Start Profi-Sport 10. Etappe Vuelta a España 2026: Tronchon siegt im chaotischen Finale

10. Etappe Vuelta a España 2026: Tronchon siegt im chaotischen Finale

Übersicht

Bastien Tronchon (Groupama-FDJ United) hat die 10. Etappe der Vuelta a España 2026 gewonnen. Der 24 Jahre alte Franzose setzte sich nach 184,7 Kilometern von Alcaraz nach Elche de la Sierra im Sprint vor Magnus Cort (Uno-X Mobility) und Thibau Nys (Lidl-Trek) durch. Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) wurde Vierter. Tronchon fing die beiden späten Angreifer Yevgeniy Fedorov (XDS Astana Team) und Xabier Mikel Azparren (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) erst wenige Meter vor dem Ziel ab und feierte seinen ersten Etappensieg bei einer Grand Tour. Enric Mas (Movistar) verteidigte das Rote Trikot.

So verlief die 10. Etappe der Vuelta a España 2026

Einen Tag nach dem ersten Ruhetag wartete auf die Profis eine Etappe mit offenem Ausgang. Drei Bergwertungen und fast 3000 Höhenmeter machten den Tagesabschnitt für die klassischen Sprinter anspruchsvoll, zugleich waren die Anstiege aber nicht schwer genug, damit die Klassementfahrer sich zeigen würden. Entsprechend umkämpft war zunächst die Bildung der Fluchtgruppe.

Nach rund 15 Kilometern konnten sich schließlich Enzo Paleni (Groupama-FDJ United), Michael Gogl (Alpecin-Premier Tech), Jasha Sütterlin (Jayco-AlUla), Fabian Weiss (Tudor Pro Cycling Team), Sinuhé Fernández (Burgos Burpellet-BH) und Iván Cobo (Equipo Kern Pharma) absetzen. Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility) machte sich wenig später allein auf die Verfolgung und schloss bei Rennkilometer 23 zu den sechs Spitzenreitern auf. Damit lagen sieben Fahrer vorne.

Visma und Cofidis kontrollierten die Ausreißer

Im Peloton übernahmen vor allem Visma | Lease a Bike und Cofidis die Nachführarbeit. Entsprechend wenig Spielraum bekam die Spitzengruppe. Ihr größter Vorsprung betrug lediglich 2:55 Minuten.

Paleni sammelte am Puerto del Peralejo die meisten Bergpunkte. An der zweiten Bergwertung, dem Puerto de Aýna, setzte sich Weiss durch. Auch den Zwischensprint in Hellín, rund 60 Kilometer vor dem Ziel, passierte der Schweizer als Erster. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Abstand der sieben Ausreißer nur noch rund eineinhalb Minuten.

Die Situation veränderte sich auf dem Weg zum letzten kategorisierten Anstieg. Rund 35 Kilometer vor dem Ziel forcierte Gogl auf einer nicht kategorisierten Steigung das Tempo der Spitzengruppe. Cobo, Dversnes und Paleni konnten zunächst folgen, Weiss schaffte wenig später noch einmal den Anschluss. Sütterlin und Fernández waren dagegen bereits vor dem Puerto de Socovos zurückgefallen.

Pedersen verlor am Puerto de Socovos den Anschluss

Auch im Peloton wurde das Rennen nun deutlich härter. Bereits am Fuß des Puerto de Socovos musste Mads Pedersen (Lidl-Trek) abreißen lassen. Der Däne, auf der 8. Etappe noch Zweiter hinter Coquard, war damit aus dem Kampf um den Tagessieg.

Gleichzeitig begannen die Attacken. Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) und Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) lösten sich aus dem Feld. Dunbar konnte seinen Begleiter wenig später abschütteln und versuchte, zu den verbliebenen Ausreißern aufzuschließen. Dahinter übernahm Visma wieder die Kontrolle.

An der Bergwertung hatten Paleni, Gogl, Dversnes und Cobo noch rund 30 Sekunden Vorsprung. 13 Kilometer vor dem Ziel setzten sich Gogl und Dversnes von ihren bisherigen Begleitern ab. Kurz darauf musste auch Gogl seinen norwegischen Mitstreiter ziehen lassen. Dversnes lag nun allein an der Spitze, doch hinter ihm gingen die Attacken weiter. Doch Decathlon CMA CGM führte das Feld mit hohem Tempo wieder heran. Als das Feld die Angreifer beinahe erreicht hatte, setzte Walter Calzoni (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) rund vier Kilometer vor dem Ziel noch einmal alles auf eine Karte.

Brennan fuhr für van Aert

Calzoni verschaffte sich einige Sekunden Vorsprung, doch Brennan übernahm im Feld persönlich die Verfolgung. Rund zwei Kilometer vor der Ziellinie stellte der Brite den Italiener. Spätestens jetzt war klar: Brennan verzichtete auf seine eigene Sprintchance und arbeitete für Van Aert.

Damit schien das Feld geschlossen in den Sprint zu gehen. Doch unter dem Teufelslappen Rouge gingen die Attacken weiter das. Yevgeniy Fedorov attackierte und setzte sich einige Meter ab. Xabier Mikel Azparren erkannte die Chance und sprang an dessen Hinterrad.

Zunächst nahm keine Mannschaft, die Verfolgung konsequent auf. Fedorov und Azparren konnten ihren kleinen Vorsprung deshalb bis weit auf die Zielgerade verteidigen.

Tronchon flog auf den letzten Metern an den Ausreißern vorbei

Noch 100 Meter vor dem Ziel sah es danach aus, als könnte der späte Angriff erfolgreich sein. Fedorov führte, Azparren wartete an seinem Hinterrad auf den Sprint. Doch aus dem dezimierten Feld kamen die schnellen Fahrer nun mit deutlich höherem Tempo heran.

Rund 50 Meter vor der Linie zog Tronchon an den beiden Angreifern vorbei. Der Franzose hatte seinen Sprint perfekt getimt und setzte sich schließlich nach 4:07:41 Stunden vor Magnus Cort und Thibau Nys durch.

Mas verteidigte die Gesamtführung

Für die Gesamtwertung hatte die hektische Etappe letztlich keine Folgen. Mas erreichte das Ziel sicher mit der ersten Gruppe und verteidigte seine Führung. Der Spanier liegt weiterhin 1:18 Minuten vor Primož Roglič (Red Bull-Bora-Hansgrohe). Felix Gall (Decathlon CMA CGM) folgt mit 1:39 Minuten Rückstand auf Rang drei.

Foto: Photonews.be