Start Profi-Sport Vorschau 18. Etappe Vuelta a España 2026: Einzelzeitfahren nach Jerez

Vorschau 18. Etappe Vuelta a España 2026: Einzelzeitfahren nach Jerez

Übersicht

18. Etappe | 10. September | El Puerto de Santa María – Jerez de la Frontera | 32,1 km | Einzelzeitfahren

Drei Tage vor Ende der Vuelta a España 2026 steht mit dem 32 Kilometer langen Einzelzeitfahren von El Puerto de Santa María nach Jerez de la Frontera eine der wichtigsten Prüfungen im Kampf um das Rote Trikot an. Anders als beim kürzeren und sehr technischen Auftaktzeitfahren in Monaco ist auf der 18. Etappe vor allem hohe Dauerleistung gefragt. Der Parcours ist relativ flach, lediglich kleinere Wellen unterbrechen die schnelle Strecke. Insgesamt sind es nur 217 Köhenmeter.

Die Distanz ist mit den 32,1 Kilometern lang genug, um Minutenabstände zwischen den Klassementfahrern zu ermöglichen.  Gerade starke Einzelzeitfahrer unter den GC-Favoriten wie Primož Roglič können hier viel Zeit gutmachen.

Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Wind. El Puerto de Santa María liegt unmittelbar an der Bucht von Cádiz, und die Strecke führt zunächst durch relativ offenes Gelände Richtung Jerez.  Wie stark dieser Einfluss tatsächlich wird, lässt sich noch nicht seriös prognostizieren. Gerade bei einem Einzelzeitfahren kann eine Änderung der Windstärke oder -richtung im Laufe des Nachmittags jedoch Unterschiede verursachen.

Das betrifft auch die Klassementfahrer. Sie starten aufgrund der umgekehrten Reihenfolge der Gesamtwertung spät und können deshalb andere Bedingungen vorfinden als Spezialisten, die deutlich früher von der Rampe rollen.

Doch entschieden ist die Vuelta nach diesem Tag keineswegs.  Einen Tag später geht es über 210 Kilometer zur Bergankunft auf Peñas Blancas, anschließend folgt die Königsetappe zum Collado del Alguacil.

Strecke der 18. Etappe der Vuelta a España 2026

Start des zweiten Einzelzeitfahrens der Vuelta a España 2026ist die Plaza de Toros in El Puerto de Santa María. Für die Hafenstadt an der Bucht von Cádiz ist es der erste Etappenstart in der Geschichte der Vuelta. Von dort führt die Strecke zunächst aus dem Stadtgebiet hinaus nordöstlich in Richtung Jerez de la Frontera.

Lediglich die ersten 2,5 Kilometer sind etwas technisch, danach können di Profis Richtung Fahrt aufnehmen. Bei Kilometer 6,2 geht es rechts in Richtung El Portal. Der erste Abschnitt bietet damit zwar längere Passagen, auf denen die Fahrer Geschwindigkeit aufnehmen können. Die erste offizielle Zwischenzeit wird nach 11,7 Kilometern genommen. Wenig später, bei Kilometer 12,8, passieren die Profis El Portal und fahren anschließend in Richtung Yeguada de la Cartuja.

Dieser Mittelteil ist topfeben und dürfte den Spezialisten besonders entgegenkommen.  Bei Kilometer 19,3 folgt ein weiterer Kreisverkehr, kurz darauf wird Lomopardo passiert. Danach steigt die Stecke ganz leicht an. Nach 22,1 Kilometern erreichen die Profis die zweite offizielle Zwischenzeit an einer kleinen Welle. Danach passiert die Profis bei Kilometer 23,7 Estella del Marqués. Anschließend führt sie endgültig in Richtung Jerez de la Frontera.

Die letzten knapp zehn Kilometer bis nach Jerez verlaufen minimal ansteigend. Auf den letzten rund fünf Kilometern nimmt die Zahl der Kreisverkehre. Bei Kilometer 27,7 führt der Kurs über die Avenida La Granja, anschließend über die Avenida José Manuel Caballero Bonald, Avenida de la Pepa und Avenida Voltaire. 2,1 Kilometer vor dem Ziel geht es links auf die Avenida Andalucía. In Jerez selbst gibt es aber innerhalb der letzten fünf Kilometer lediglich zwei große Richtungsänderungen.

Karte der 18. Etappe der Vuelta a España 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Rotes Trikot

Für den Etappensieg führt der Weg über Ethan Hayter (Soudal Quick-Step). Der britische Zeitfahrmeister verpasste den Sieg beim 9,4 Kilometer langen Auftakt in Monaco nur um neun Hundertstelsekunden. Dass Hayter auch auf längeren Strecken konkurrenzfähig ist, zeigte er im Juni bei den britischen Meisterschaften auf einem 38,4 Kilometer langen flachen Kurs.

Zu den Spezialisten gehört auch Stefan Küng (Tudor Pro Cycling Team). Der Schweizer verpasste wegen eines Oberschenkelbruchs einen großen Teil der Saison, meldete sich aber im August mit einem Zeitfahrsieg bei der Polen-Rundfahrt zurück. Die langen Geraden der 18. Etappe entsprechen dagegen deutlich stärker seinem Profil als klassischer Zeitfahrer.

Auch Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) gehört auf diesem Kurs zum engeren Favoritenkreis. Der Belgier bringt für ein flaches Zeitfahren über gut 30 Kilometer sowohl die nötige Leistung als auch viel Erfahrung mit. Fährt Van Aert jedoch voll auf Ergebnis, ist ihm eine Top-Platzierung zuzutrauen.

Zum erweiterten Kreis zählen auch Bruno Armirail (Team Visma | Lease a Bike), Finn Fisher-Black (Red Bull-BORA-hansgrohe) sowie Ivo Oliveira und Joao Almeida (beide UAE Team Emirates-XRG). Ob Fahrer wie Iván Romeo und Pablo Castrillo (beide Movistar) oder Oscar Chamberlain und Léo Bisiaux (beide Decathlon CMA CGM) voll fahren dürfen, entscheidet die Teamorder. Denn sie werden von ihren Leadern in den nächsten Tagen noch gebraucht. 

Eine besondere Rolle spielt Primož Roglič (Red Bull-Bora-Hansgrohe). Der Slowene, Olympiasieger in Tokio 2021 in diese Disziplin, fährt nicht nur um den Etappensieg, sondern vor allem ums Gesamtklassement. Vor der 18. Etappe liegt er als Dritter 2:10 Minuten hinter Enric Mas (Movistar Team), aber nur vier Sekunden hinter Felix Gall (Decathlon CMA CGM). Roglič verfügt über die Erfahrung sowie die Qualitäten, um auf einem solchen Kurs weit vorne zu landen. 

Startliste des Einzelzeitfahrens

Zwischenzeiten der 18. Etappe der Vuelta a España 2026

1. Zwischenzeit | Rennkilometer 11,7
2. Zwischenzeit | Rennkilometer 22,1

TV-Tipp: 18. Etappe der Vuelta a España 2026 im Fernsehen

Ab 14:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 18. Etappe der Vuelta a España 2026 live im Free-TV.

Grafiken: © Unipublic