Start Profi-Sport 19. Etappe Giro d’Italia 2026: Sepp Kuss gewinnt Königsetappe

19. Etappe Giro d’Italia 2026: Sepp Kuss gewinnt Königsetappe

Übersicht

Als Solist gewann Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) die schwere Bergetappe durch die Dolomiten. Zweiter auf der 19. Etappe von von Feltre zur Bergankunft nach Piani di Pezzè wurde Derek Gee-West (Lidl-Trek) mit einem Rückstand von 13 Sekunden. Auf Rang drei kam Giulio Ciccone (Lidl-Trek). Alle drei gehörten zu einer großen Ausreißergruppe, die sich bereits am ersten Anstieg des Tages, dem Passo Duran, bildete und sich schnell vom Hauptfeld absetzten. Darunter waren neben Derek Gee-West auch Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team) und Damiano Caruso (Bahrain Victorious), die vor dieser Etappe die Ränge sechs, sieben und zehn im Gesamtklassement belegten.

Auf Rang vier bei der Königsetappe der Italien-Rundfahrt kam Felix Gall, vor Jonas Vingegaard – beide mit 39 Sekunden Rückstand – und Jai Hindley. Der Australier schob sich in der Gesamtwertung auf Rang drei vor. Derek Gee-West schob sich ebenfalls einen Rang im Gesamtklassement nach vorne und liegt vor der letzten Bergetappe am 30. Mai auf Rang fünf. Neuer Führender in Klassement des besten Bergfahrers ist Giulio Ciccone. Er zog in dieser Wertung an Jonas Vingegaard vorbei.

So verlief die 19. Etappe des Giro d’Italia 2026

Noch vor dem Start der 19. Etappe des Giro d’Italia gab es zwei Aufgaben: Michael Valgren und James Shaw von EF Education-EasyPost traten aus sportlichen Gründen nicht mehr an. Sie wollen sich auf die Tour de France vorbereiten. Valgren hatte am Mittwoch die 17. Etappe gewonnen, Shaw war am Donnerstag Teil der Ausreißergruppe gewesen.

Nach dem Start blieb es zunächst ruhig. Bei Kilometer null wagte kein Fahrer den unmittelbaren Angriff. Erst kurze Zeit später nahmen die Tempoverschärfungen zu, ehe auch die ersten Attacken folgten – zunächst jedoch ohne entscheidende Konsequenz. Als erster Fahrer konnte sich Vicente Rojas (Bardiani CSF 7 Saber) für mehrere hundert Meter vom Feld lösen, doch auch dieser Vorstoß wurde wieder neutralisiert.

Auffällig präsentierte sich Netcompany Ineos an der Spitze des Feldes, insbesondere Filippo Ganna. Nach rund zehn Kilometern bereitete der Italiener eine Attacke von Magnus Sheffield und Jack Haig vor. Aleksandr Vlasov und Nico Denz von Red Bull-Bora-Hansgrohe schlossen sich den beiden an, doch das Peloton reagierte sofort und holte die Gruppe wieder zurück.

Viele Attacken vor dem ersten Berg

Anschließend gehörte Rémi Cavagna zu den ersten Fahrern, deren Angriff zunächst erfolgreich war. Gemeinsam mit Andrea Mifsud und Manuele Tarozzi konnte er sich absetzen, der Vorsprung blieb jedoch gering. Nachdem auch diese Gruppe wieder gestellt worden war, lösten sich rund 30 Fahrer aus dem Feld. Das Peloton setzte jedoch mit hohem Tempo nach und führte auch diese Rennsituation wieder zusammen.

Danach setzte sich ein Quintett ab: Chris Harper (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), Nico Denz (Red Bull-BORA-hansgrohe), Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team) sowie Johannes Kulset und Fredrik Dversnes (beide Uno-X Mobility). Dahinter formierten sich weitere Gruppen. Eine große Verfolgergruppe, unter anderem mit Jan Christen und Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team), stellte rund zwei Kilometer vor dem Anstieg zum Passo Duran den Kontakt zur Spitze her.

Zu diesem Zeitpunkt lag die Spitzengruppe rund 40 Sekunden vor dem Peloton, in dem das Tempo weiterhin hoch blieb. Vor allem Mikkel Bjerg (UAE Team Emirates-XRG) sorgte mit seiner Tempoarbeit dafür, dass mehrere Fahrer wieder zurückfielen. Gleichzeitig attackierte Giulio Ciccone aus dem Feld, um nach vorne zu springen. Mit ihm gelangten auch Fahrer wie Damiano Caruso, Sepp Kuss und Enric Mas in die vorderen Gruppen. Auch Gesamtklassementfahrer wie Michael Storer, Derek Gee-West und Ben O’Connor gingen aus dem Hauptfeld in die Offensive.

Attacke auf das GC-Podium bereits am ersten Anstieg

Im Anstieg zum Passo Duran – einem 12,1 Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich 8,2 Prozent Steigung – formierte sich schließlich eine große Spitzengruppe mit Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Jardi Christiaan van der Lee (EF Education-EasyPost), Giulio Ciccone (Lidl-Trek), Einer Rubio, Enric Mas und Lorenzo Milesi (alle Movistar Team), Embret Svestad-Bårdseng (Netcompany INEOS), Jan Hirt (NSN Cycling Team), Chris Harper (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), Giulio Pellizzari (Red Bull-BORA-hansgrohe), Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike), Wout Poels (Unibet Rose Rockets) und Johannes Kulset (Uno-X Mobility). Mehrere Fahrer dieser Gruppe lagen im Gesamtklassement innerhalb der Top 20.

An der Passhöhe des Passo Duran ging es auch um wichtige Punkte in der Bergwertung. Giulio Ciccone konnte am Gipfel 40 Punkte holen und rückte damit bis auf 41 Punkte an den Führenden Jonas Vingegaard heran.

Hinter der Spitze folgte eine Gruppe mit knapp 40 Sekunden Rückstand. Dazu gehörten Derek Gee-West und Matteo Sobrero (beide Lidl-Trek), Juan Pedro López (Movistar Team), David de la Cruz (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), Ludovico Crescioli (Team Polti VisitMalta), Michael Storer, Will Barta, Mathys Rondel und Florian Stork (alle Tudor Pro Cycling Team) sowie Igor Arrieta und Mikkel Bjerg (beide UAE Team Emirates-XRG). Das Peloton überquerte die Passhöhe mit einem Rückstand von 1:20 Minuten.

Ciccone sammelte weiter Bergpunkte

Im Anstieg zum Coi gelang der Verfolgergruppe der Anschluss an die Spitze. Ciccone und Rubio erkannten jedoch, dass ihnen das Tempo an der Spitze nicht hoch genug war, und setzten sich als Duo erneut ab. Mikkel Bjerg und Igor Arrieta fielen derweil aus der Spitzengruppe zurück. Ciccone sicherte sich auch am Coi die Maximalpunktzahl, während er gemeinsam mit Rubio bereits rund 40 Sekunden Vorsprung herausgefahren hatte. Bei der nächsten Bergwertung an der Forcella Staulanza, einem Anstieg der 2. Kategorie, rückte Ciccone in der Bergwertung weiter an Vingegaard heran.

Chris Harper schloss in der Abfahrt zum Fuß des Passo Giau zu Ciccone und Rubio auf. Der Vorsprung der drei Fahrer betrug zu diesem Zeitpunkt rund 25 Sekunden. Wenig später stellte auch Ludovico Crescioli den Anschluss her und machte aus dem Trio ein Spitzenquartett.

Im reduzierten Feld beteiligte sich nun auch Decathlon CMA CGM an der Nachführarbeit – wenn auch nur kurzfristig. Im unteren Teil des Anstiegs zum Passo Giau, der über 9,8 Kilometer mit durchschnittlich 9,3 Prozent Steigung führt, gelang der Verfolgergruppe erneut der Anschluss an die Spitze. Allerdings verloren auch Fahrer wie Enric Mas, Florian Stork, Wout Poels und Jardi Christiaan van der Lee den Kontakt.

Im Feld um das Rosa Trikot übernahm zunächst Ben Zwiehoff (Red Bull-BORA-hansgrohe) die Tempoarbeit und verkleinerte die Gruppe mit einer Tempoverschärfung weiter.

Rund drei Kilometer unterhalb des Gipfels des Passo Giau attackierte Giulio Pellizzari aus der Spitzengruppe. Zunächst konnte nur Ciccone folgen, ehe auch Sepp Kuss und Einer Rubio wieder aufschlossen. Danach gelangten ebenfalls Derek Gee-West, Michael Storer, Jan Hirt und Damiano Caruso zurück nach vorne.

Cima Coppi am Passo Giau auf 2.233 Meter

Die Cima Coppi am Passo Giau, dem mit 2.233 Meter höchsten Berg dieser Italien-Rundfahrt, sicherte sich schließlich Giulio Ciccone und schlüpfte virtuell ins Bergtrikot. In der Gruppe um das Rosa Trikot hatte Team Visma | Lease a Bike wieder die Kontrolle übernommen. Dort verblieben nur noch neun Fahrer: Jonas Vingegaard, Bart Lemmen und Davide Piganzoli (alle Team Visma | Lease a Bike), Felix Gall und Gregor Mühlberger (beide Decathlon CMA CGM), Thymen Arensman und Egan Bernal (beide Netcompany Ineos), Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe) sowie Afonso Eulálio (Bahrain Victorious).

Diese Gruppe überquerte die Passhöhe mit einem Rückstand von knapp zweieinhalb Minuten auf die Spitze. Zu diesem Zeitpunkt waren noch knapp 50 Kilometer bis ins Ziel zu fahren.

Gee-West und Storer fuhren virtuell aufs Giro-Podium

In der Abfahrt vom Passo Giau fanden einige Fahrer wieder den Anschluss an die Gruppe um das Rosa Trikot. Im anschließenden Aufstieg zum Passo Falzarego übernahmen Decathlon CMA CGM und Netcompany Ineos die Nachführarbeit. Der Vorsprung der Spitzengruppe war inzwischen auf mehr als drei Minuten angewachsen – und mit Derek Gee-West und Michael Storer lagen zwei Fahrer aus der Fluchtgruppe virtuell auf dem  odium der Gesamtwertun.

Beim Red-Bull-Kilometer, 3,6 Kilometer unterhalb der Passhöhe des Passo Falzarego, sicherten sich die beiden bestplatzierten Fahrer der Spitzengruppe die Bonussekunden: Derek Gee-West holte sechs Sekunden, Michael Storer vier. Auf der Passhöhe in 2.105 Metern Höhe war es anschließend Einer Rubio, der Giulio Ciccone diesmal die Maximalpunktzahl in der Bergwertung wegnahm.

Ciccone reagierte unmittelbar. Gleich zu Beginn der Abfahrt sprintete der Italiener an Rubio vorbei und setzte die übrigen Fahrer der Spitzengruppe unter Druck. Bis zum Ende der Abfahrt hatte Ciccone seinen Vorsprung auf eine Minute ausgebaut.

Dahinter hatte die Gruppe um das Rosa Trikot, mittlerweile angeführt von Netcompany Ineos, Zeit auf die erste Verfolgergruppe um Derek Gee-West, Michael Storer, Damiano Caruso und Sepp Kuss gutgemacht.

Kuss holte Ciccone ein und entschied die Königsetappe

Ciccone ging mit einem Vorsprung von einer Minute auf die Verfolgergruppe in den Finalanstieg hoch nach Piani di Pezzè. Die Gruppe ums rosa Trikot war weitere gut 60 Sekunden zurück. Aus der Verfolgergruppe machten sich Kuss und Pellizarri auf, Ciccone einzuholen.

Felix Gall beschleunigte seinerseits aus der Favoritengruppe rund vier Kilometer vor Ziel. Nur Vingegaard blieb an seinem Hinterrad. Hindley konnte wieder aufschließen. Arensman fiel zurück

An der Spitze konnte Sepp Kuss noch vor der Zwei-Kilometer-Marke zu Ciccone aufschließen und griff direkt an und setzte sich ab. Derek Gee-West war der nächste Fahrer, der Ciccone überholte. Giulio Pellizzari machte derweil die Pace für seinen Kapitän Hindley, der sich aufmachte Rang drei in der Gesamtwertung zu holen.

Kuss gewann die Etappe vor Gee-West und Ciccone.

Ergebnis der 19. Etappe des Giro d’Italia 2026

1 – Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) – 4:28:33 Stunden
2 – Derek Gee-West (Lidl-Trek) +0:13
3 – Giulio Ciccone (Lidl-Trek) +0:36
4 – Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team) +0:39
5 – Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) +0:39
6 – Jai Hindley (Red Bull-BORA-hansgrohe) +0:43
7 – Damiano Caruso (Bahrain Victorious) +1:06
8 – Davide Piganzoli (Team Visma | Lease a Bike) +1:11
9 – Einer Rubio (Movistar Team) +1:19
10 – Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team) +1:19

Gesamtwertung des Giro d’Italia 2026 nach der 19. Etappe

1 – Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) – 75:13:16 Stunden
2 – Felix Gall (Decathlon CMA CGM Team) +4:03 Minuten
3 – Jai Hindley (Red Bull-BORA-hansgrohe) +5:04 Minuten
4 – Thymen Arensman (Netcompany Ineos) +5:33 Minuten
5 – Derek Gee-West (Lidl-Trek) +6:31 Minuten
6 – Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) +7:26 Minuten
7 – Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team) +7:50 Minuten
8 – Davide Piganzoli (Team Visma | Lease a Bike) +8:29 Minuten
9 – Damiano Caruso (Bahrain Victorious) +9:01 Minuten
10 – Egan Bernal (Netcompany Ineos) +11:19 Minuten

Foto: Photonews.be