließend führt die Route über Mauriac-du-Périgord nach Montignac-Lascaux und danach weiter über Tursac und Les Eyzies. Zur Rennmitte steigt die Straße nach Sarlat-la-Canéda an – ohne dass hier eine Bergwertung abgenommen wird. Das geschieht erst rund 15 Kilometer später.

Côte de Domme: erste Bergwertung nach der Hälfte der Etappe

Hinter Sarlat-la-Canéda führt die Strecke über Vitrac-Port zum ersten kategorisierten Anstieg des Tages. Die Côte de Domme, ein Anstieg der 4. Kategorie, ist 3,7 Kilometer lang und durchschnittlich 3,3 Prozent steil.

Nach der Côte de Domme führt der Parcours über La Roque-Gageac und Beynac-et-Cazenac weiter nach Saint-Cyprien. Dort wird nach 122,8 Kilometern der Zwischensprint ausgefahren. Von hier sind es noch knapp 58 Kilometer bis ins Ziel.

Côte du Buisson-de-Cadouin: letzte Schwierigkeit vor dem Sprintfinale

Hinter Saint-Cyprien verläuft die Route über Siorac-en-Périgord und Le Buisson-de-Cadouin zur zweiten und letzten Bergwertung des Tages. Die Côte du Buisson-de-Cadouin ist 2,2 Kilometer lang und durchschnittlich 5,6 Prozent steil.

Dieser Anstieg ist kürzer, aber steiler als die Côte de Domme. Dennoch gehört auch er lediglich zur 4. Kategorie. Für die meisten Top-Sprinter dürfte die Steigung problemlos zu bewältigen sein, denn rund 40 Kilometer vor dem Ziel ist das Finale bereits eingeläutet.

Nach der letzten Bergwertung führt die Strecke über Lalinde und Saint-Capraise-de-Lalinde weiter westwärts. In diesem Abschnitt über Creysse wird das Terrain flach.

Rund 4 Kilometer vor dem Ziel erreicht das Feld Bergerac. Die letzten Kilometer sind weitgehend flach, allerdings gibt es mehrere 90-Grad-Richtungswechsel. Der letzte davon liegt auf den finalen 500 Metern. Das alles macht eine frühe Positionierung wichtig.

Karte der 8. Etappe der Tour de France 2026


Das Finale der 8. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot

Die 8. Etappe der Tour de France 2026 bietet den schnellen Männern direkt die nächste Gelegenheit. Topfavorit ist Tim Merlier (Soudal Quick-Step). Der Belgier gewann die 7. Etappe in Bordeaux mit einem starken Sprint und zeigte dabei genau jene Ruhe, die auf solchen Tagen entscheidend ist. Merlier fand spät die Lücke, blieb geduldig und setzte sich mit hoher Endgeschwindigkeit durch. In Bergerac könnte es ähnlich ablaufen.

Dagegen hat Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) etwas. Nach Platz fünf in Bordeaux. bietet Bergerac die Möglichkeit zur Revanche. Das Profil passt, der Leead-Out-Zug mit Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), Jonas Rickaert (Alpecin-Premier Tech), und Edward Planckaert (Alpecin-Premier Tech) steht.

Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team) gehört ebenfalls zu den Männern übr die dr Sieg gehen wird. In Bordeaux spielte er im Finale zwar keine Rolle, doch das ändert nichts an seiner Qualität. Bergerac ist eine weitere klassische Gelegenheit für ihn.

Biniam Girmay (NSN Cycling Team) fährt bisher sehr konstant. Platz drei in Bordeaux bestätigte, dass er nicht zwingend den perfekten Sprintzug braucht, um in die Entscheidung zu kommen. Girmay ist robust, positionsstark und kann hektische Finals sehr gut lesen. Die beiden kleinen Anstiege und die Streckenführung können den Sprint unruhiger machen. In einem Sprint, der nicht vollständig nach Lehrbuch läuft, steigen seine Chancen.

Max Kanter (XDS Astana Team) hat sich mit zwei starken Sprintresultaten in den erweiterten Favoritenkreis gefahren. Nach Rang zwei in Pau wurde er in Bordeaux Vierter. Damit ist klar: Kanter (XDS Astana Team) ist in dieser Tour kein Außenseiter mehr, sondern ein ernstzunehmender Kandidat für eine weitere Topplatzierung. Doch für den Etappensieg muss alles zusammenpassen.

Mads Pedersen (Lidl-Trek) führt nach der 7. Etappe die Punktewertung an und hat in dieser Tour bereits gezeigt, dass er auf sehr unterschiedlichen Profilen punkten kann. In einem reinen Topspeed-Sprint gegen Merlier, Philipsen oder Kooij ist Pedersen aber unterlegen.

Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility) muss nach seinem zweiten Platz in Bordeaux ebenfalls genannt werden. Der Norweger besitzt viel Power, kann lange hohe Geschwindigkeiten fahren und ist in einem Sprint mit leicht chaotischer Vorbereitung gefährlich. Bergerac ist kein reines Kraftfahrer-Finale, doch die lange Anfahrt nach dem letzten kleinen Anstieg kann ihm entgegenkommen. Wenn Uno-X Mobility ihn gut positioniert, ist erneut ein Platz in der vornee möglich.

Dahinter lauern weitere Namen, die bei einem unruhigen Finale profitieren können. Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), Phil Bauhaus (Bahrain Victorious). Fernando Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA). Pavel Bittner (Team Picnic PostNL) sowie Milan Fretin (Cofidis) und Huub Artz (Lotto Intermarché).

Wertungen der 8. Etappe der Tour de France 2026

Sprintwertungen
Saint-Cyprien | Rennkilometer 122,8

Bergwertungen
Côte de Domme (216 m) | 4. Kategorie | 3,7 km mit 3,3 % | Rennkilometer 102,6
Côte du Buisson-de-Cadouin (200 m) | 4. Kategorie | 2,2 km mit 5,6 % | Rennkilometer 140,4

TV-Tipp: 8. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen

Ab 13:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 8. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:00 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS