Jakob Omrzel (Bahrain Victorious) hat die 12. Etappe der Vuelta a España 2026 gewonnen. Der 20 Jahre alte Slowene setzte sich nach 166,6 Kilometern von Vera hinauf zur Bergankunft Observatorio Astronómico de Calar Alto aus einer großen Ausreißergruppe durch und feierte bei seiner ersten Grand Tour seinen ersten Etappensieg. Urko Berrade (Equipo Kern Pharma) wurde mit 1:56 Minuten Rückstand Zweiter, Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) belegte 2:13 Minuten hinter seinem Teamkollegen Rang drei.
Enric Mas (Movistar) zeigte sich erneut stark. Der Spanier attackierte am Schlussanstieg rund elf Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe der GC-Favoriten heraus und konnte sich absetzen. Mas nahm Primož Roglič sowie Felix Gall weitere 27 Sekunden ab.
Omrzel konnte in der Gesamtwertung auf Rang sechs vorrücken.
So verlief die die 12. Etappe der Vuelta a España 2026
Von Beginn an wurde auf der ersten Etappe in Andalusien aggressiv gefahren. Schon am Alto del Cabecico, der ersten von insgesamt fünf Bergwertungen, gab es zahlreiche Attacken. Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) nutzte den Anstieg, um Punkte zu sammeln, und überquerte die Bergwertung vor Santiago Buitrago. Beide setzten sich kurzzeitig vom Feld ab, wurden anschließend aber wieder eingeholt.
Auch danach setzte sich zunächst keine Gruppe entscheidend ab. Alexey Lutsenko (NSN Cycling Team), Axel Laurance (Netcompany Ineos) und Ramses Debruyne (Alpecin-Premier Tech) gehörten zu den nächsten Fahrern, die einige Sekunden Vorsprung herausfuhren. Dahinter blieb das Tempo allerdings hoch und zahlreiche Profis versuchten, nach vorne zu gelangen.
Große Ausreißergruppe mit Omrzel, Almeida und Van Aert
Schließlich entstand eine große Spitzengruppe mit 27 Fahrern. Darin vertreten waren unter anderem João Almeida, Kevin Vermaerke und Ivo Oliveira (alle UAE Team Emirates-XRG), Pablo Castrillo und José Joaquín Rojas Arcas (Movistar), Van Aert, Léo Bisiaux (Decathlon CMA CGM), Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5), Jack Haig und Laurance (beide Netcompany INEOS), Pello Bilbao, Buitrago und Omrzel (alle Bahrain Victorious), Lennard Kämna (Lidl-Trek), Lutsenko, Mauri Vansevenant (Soudal Quick-Step), Tobias Halland Johannessen, Andreas Kron und Andreas Leknessund (alle Uno-X Mobility), Luke Tuckwell (Red Bull-BORA-hansgrohe) sowie Berrade.
Mit Omrzel befand sich zugleich ein für die Gesamtwertung interessanter Fahrer in der Flucht. Der Slowene war als Zehnter mit 8:05 Minuten Rückstand auf Mas gestartet. Movistar übernahm deshalb im Peloton die Kontrolle, ließ die Gruppe aber zunächst ziehen. Ihr Vorsprung wuchs im weiteren Verlauf auf rund sechs Minuten an.
Almeida zerlegte die Spitzengruppe am Velefique
Auf dem Alto de Velefique, der zweitletzten Steigung des Tages, begann die Selektion. Der 13,1 Kilometer lange Anstieg der 1. Kategorie führte im Schnitt mit 7,2 Prozent bergauf. In der Spitzengruppe übernahm zunächst João Almeida die Arbeit und setzte ein derart hohes Tempo, dass immer mehr Ausreißer zurückfielen. Später erhöhten Pello Bilbao und Buitrago die Geschwindigkeit. Gemeinsam mit Lutsenko, Bisiaux, Vermaerke, Haig, Berrade und Tuckwell setzten sie sich von den übrigen Ausreißern ab. Gleichzeitig verschärfte auch Movistar im Feld das Tempo. Die Gruppe der Klassementfahrer wurde immer kleiner.
Fünf Kilometer vor der Bergwertung setzte in der GC-Gruppe Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) die erste Attacke. Der Ecuadorianer konnte sich rund 30 Sekunden von Mas und den übrigen Favoriten lösen. Movistar reagierte jedoch mit Iván Romeo. Der Spanier fuhr die Lücke Stück für Stück zu und brachte Carapaz noch vor der Passhöhe wieder zurück.
Auch vorne wurde weiter attackiert. Omrzel löste sich gemeinsam mit Bisiaux kurzzeitig aus der Spitzengruppe. Der Franzose beteiligte sich allerdings kaum an der Führungsarbeit, sodass die Verfolger noch vor dem Gipfel wieder herankamen. Buitrago sicherte sich schließlich die zehn Bergpunkte am Alto de Velefique vor Lutsenko.
Vier Fahrer kämpften am Calar Alto um den Etappensieg
Nach der Abfahrt begann 16,9 Kilometer vor dem Ziel der Schlussanstieg zum Calar Alto. Die verbliebenen Ausreißer gingen mit rund fünf Minuten Vorsprung in den Anstieg. Buitrago machte vorne erneut Tempo. Berrade konnte ihm folgen, ebenso Omrzel und Bisiaux. Dahinter übernahm Decathlon CMA CGM die Kontrolle über die Gruppe der Favoriten. Deren hohes Tempo brachte unter anderem Mattias Skjelmose (Lidl-Trek) und Sepp Kuss (Visma | Lease a Bike) früh in Schwierigkeiten.
13 Kilometer vor dem Ziel bestand die Gruppe der wichtigsten Klassementfahrer nur noch aus Mühlberger, Gall, Mas, Roglič, Onley und Carapaz. Dann eröffnete Gall den Kampf um die Gesamtwertung. Der Österreicher attackierte und konnte zunächst nur Mas und Roglič mitnehmen. Onley musste abreißen lassen.
Vorne hatte Buitrago seine Arbeit inzwischen beendet. Omrzel und Berrade setzten sich gemeinsam ab und distanzierten Bisiaux. Wenig später, rund zwölf Kilometer vor dem Ziel, griff Omrzel selbst an. Der 20-Jährige ließ Berrade hinter sich und fuhr von diesem Moment an allein Richtung Calar Alto.
Während Omrzel seinem bislang größten Karriereerfolg entgegenfuhr, kam es hinter ihm zur wichtigsten Szene für die Gesamtwertung. Rund elf Kilometer vor dem Ziel beschleunigte Mas. Roglič und Gall konnten nicht reagieren. Der Mann im Roten Trikot setzte sich schnell deutlich ab.
Ganz vorne war der Etappensieg zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Omrzel hielt seinen Vorsprung souverän und erreichte allein das Observatorium auf 2153 Metern Höhe. Berrade folgte erst 1:56 Minuten später und sicherte sich Rang zwei. Buitrago komplettierte mit 2:13 Minuten Rückstand als Dritter den starken Tag von Bahrain Victorious.
Mas erreichte das Ziel als Sechster mit 2:56 Minuten Rückstand auf den Tagessieger. Gall, Roglič und Carapaz kamen gemeinsam 27 Sekunden nach Mas ins Ziel und belegten die Plätze sieben bis neun.
Mas baut Vorsprung auf Roglič auf 1:45 Minuten aus
Mas war neben Omrzel der große Gewinner des Tages. Vor der Etappe hatte der Spanier 1:18 Minuten vor Roglič und 1:39 Minuten vor Gall gelegen. Durch seinen Angriff vergrößerte er beide Abstände um weitere 27 Sekunden. Nach zwölf Etappen führt der Movistar-Kapitän nun mit 1:45 Minuten Vorsprung vor Roglič. Gall liegt als Dritter 2:06 Minuten zurück.
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