Start Profi-Sport 9. Etappe Tour de France 2026: Ausreißer Mathieu van der Poel siegt in Ussel

9. Etappe Tour de France 2026: Ausreißer Mathieu van der Poel siegt in Ussel

Übersicht

Mathieu Van der Poel (Alpecin-Premier Tech) hat die 9. Etappe der Tour de France gewonnen. Der Niederländer gewann im Sprint einer vierköpfigen Ausreißergruppe nach 154,5 Kilometern in Ussel. Zweiter wurde Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) vor Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team). Vierter wurde Alex Baudin (EF Education-EasyPost). Das Quartett rettete sechs Sekunden Vorsprung vor dem stark reduzierten Feld um das Gelbe Trikot mit Tadej Pogacar, der als Elfter ins Ziel kam.

Für das Team Alpecin-Premier Tech war es der erste Etappensieg bei dieser Tour de France. Für van der Poel war es bereits der dritte Tour-Etappensieg nach 2021 und 2025. Der Niederländer wurde außerdem noch kämpferischsten Fahrer der Etappe gewählt.

So verlief die 9. Etappe der Tour de France 2026

Schon vor dem Start stand die Etappe unter außergewöhnlichen Vorzeichen. Wegen einer roten Hitzewarnung für das Département Corrèze hatten die Organisatoren den Tagesabschnitt um rund 30 Kilometer verkürzt. Statt der ursprünglich vorgesehenen 185,5 Kilometer führt die Etappe nun über rund 155 Kilometer nach Ussel.

Lidl-Trek kontrollierte früh für den Zwischensprint

Da der Zwischensprint in Beynat bereits nach rund 14 Kilometern ausgefahren wurde, setzte sich Lidl-Trek früh an die Spitze des Feldes, um Mads Pedersen (Lidl-Trek) in Position zu bringen. Der Däne nutzte die Vorarbeit seiner Mannschaft und gewann den Sprint klar vor Biniam Girmay (NSN Cycling Team) und Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech).

Damit baute Pedersen seine Führung in der Punktewertung aus. Direkt nach dem Sprint begann das eigentliche Rennen um die Ausreißergruppe. Zahlreiche Fahrer attackierten, doch zunächst kam kein Fahrer entscheidend weg. Unter anderem versuchten es Maxim Van Gils, Kévin Vauquelin, Richard Carapaz, Filippo Ganna und Mathieu van der Poel, das Rennen zu machen.

Die Etappe wurde über mehr als eine Stunde mit sehr hohem Tempo gefahren. Immer wieder lösten sich Gruppen, immer wieder wurden sie vom mittlerweile reduzierten Feld zurückgehgolt.

Mathieu van der Poel in der Ausreißergruppe des Tages

Dann konnten sich nach knapp 60 gefahrene Kilometern Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) und Tobias Foss (Netcompany Ineos) haben sich Derek Gee-West, Quinn Simmons (Lidl-Trek), Alex Baudin (EF Education-EasyPost), Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step), Mathieu Van der Poel (Alpecin-Premier Tech), Pablo Castrillo (Movistar), Lars Craps und Lennert Van angeschlossen Eetvelt (Lotto Intermarché), Ion Izagirre (Cofidis), Ewen Costiou (Groupama-FDJ United), Marc Hirschi (Tudor), Jordan Jegat (Total Energies) absetzen. Kurze Zeit später konnte Clément Braz Afonso (Groupama-FDJ United) aufschließen. De sehr auffällig agierende Tom Pidcock komplettierte dann die Gruppe.

Am Anstieg zum Suc au May lösten sich Simmons und Johannessen aus der Gruppe. Dahinter setzte Pidcock nach, später kamen Gee-West und Van Eetvelt hinzu. Aus der Verfolgergruppe „bridgeten“ van der Poel, Castrillo und Baudin hinzu. Daraus formierte sich eine achtköpfige Spitzengruppe, die stark genug besetzt war, um den Etappensieg zu fahren.

UAE Team Emirates-XRG kontrollierte die Ausreißergruppe lange

Hinter der Spitze blieb UAE Team Emirates-XRG überraschend konsequent in der Nachführarbeit. Tim Wellens und Felix Großschartner hielten das Tempo im mittlerweile nur noch 40 Mann starken Feld hoch. Dadurch fiel der Vorsprung der Gruppe zeitweise unter eine Minute. Als UAE rund 40 Kilometer vor Ziel dann die Ausreißer schon ziehen lassen wollte, setzte sich Netcompany Ineos an die Spitze, und übernahm die Nachführarbeit.

Van der Poel attackierte am letzten Anstieg des Tages

Am Fuße des Aufstiegs zum letzten kategorisierten Anstieg, dem Mont Bessou (900 Meter bei 7,3 %), attackierte Mathieu van der Poel aus der Spitzengruppe heraus. Pidcock, Baudin und Johannessen konnte aufschließen. Doch dann hatte Pidcock Schaltungsprobleme und musste das neue Trio ziehen lassen. Der Brite kam zurück, nachdem er sein Schaltwerk mit dem Fuß während der Fahrt wieder in Ordnung brachte. 20 Kilometer vor Ziel hatte das Quartett 16 Sekunden Vorsprung auf die ersten Verfolger und 52 Sekunden auf die Gruppe ums Gelbe Trikot.

Hier beteiligten sich Derek Gee-West und Quinn Simmons, die sich beide sich aus der Verfolgergruppe zurückfallen ließ, an der Nachführarbeit, um ihren Teamkollegen Mads Pedersen die Chance auf den Etappensieg zur eröffnen.

10 Kilometer vor Ziel hatte das Quartett an der Spitze noch 45 Sekunden Vorsprung. Es sah alles nach einem Ausreißersieg aus. Mathieu van der Poel fuhr den letzten Kilometer, der mit etwas vier Prozent Anstieg, dann von der Spitze aus. Er verzögerte erst, um dann zu einem langen Sprint anzusetzen, bei denen er seinen Kontrahenten keine Chance ließ.

Etappensieger Mathieu van der Poel im Interview

„Es war ein extrem harter Tag. Ich war mir im Sprint nicht ganz sicher, wissen Sie. Ich hatte schon viel Energie verschwendet, um vorne mitzulhalten“, sagte Mathieu van der Poel im Interview im Ziel. „Der Start in die Tour war bisher nicht optimal für uns, aber wie immer sind wir ruhig geblieben. Wir sind hier bei Alpecin-Premier Tech  mit einer guten Gruppe und haben geglaubt, dass sich das Blatt wenden würde. Vielleicht nicht heute, aber ganz sicher in der zweiten oder dritten Woche. Schön, dass wir jetzt mit einem Etappensieg in den Ruhetag gehen können“, sagte der Alpecin-Premier Tech-Profi.

Zur Hitze sagte van der Poel: „Heute war es besser als in den ersten Tagen. Damals habe ich wirklich gelitten und hatte Mühe, mich selbst nach leichten Tagen zu erholen. Ich fühlte mich die letzten Tage schon etwas besser, aber heute hatte ich endlich die Kraft in den Beinen, es durchzuziehen.“


Fotos: photonews.be