Die ersten drei Etappen der Tour de France 2027 führen durch Großbritannien und stehen bereits fest. Für den weiteren Verlauf der Tour de France 2027 gibt es Gerüchte, die auf Etappen in der Normandie, der Bretagne sowie ein Zeitfahren zwischen den Loire-Schlössern hindeuten. Der Grand Colombier in den Alpen könnte früh die Profis fordern, die Pyrenäen in der Schlusswoche letztendlich über Gelb entscheiden. Bis zur offiziellen Präsentation sind es nur noch wenige Tage. Am 22. Oktober präsentiert Rennveranstalter A.S.O. den offiziellen Parcours. Bis dahin liefern lokale Medien, die Webseite Velowire, Aussagen von Verantwortlichen und Bewerbungen möglicher Etappenorte Anhaltspunkte. wo sich Grand Boucle 2027 entlangschlängelt.
Grand Depart 2027 in Großbritannien
Die Tour beginnt am Freitag, 2. Juli, mit einer 184 Kilometer langen Etappe von Edinburgh nach Carlisle. Durch die Scottish Borders führt die Strecke von Schottland nach England. Mit der Côte de Melrose ist nur ein kategorisierter Anstieg vorgesehen. Das Finale bietet den Sprintern damit gute Aussichten, sich neben dem ersten Tagessieg auch das Gelbe Trikot zu sichern.
Einen Tag später geht es über 223 Kilometer von Keswick nach Liverpool. Schon der Start im Lake District deutet an, dass diese Etappe mehr verlangt als einen schnellen Sprint. Fünf kategorisierte Anstiege stehen auf dem Programm. Das flachere Finale könnte dennoch den endschnellen Fahrern entgegenkommen – vorausgesetzt, sie überstehen die Schwierigkeiten zuvor.
Die dritte Etappe führt am 4. Juli über ebenfalls 223 Kilometer von Welshpool nach Cardiff. Nach vergleichsweise ruhigen ersten 80 Kilometern wird die Strecke anspruchsvoller. Zu den Schwierigkeiten gehören Epynt mit 3,7 Kilometern bei durchschnittlich 7,9 Prozent sowie die Côte de Caerphilly. Deren zwei Kilometer steigen im Schnitt mit 8,1 Prozent an; bis Cardiff bleiben anschließend nur noch rund zwölf Kilometer.
Damit könnte Wales bereits die erste Prüfung für die Klassementfahrer liefern. Ob die Anstiege ausreichen, um zwischen den Favoriten Zeitabstände zu schaffen, hängt allerdings auch von der Fahrweise ab. Eine reine Angelegenheit für die Sprinter dürfte der Tag kaum werden.
Diese Streckendetails sind vom Veranstalter veröffentlicht. Für die anschließenden Etappen auf französischem Boden fehlt die offizielle Bestätigung noch.
Nach dem frühen Ruhetag „Restart“ in der Normandie?
Nach dem für den 5. Juli vorgesehenen Transfer- und Ruhetag könnte Cherbourg-en-Cotentin der erste Startort der Tour auf französischem Boden sein. Anschließend könnte das Peloton in die Bretagne fahren. Le Télégramme und Ouest-France berichteten über eine Ankunft in Plumelec mit dem Ziel an der Côte de Cadoudal und einen Start am Folgetag in Vannes.
Erstes Zeitfahren in der Loire?
Nach einer möglichen Etappe von Vannes nach Angers könnte am 9. Juli ein erster wichtiger Kampf der Klassementfahrer im Mittelpunkt stehen: Die 7. Etappe könnte ein Einzelzeitfahren von Blois über Cheverny nach Chambord werden.
Allerdings bleiben wichtige Fragen offen. Weder die Länge noch der genaue Verlauf sind bekannt.
Grand Colombier: Die erste Bergankunft der Tour 2027?
Über das Burgund mit dem Etappenort Le Creusot könnten die Fahrer noch in der ersten Tour-Woche erstmals Gebirge erreichen. Am 11. Juli könnte der Grand Colombier im Jura Bergankunft und Etappenziel der 9. Etappe sein, so Le Progrès. Als möglicher Startort dieser ersten Bergetappe ist Villars-les-Dombes im Gespräch.
Alpen: WM-Generalprobe an der Côte de Domancy?
Für die Alpen nennen die regionalen Medien eine Etappe von Annecy nach Sallanches am 13. Juli sowie Cluses–Les Saisies am französischen Nationalfeiertag. Welche Pässe dazwischenliegen und wie schwer die Zielankunft in Les Saisies ausfallen könnte, ist noch offen.
Ein interessanter Baustein könnte die Côte de Domancy sein. Le Dauphiné Libéré berichtete bereits im Juli über eine mögliche Passage als Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaften in Haute-Savoie.
Deutlich vorsichtiger muss inzwischen die mögliche Rückkehr zum Col du Granon betrachtet werden. Auch Samoëns 1600 ist im Gespräch.
Nach den Alpen könnte die Tour nach Südwesten führen. Le Dauphiné nennt eine Etappe von Chambéry nach Valence und einen anschließenden Start in Aubenas. Für den 17. Juli wird über eine Ankunft in Mende mit der Montée Laurent-Jalabert berichtet. Danach ist ein Evergreen Rodez–Albi im Gespräch.
Die mögliche Richtung passt damit in das bisherige Streckenbild.
Toulouse: Noch ein Zeitfahren vor den Pyrenäen?
In Toulouse und Umgebung könnten die Teams den letzten Ruhetag von der finalen Tour-Woche verbringen. Im Anschluss könnte am 19. Juli ein Einzelzeitfahren stattfinden, berichteten mehrere Medien übereinstimmend.
Die Entscheidung um den Tour-Sieg 2027 könnte in den Pyrenäen fallen. Besonders anspruchsvoll klingt eine mögliche Etappe von Pau zum Col du Portet. Die Königsetappe dieser Frankreich-Rundfahrt könnte mit etwas Phantasie über Hourquette d’Ancizan oder den Col du Portet sowie Aubisque und Tourmalet verlaufen. La Nouvelle République des Pyrénées schrieb bereits im Sommer über eine mögliche Variante.
Paris: Montmartre bleibt offenbar Teil der Finaletappe
Über die Final-Etappe in Pars wurde zuletzt am heftigsten spekuliert. Bleibt der Anstig Montmartre Teil des Parcours oder nicht? Nachdem es 2026 fast zu einem Sprint Royal gekommen wäre, scheint eigentlich nicht dagegen zu sprechen, einen ähnlichen Etappenverlauf auch 2027 zu designen.
Am 22. Oktober wird sich zeigen, wie viele der Gerüchte sich tatsächlich bewahrheiten – und welche Überraschungen Rennveranstalter A.S.O. noch in petto hat.
Illustration: KI-generiert
