Matthew Brennan (Visma | Lease a Bike) hat die 11. Etappe der Vuelta a España 2026 gewonnen. Nach 153,8 Kilometern von Cartagena nach Lorca setzte sich der 21 Jahre alte Brite im Sprint vor Bryan Coquard (Cofidis) und Jordi Meeus (Red Bull-Bora-Hansgrohe) durch. Wout van Aert bereitete seinem Teamkollegen den Sprint auf den letzten Metern nahezu perfekt vor. Für Brennan war es nach seinen Erfolgen auf der 2. und 5. Etappe bereits der dritte Tagessieg bei seiner ersten Grand Tour. Enric Mas (Movistar) verteidigte das Rote Trikot.
So verlief die 11. Etappe der Vuelta a España 2026
Unmittelbar nach dem Start bildete sich die Ausreißergruppe des Tages. Domen Novak (UAE Team Emirates-XRG), Alessandro Covi (Jayco-AlUla) und Ethan Hayter (Soudal Quick-Step) setzten sich ab. Wenig später schloss Sinuhé Fernández (Burgos Burpellet-BH) zum Trio auf. Viel Raum erhielten die vier Fahrer allerdings nicht. Cofidis und Visma | Lease a Bike übernahmen früh die Nachführarbeit.
Knapp 100 Kilometer vor dem Ziel kam Bewegung ins Rennen. Auf windoffenen Straßen erhöhte sich das Tempo deutlich. Tudor Pro Cycling, Bahrain Victorious und XDS Astana gehörten zu den Teams, die versuchten, das Peloton über Windkanten auseinanderzureißen. Zeitweise fiel eine rund 30 Fahrer starke Gruppe zurück. Nach rund zehn Kilometern lief das Feld wieder zusammen. Die Tempoverschärfung bedeutete zugleich das Ende der ersten Fluchtgruppe: 93 Kilometer vor dem Ziel waren Novak, Covi, Hayter und Fernández wieder gestellt.
Ruhe kehrte nur kurz ein. Ethan Hayter startete 75 Kilometer vor dem Ziel einen weiteren Angriff. Diesmal schloss sich Larry Warbasse (Tudor Pro Cycling Team) dem Briten an. Das Duo konnte sich ungefähr 30 Sekunden Vorsprung erarbeiten.
Ethan Hayter gleich zwei Mal in Fluchtgruppen
Für Hayter lohnte sich der zweite Ausreißversuch zumindest beim Zwischensprint in Totana. Der Soudal-Quick-Step-Profi passierte die Wertung als Erster. Dahinter nutzte Van Aert die Gelegenheit, weitere Punkte für das Grüne Trikot zu sammeln. Der Belgier setzte sich aus dem Feld in Bewegung und nahm als Dritter des Zwischensprints 15 Punkte mit.
Lange konnten sich Hayter und Warbasse danach nicht mehr vorne halten. Mit dem Alto de Aledo wartete die einzige offizielle Bergwertung des Tages. Der Anstieg der 3. Kategorie führte über 9,5 Kilometer mit durchschnittlich 4,2 Prozent und wurde rund 30 Kilometer vor dem Ziel überquert.
Am Anstieg zum Alto de Aledo wurden die beiden Ausreißer eingeholt. Anschließend übernahm Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team das Kommando. Die Mannschaft erhöhte das Tempo deutlich.
Zwei Kilometer vor der Bergwertung attackierte Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team). Der Ire verschaffte sich einige Meter Vorsprung. Van Aert reagierte umgehend und sprang aus der Visma-Gruppe an Dunbars Hinterrad. Kurzzeitig lagen beide vor dem Feld.
Wout van Aert gewann Bergwertung
Weitere Fahrer versuchten nachzusetzen, sodass die Situation wieder zusammenlief. Van Aert blieb dennoch offensiv und beschleunigte kurz vor der Kuppe erneut. Der Belgier überquerte den Alto de Aledo als Erster und nahm damit die Bergpunkte mit.
Auch auf der folgenden Abfahrt blieb das Rennen unruhig. Mehrere Fahrer versuchten, sich aus dem reduzierten Peloton abzusetzen. Van Aert reagierte auf verschiedene Attacken und half damit, mögliche gefährliche Gruppen zu neutralisieren. Rund 25 Kilometer vor dem Ziel gelang es Visma | Lease a Bike schließlich, das Rennen wieder unter Kontrolle zu bringen.
Im unmittelbaren Finale eröffnete Brennan seinen Sprint knapp 200 Meter vor der Ziellinie. Der Brite zog aus dem Windschatten Van Aerts heraus und setzte sich sofort einige Meter ab. Coquard versuchte zu folgen, konnte die entstandene Lücke aber nicht mehr schließen. Auch Meeus kam auf den letzten Metern noch einmal auf, erreichte Brennan jedoch nicht mehr.
Nach 3:17:18 Stunden überquerte Brennan als Sieger die Ziellinie. Coquard wurde Zweiter, Meeus belegte Rang drei. Magnus Cort (Uno-X Mobility) sprintete auf den vierten Platz. Van Aert brachte nach seinem langen Lead-out selbst noch Rang fünf ins Ziel.
Im Kampf um den Gesamtsieg änderte sich auf der 11. Etappe nichts. Enric Mas erreichte Lorca sicher im Peloton und führt weiterhin mit 1:18 Minuten Vorsprung vor Primož Roglič. Felix Gall liegt mit 1:39 Minuten Rückstand auf Rang drei. Dahinter folgen Oscar Onley (Netcompany Ineos) mit 2:20 Minuten, Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) mit 3:26 Minuten und Mattias Skjelmose (Lidl-Trek) mit 3:55 Minuten.
Foto: Photonews.be
