Katusha Alpecin-Profi Ian Boswell über die Faszination des Gravel-Bikens

Der US-amerikanische Team Katusha Alpecin-Profi Ian Boswell verrät im Interview, was ihn am Gravel-Biking so fasziniert und warum er schon ein eigenes Gravel-Event veranstaltet hat.

Der Arbeitsplatz von Ian Boswell ist eigentlich die Straße. Der Radprofi, der seit 2018 für das Team Katusha Alpecin fährt, tritt normalerweise bei den Rundfahrten an. In seiner neuen Heimatstadt Peacham im amerikanischen Bundesstaat Vermont wechselte Boswell nun aber nicht nur das Rad, sondern auch seine Rolle: Er organisierte vergangenen Herbst mit dem „Peacham Fall Fondo“ ein Gravel-Race. Bei dem Event, das über rund 70 Kilometer und 1300 Höhenmeter verlief, startete der kletterstarke Profi an der Seite von mehr als 180 Hobbysportlern.

Ian, wie kommt ein Radprofi dazu, ein Gravel-Event zu organisieren?
Ich wollte etwas machen, das die Radsport-Community fördert. Etwas, bei dem Menschen zusammenkommen. Und da es dort, wo ich lebe, fast nur Gravel-Straßen gibt, und deshalb die meisten Leute entweder ein Mountainbike oder ein Gravel-Bike besitzen, war die beste Möglichkeit. Zudem fahre ich Rennen seitdem ich zwölf Jahre alt bin und empfand es immer als sehr komfortabel und privilegiert. Natürlich leide ich im Rennen, aber ansonsten wird ja alles für uns organisiert wie beispielsweise Hotels, Essen, Massage. Ich hatte auch das Bedürfnis, anderen mit dem Fall Fondo ein bisschen von diesem Komfort weiterzugeben.

Worin liegt für Dich die Faszination des Gravelns?
Es ist noch gar nicht so lange her, als Radfahren auf der Straße und Offroad streng getrennt waren. Mit dem Gravel-Biken hat sich das geändert. Man kann neue Wege erkunden, mit weniger Verkehr. Man ist ähnlich schnell unterwegs wie auf dem Rennrad, aber mit dem Abenteuer und dem Gefühl wie beim Mountainbiken. Auch der Wettkampfcharakter ist weniger stark ausgeprägt. Der Fokus liegt auf Spaß und darauf, es zu schaffen. Beim Graveln können Fahrer der unterschiedlichsten Leistungsstufen zusammen die Freude am Fahren genießen. Es ganz einfach mehr um die Gemeinschaft, mehr um das Zusammen-Rad-fahren .

Inwiefern baust Du das Gravel-Biking in Dein Training ein?
Wenn ich zuhause in USA bin, fahre ich fast nur auf Gravel. Es gibt dort ja größtenteils nur geschotterte Straßen. Aber der Bodenbelag ist fest und es fährt sich schnell darauf, so dass ich so gut wie keinen Unterschied zu asphaltierten Straßen bemerke.

Ian Boswell bei seinem eigenen Gravel-Event Pecham Fall Fondo

Wäre es für dich denkbar, einmal bei einem Gravel-Rennen zu starten?
Ich habe nicht so oft die Gelegenheit, einfach nur aus Spaß an der Freude Rad zu fahren. Aber ich habe es sehr genossen, an meinem Fall Fondo mitzufahren, da ich schon nach ein paar Kilometern mit anderen im Gespräch Fahrern war. Tatsächlich werde ich aber wahrscheinlich dieses Jahr nochmal bei einem Gravel-Rennen mitfahren – dem Waffle Ride im Mai in Südkalifornien.

Was gefällt Dir an Deinem Gravel-Bike, dem Grail von Canyon, am besten?
Die breiten Reifen – damit kann ich richtig schnell durch die Kurven fahren.

Fotos: Ansel Dickey

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