Start Profi-Sport Vorschau 16. Etappe Tour de France 2026: Einzelzeitfahren am Genfer See

Vorschau 16. Etappe Tour de France 2026: Einzelzeitfahren am Genfer See

Übersicht

16. Etappe | 21. Juli | Évian-les-Bains – Thonon-les-Bains | 26,1 km | Einzelzeitfahren

Nach dem zweiten Ruhetag beginnt die entscheidende letzte Woche der Tour de France 2026 mit einem Kampf gegen die Uhr. Die 16. Etappe ist das einzige Einzelzeitfahren bei diseer Frankreich-Rundfahrt führt über 26,1 Kilometer. Von Évian-les-Bains führt der Parcours oberhalb des Genfers Sees nach Thonon-les-Bains. Vom Start weg steigt die Strecke über fast zehn Kilometer hinauf zur Côte de Larringes, anschließend folgen eine schnelle, technisch anspruchsvolle Abfahrt und ein flacher, rund neun Kilometer langen Abschnitt in zum Ziel.

Damit verlangt dieses Einzelzeitfahren weit mehr als pure Aerodynamik und hohe Geschwindigkeit auf ebener Straße. Gefragt sind komplette Zeitfahrer, die einen längeren Anstieg gleichmäßig pacen können, technisch stark, um bergab keine Zeit verlieren und auf den letzten flachen Kilometern noch einmal hohe Leistung abrufen können.

Ein Zeitfahren für komplette Rundfahrer

Auch die Renneinteilung wird eine zentrale Rolle spielen. Wer den Anstieg zu kontrolliert fährt, verliert möglicherweise schon vor der Abfahrt entscheidend Zeit. Wer dort überzieht, kann im flachen Finale einbrechen. Das Zeitfahren verlangt damit nicht nur körperliche Stärke, sondern auch präzise Vorbereitung und eine exakte Kenntnis der eigenen Leistungsfähigkeit.

Für die Fahrer, die um die vorderen Plätze im Gesamtklassements kämpfen, ist diese Etappe von enormer Bedeutung. Ein starker Zeitfahrer kann Rückstände auf die Begfahrere reduzieren oder seinen Vorsprung ausbauen. Ein reiner Kletterer, der auf den flachen Schlusskilometern oder in der technischen Abfahrt Zeit verliert, gerät vor den letzten Bergprüfungen in Alpen unter zusätzlichen Druck.

Strecke der 16. Etappe der Tour de France 2026

Von der Startrampe fahren die Profis in Kurort Évian-les-Bains am Südufer des Genfersees auf einer Höhe 3von 90 Metern. Unmittelbar nach dem Start verlassen die Fahrer den Uferbereich und bewegen sich landeinwärts in das hügelige Terrain oberhalb des Sees.

Côte de Larringes: Der entscheidende Anstieg des Zeitfahrens

Schon die ersten Meter zählen zum Anstieg zur Côte de Larringes – einer Bergwertung der 2. Kategorie. Insgesamt ist der Anstieg 9,7 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 4,3 Prozent auf. Auf dem Weg nach oben wird bereits Nach 4,8 Kilometern wird am Punkt L’X die erste Zwischenzeit genommen.

Über Féternes in die schnelle Abfahrt

Nach der Kuppe der Côte de Larringes, an der die zweite Zwischenzeit genommen wird, führt der Parcours zunächst über knapp zwei Kilometer auf nahezu gleicher Höhe weiter nach Féternes bei Rennkilometer 11,6 Kilometern. Erst danach beginnt die längere Abfahrt zurück in Richtung Thonon-les-Bains a den Genfer See. Über Château Vieux fällt die Strecke deutlich ab. Innerhalb weniger Kilometer verlieren die Fahrer somit fast 300 Höhenmeter.

Nach 18,1 Kilometern wird in Thonon-les-Bains – Bords de Dranse auf 447 Metern Höhe die dritte und letzte Zwischenzeit genommen. Von der letzten Zwischenzeit sind es noch acht Kilometer bis zum Ziel. Nun verändert sich der Charakter des Zeitfahrens ein weiteres Mal. Die Fahrer erreichen den flacheren Teil und müssen auf den finalen Kilometern noch einmal vor allem aerodynamische Effizienz und absolute Tempohärte abrufen.

Finale in Thonon-les-Bains: „Vollgas“ bis an den Genfer See

Die letzten Kilometer führen durch Thonon-les-Bains in Richtung Ufer des Genfer Sees. Nach der Passage an der Place du Château bei Rennkilometer 22,9 verläuft die Strecke weiter zum Ziel nahe dem Domaine de Ripaille. Die Ziellinie liegt nach 26,1 Kilometern auf 392 Metern Höhe und damit nahezu auf derselben Höhe wie der Start in Évian-les-Bains.

Karte der 16. Etappe der Tour de France 2026


Das Finale der 16. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot

Der Topfavorit auf den Tagessieg ist Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe). Der Belgier zählt seit Jahren zu den besten Zeitfahrern der Welt und hat seine Klasse in dieser Disziplin sowohl bei Olympischhen Spielen und Weltmeisterschaften als auch bei Grand Tours regelmäßig unter Beweis gestellt. Nach seinem Sieg am Plateau de Solaison dürfte er zusätzlich mit viel Selbstvertrauen in die dritte Tour-Woche starten. Das Profil kommt ihm entgegen: Er kann die längeren Anstiege mit hoher Leistung fahren, verliert in technischen Passagen kaum Zeit und besitzt auf den schnellen Kilometern die nötige Aerodynamik, um seinen Vorsprung auszubauen. Gleichzeitig bietet das Zeitfahren die Chance, den Rückstand auf das Gelbe Trikot zumindest teilweise zu verkürzen oder seine Position im Gesamtklassement weiter zu festigen.

Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG) ist der wichtigste Herausforderer. Der Slowene hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte im Kampf gegen die Uhr gemacht und gehört inzwischen auch auf anspruchsvollen Zeitfahrkursen zu den stärksten Fahrern des Pelotons. Anders als reine Spezialisten profitiert er besonders dann, wenn längere Anstiege Teil des Parcours sind. Die rund 500 Höhenmeter spielen ihm daher in die Karten. Gleichzeitig startet Pogačar mit einem komfortablen Vorsprung im Gesamtklassement in das Zeitfahren. Er muss kein unnötiges Risiko eingehen, wird aber alles daransetzen, seine Führung weiter abzusichern. Nach seinen bisherigen Auftritten in den Bergen spricht wenig dafür, dass er an diesem Tag größere Zeit einbüßen wird.

Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) hat in diesem Jahr sogar schon ein Einzelzeitfahren gewonnen – bei der Baskenland-Rundfahrt. Das wellige Profil dürfte ihm besser liegen als ein völlig flacher Kurs. Entscheidend wird sein, wie viel Energie die vergangenen Bergetappen gekostet haben. Gelingt es Seixas, Zeit auf Del Toro und Ayuso  gutzumachen, wäre das ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Spitzenplatzierung in Paris.

Neben den Klassementfahrern gibt es mehrere Spezialisten, die unabhängig von ihrer Gesamtplatzierung um den Tagessieg fahren können. Filippo Ganna (Netcompany Ineos) zählt trotz des anspruchsvollen Profils zu den ersten Namen. Der Italiener verfügt über enorme Motorleistung und gehört seit Jahren zu den besten Zeitfahrern der Welt. Je besser er die beiden längeren Anstiege bewältigt, desto größer werden seine Chancen auf den Etappensieg.

Joshua Tarling (Netcompany Ineos) ist ein weiterer Spezialist, den man unbedingt auf der Rechnung haben muss. Der junge Brite gehört zu den stärksten Zeitfahrern seiner Generation und kann auf einem 26 Kilometer langen Kurs seine enorme Leistung optimal einsetzen. Das hügelige Profil macht die Aufgabe zwar anspruchsvoller als ein klassisches Flachzeitfahren, nimmt ihm aber keineswegs die Siegchance.

Der Dritte im Netcompany Ineos-Bunde ist Thymen Arensman Einer de stärksten Zeitfahrer unter den Klassementfahrern. Bei der Tour fährt er allerdings nicht mehr um eine gute Platzierung im GC und könnte daher, relativ erholt, auf der 16. Etappe noch einmal alles rausholen und für eine Überraschung sorgen. Wenn alles gut läuft, könnte Top fünf beziehungswese drin sein.

Startliste des Einzelzeitfahrens – 16. Etappe Tour de France 2026

Wertungen der 16. Etappe der Tour de France 2026

Zwischenzeiten
L’X (609 m) | Rennkilometer 4,8
Côte de Larringes (799 m) | Rennkilometer 9,7
Thonon-les-Bains – Bords de Dranse (447 m) | Rennkilometer 18,1

Bergwertungen
Côte de Larringes (799 m) | 2. Kategorie | 9,7 km mit 4,3 % | Rennkilometer 9,7

TV-Tipp: 16. Etappe der der Tour de France 2026 live im Fernsehen

Ab 12:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 16. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS