Start Profi-Sport 15. Etappe Tour de France 2026: Remco Evenepoel siegt am Plateau de Solaison

15. Etappe Tour de France 2026: Remco Evenepoel siegt am Plateau de Solaison

Übersicht

Remco Evenepoel hat die 15. Etappe der Tour de France 2026 gewonnen. Der Belgier von Red Bull-Bora-hansgrohe setzte sich nach 183,9 Kilometern von Champagnole zur Bergankunft am Plateau de Solaison im Sprint einer kleinen Favoritengruppe durch. Der Belgier siegte im Sprint am Hors Categorie-Anstieg in den Alpen vor Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG). Isaac Del Toro (UAE Team Emirates-XRG) belegte mit sechs Sekunden Rückstand Rang drei. Dahinter folgten Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) und Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) mit 58 Sekunden Rückstand.

Für Evenepoel war es nach 2024 und 2025 der dritte Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt. Die ersten beiden erzielte er im Einzelzeitfahren.

Sturz: Jonas Vingegaard scheidet aus der Tour d France aus

Überschattet wurde die Etappe jedoch vom schweren Sturz von Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Der Däne kam rund 21 Kilometer vor dem Ziel zu Fall, saß anschließend auf der Straße und hielt sich die rechte Schulter. Wenig später wurde er mit dem Arm in einer Schlinge in ein Krankenwagen Fahrzeug gebracht.

Remco Evenepoel jetzt Zweiter im Gesamtklassement

In der Gesamtwertung führt jetzt Tadej Pogačar vor Remco Evenepoel (+5:00 Minuten). Dritter ist wieder Isaac Del Toro (+5:58 Minuten), der jetzt auch wieder die Nachwuchswertung anführt.

So verlief die 15. Etappe der Tour de France 2026 von Champagnole nach Plateau de Solaison

Direkt nach dem scharfen Start in n Champagnole übernahm Alpecin-Premier Tech die Kontrolle im Feld. Der Grund lag auf der Hand: Der Zwischensprint in Saint-Laurent-en-Grandvaux kam bereits nach 17,3 Kilometern. Für Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) war das eine wichtige Gelegenheit, weitere Punkte im Kampf um das Grüne Trikot zu holen.

Das Terrain stieg bis zum Zwischensprint leicht an. Dadurch war es kein klassischer Sprint auf flacher Straße, sondern eher eine Wertung für robuste Sprinter und Klassikerfahrer. Alpecin-Premier Tech hielt das Feld geschlossen. Auch Lidl-Trek blieb mit Blick auf Mads Pedersen aufmerksam, während NSN Cycling Team für Biniam Girmay positionierte.

Philipsen gewann Zwischensprint

Kurz vor dem Zwischensprint erhöhte Lidl-Trek das Tempo. Quinn Simmons (Lidl-Trek) zog den Sprint für Pedersen an, doch Philipsen sprang aus dem Windschatten und zog vorbei. Der Belgier gewann die Wertung vor Pedersen, Max Kanter (XDS Astana Team) und Girmay. Damit holte Philipsen 25 Punkte und verkürzte seinen Rückstand in der Punktewertung.

An der Côte des Rousses, dem ersten kategorisierten Anstieg des Tages, wurde das Rennen deutlich unruhiger. Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) attackierte und hatte Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) am Hinterrad. An der Bergwertung der Côte des Rousses setzte sich Paret-Peintre vor Carapaz durch und sammelte weitere Punkte für die Bergwertung.

Trotz mehrerer Angriffe kam zunächst keine Gruppe zustande. Das Feld blieb lange in Schlagdistanz, immer wieder wurden Gruppen gestellt. Die erste echte Rennphase wurde von ständigen Attacken geprägt.

Nach der Côte des Rousses setzten sich Thymen Arensman (Netcompany Ineos Cycling Team) und Xabier Mikel Azparren (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) ab. Nelson Oliveira (Movistar Team) versuchte, zu ihnen aufzuschließen. Dahinter bildete sich eine größere Verfolgergruppe mit unter anderem Tim Van Dijke (Red Bull-Bora-hansgrohe), Michael Matthews (Team Jayco-AlUla), Mauro Schmid, Alex Skaarseth (Uno-X Mobility), Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), Raúl García Pierna (Movistar Team), Ion Izagirre (Cofidis) und weiteren Fahrern.

EF Education-EasyPost war mit der Zusammensetzung nicht zufrieden und führte im Feld nach. Carapaz versuchte erneut, selbst nach vorn zu springen. Doch auch diese Bewegung wurde wieder neutralisiert. Erst nach vielen Kilometern und zahlreichen Attacken setztte sich eine größre Gruppe erfolgversprechend ab.

24 Fahrer bilden die Gruppe des Tages

Dann ging Nicolya Vinokurov (XDS Astana Team), der Sohn von Alexandr Vinokurov.  Ene größere Gruppe holte den jungen Vino rund acht Kilomter später ein. Vorne nun rund 24 Fahrer. Das waren

  • Adam Yates (UAE Team Emirates XRG)
  • Bruno Armirail, Victor Campenaerts (beide Team Visma | Lease a Bike)
  • Tim van Dijke (Red Bull–Bora–Hansgrohe)
  • Quinn Simmons (Lidl-Trek)
  • Alex Baudin, Ben Healy (beide EF Education-EasyPost)
  • Aurélien Paret-Peintre (Decathlon CMA CGM Team)
  • Nicolya Vinokurov (XDS Astana Team)
  • Matej Mohorič (Bahrain Victorious)
  • Egan Bernal, Kévin Vauquelin (beide Netcompany Ineos Cycling Team)
  • Ilan Van Wilder (Soudal Quick-Step)
  • Mauro Schmid (Team Jayco AlUla)
  • Marco Frigo (NSN Cycling Team)
  • Raúl García Pierna, Einer Rubio (beide Movistar Team)
  • Tom Pidcock, Brent Van Moer (beide Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team)
  • Ewen Costiou, Guillaume Martin-Guyonnet (beide Groupama-FDJ United)
  • Yannis Voisard (Tudor Pro Cycling Team)
  • Alexandre Delettre (TotalEnergies)

Abel Balderstone (Caja Rural) komplettierte die Gruppe des Tages, nachdem er es alleine aus dem Feld nach vorne geschafft hatte.Die Gruppe war stark besetzt und taktisch interessant. UAE hatte mit Yates einen Helfer vorn, Visma mit Armirail und Campenaerts gleich zwei Fahrer, Pidcock war der bestplatzierte Ausreißer im Gesamtklassement. Zunächst kontrollierte UAE im Feld, später übernahm Team Visma | Lease a Bike stärker die Verantwortung, damit der Vorsprung nicht zu groß wurde.

Visma übernahm im Feld die Kontrolle

Visma hielt den Abstand zur Spitzengruppe im Bereich von gut zwei bis drei Minuten. UAE musste dadurch nicht allein kontrollieren. Für Pogačar war die Situation zunächst komfortabel: Sein Team hatte Yates vorn, das Gelbe Trikot blieb im Feld geschützt, und die Hauptarbeit wurde phasenweise von Visma übernommen.

Simmons attackierte am Col de la Croisette

Rund 56 Kilometer vor dem Ziel begann der Col de la Croisette. Der Anstieg der 1. Kategorie war nur 4,7 Kilometer lang, aber mit durchschnittlich 11,2 Prozent extrem steil. Schon am Fuß des Anstiegs wurde die Spitzengruppe kleiner. Ben Healy und Matej Mohorič konnten das Tempo nicht mehr halten, auch Tim Van Dijke fiel zurück.

Zunächst machte Brent Van Moer das Tempo für Pidcock. Danach übernahm der Brite selbst. An seinem Hinterrad blieben unter anderem Simmons, Van Wilder, Schmid, Rubio, Guillaume Martin, Yates, Voisard und Costiou. Kurz darauf setzte sich Simmons allein an die Spitze. Der US-Meister holte sich am Col de la Croisette die zehn Bergpunkte, während Pidcock dahinter Zweiter wurde.

Schmid löste sich in der Abfahrt

Nach dem Col de la Croisette kam Bewegung in die Spitzengruppe. Simmons wurde wieder gestellt, Costiou verlor kurz den Anschluss, kam in der Abfahrt aber zurück. Schmid setzte sich später bergab ab und fuhr allein weiter. Kurz vor der Côte du Mont kam er zunächst wieder in Kontakt zur Gruppe, doch in der Abfahrt danach löste er sich erneut.

An der Côte du Mont, einem kurzen Anstieg von 2,1 Kilometern bei durchschnittlich 8,3 Prozent, holte Pidcock weitere Bergpunkte. Bernal fiel derweil aus der Favoritengruppe zurück. Die Gruppe um Pogačar und Vingegaard kam mit rund 2:40 Minuten Rückstand über die Kuppe.

Schwerer Sturz von Jonas Vingegaard

20 Kilometer vor Ziel stürzte in der Gruppe ums Gelbe Trikot Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike). Auch Isaac Del Toro, Felix Großschartner (beide UAE Team Emirates XRG) und Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) gingen zu Bode, konnten aber weiterfahren. Vingegaard musste das Rennen an Position zwei in der Gesamtwertung liegend aufgeben.

Die Gruppe ums Gelbe Trikot nahm kurzzeitig das Tempo raus. Danach setzte sich Bahrain Victorious an die Spitze.  

Mauro Schmid ging mit einem Vorsprung von 25 Sekunden auf die Verfolgergruppe in den Schlussanstieg zum Plateau de Solaison, einem Beg de Hors Categorie. Allerdings wurde er bereits im unteren Teil eingeholt und kurze Zeit später setzte sich Simmons an die Spitze. Dahinter ein Trio mit mit Pidcock, Yates und Voisard.

Pogačar machte die Pace am Schlussanstieg zum Plateau de Solaison,

In der GC-Gruppe setzte sich Red Bull-Bora-Hansgrohe an die Spitze. Rund acht Kilometer vor dem Ziel setze sich das Gelbe Trikot, Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG), selbst an die Spitze der immer kleiner werden en Gruppe. Wenig später fuhren nur noch Remco Evenepoel und Del Toro am Hinterrad von Pogačar. Sechs Kilometer vor dem Ziel hatte das Trio um Pogačar nur noch 30 Sekunden Rückstand zum führenden. 25 Sekunden hinter der Pogi-Gruppe fuhren Paul Seixas (Decathlon CMA CGM), Juan Ayuso und Florian Lipowitz.

Rund 5 Kilometer vor dem Ziel holte die Pogačar-Gruppe den bis dahin Führenden Simmons ein. Dahinter konnte Ayuso Lipowitz und Seixas nicht mehr folgen und fiel zurück.

Kurz nach der 1.000 Meter-Marke griff Isaac Del Toro an, Evenepoel folgte sofort, genauso wie Pogačar. Das wiederholte der junge Mexikaner an der 500-Meter-Marke. Dann ging Evenepoel in die Offensive und siegte vor Tadej Pogačar bei der Bergankunft am Plateau de Solaison. Dritter wurde Del Toro mit einem Rückstand von sechs Sekunden.

Tageswertung der 15. Etappe der Tour de France 2026

Champagnole – Plateau de Solaison | 183,9 km

RangFahrerTeamZeit / Rückstand
1Remco EvenepoelRed Bull-Bora-Hansgrohe4:23:09
2Tadej PogačarUAE Team Emirates-XRGgleiche Zeit
3Isaac del ToroUAE Team Emirates-XRG+ 6 Sek.
4Paul SeixasDecathlon CMA CGM Team+ 58 Sek.
5Florian LipowitzRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 58 Sek.
6Lenny MartinezBahrain Victorious+ 1:57 Min.
7Mattias SkjelmoseLidl-Trek+ 1:57 Min.
8Juan AyusoLidl-Trek+ 2:00 Min.
9Adam YatesUAE Team Emirates-XRG+ 2:00 Min.
10Quinn SimmonsLidl-Trek+ 2:16 Min.

Gesamtwertung nach der 15. Etappe der Tour de France 2026

Gelbes Trikot: Tadej Pogačar

RangFahrerTeamZeit / Rückstand
1Tadej PogačarUAE Team Emirates-XRG55:41:31
2Remco EvenepoelRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 5:00 Min.
3Isaac del ToroUAE Team Emirates-XRG+ 5:58 Min.
4Paul SeixasDecathlon CMA CGM Team+ 6:23 Min.
5Florian LipowitzRed Bull-Bora-Hansgrohe+ 6:48 Min.
6Juan AyusoLidl-Trek+ 7:28 Min.
7Mattias SkjelmoseLidl-Trek+ 9:38 Min.
8Lenny MartinezBahrain Victorious+ 10:28 Min.
9Tom PidcockPinarello-Q36.5 Pro Cycling Team+ 10:59 Min.
10Jordan JegatTotalEnergies+ 19:26 Min.

Fotos: Photonews.be