Start Profi-Sport Tour de France 2026: Ausreißer Pedersen gewinnt 4. Etappe in Foix

Tour de France 2026: Ausreißer Pedersen gewinnt 4. Etappe in Foix

Übersicht

Mads Pedersen (Lidl-Trek) hat die 4. Etappe der Tour de France 2026 im Sprint aus einer zehnköpfigen Ausreißergruppe gewonnen. Zweiter auf dem 181,9 Kilometer langen Tagesabschnitt von Carcassonne nach Foix wurde sein Teamkollege Quinn Simmons. Auf Rang drei landete Raul Garcia (Movistar). Tour-Neuling Ramses Debruyne (Alpecin-Premier Tech) kam ebenfalls in dieser Gruppe ins Ziel und wurde am Ende Fünfter. Torstein Træen (Uno-X Mobility) übernahm das Gelbe Trikot von Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG), da das Hauptfeld mit mehr als zehn Minuten Rückstand ins Ziel kam.

Sie alle gehörten zu einer großen Ausreißergruppe, die sich früh im Rennen bildete und zwischenzeitlich maximal 34 Fahrer umfasste. Am letzten Anstieg des Tages setzte sich daraus eine zehnköpfige Gruppe ab, in der drei Fahrer von Lidl-Trek vertreten waren.

Für Mads Pedersen war es der erste Saisonsieg und sein insgesamt dritter Tour-Etappensieg. Der Däne übernahm auch das Grüne Trikot des Punktbesten.

So verlief die 4. Etappe der Tour de France 2026

Die 4. Etappe der Tour de France 2026 ist zur ersten großen Chance für die Ausreißer geworden. Auf dem 181,9 Kilometer langen Teilstück von Carcassonne nach Foix bestimmte eine große Spitzengruppe früh das Rennen. Während das Feld um das Gelbe Trikot von Tadej Pogačar das Geschehen weitgehend kontrolliert, entwickelte sich vorne ein intensiver Kampf um Etappensieg, Punkte und möglicherweise auch um eine neue Situation in der Gesamtwertung.

Nach drei Tagen, in denen die Favoriten auf das Gesamtklassement bereits mehrfach gefordert waren, bot das wellige Profil im Südwesten Frankreichs ein anderes Szenario. Vier kategorisierte Anstiege standen auf dem Programm: der Col de Bedos, der Col du Paradis, der Col de Coudons und der Col de Montségur. Dazu kamen extreme Temperaturen, die das Rennen zusätzlich prägten. Kühlwesten, Eisstrümpfe und ein hoher Flüssigkeitsbedarf wurden zu zentralen Faktoren eines Tages, der sportlich wie körperlich an die Substanz ging.

Ausreißer prägen die Hitzeschlacht nach Foix

Schon die Anfangsphase zeigte, dass diese erste komplett auf französischem Boden ausgetragene Etappe der Tour 2026 ein Tag für die Ausreißer werden konnte. Zunächst löste sich rund 15 Kilometer nach dem Start eine etwa 15 Fahrer starke Gruppe um Mads Pedersen. Doch der Angriff war damit noch nicht abgeschlossen.

Aus dem langgezogenen Feld setzten immer weitere Fahrer nach, weitere Gruppen schlossen auf, sodass sich vorne zwischenzeitlich eine sehr große Spitzengruppe bildete. Zunächst war von rund 40 Fahrern die Rede, ehe sich die Rennsituation stabilisierte und die Gruppe offiziell mit 34 Fahrern geführt wurde. Eine weitere achtköpfige Verfolgergruppe um Bergtrikot-Träger Alex Baudin (EF Education-EasyPost) versuchte ebenfalls noch den Anschluss, kam aber nicht mehr heran.

In der 34 Fahrer starken Flucht waren schließlich 18 Teams vertreten. Zur Gruppe gehörten

  • Nico Denz und Jan Tratnik (beide Red Bull-Bora-Hansgrohe)
  • Mads Pedersen, Mathias Vacek und Quinn Simmons (alle Lidl-Trek)
  • Sean Quinn, Michael Valgren und Georg Steinhauser (alle EF Education-EasyPost)
  • Robert Stannard und Vlad Van Mechelen (beide Bahrain Victorious)
  • Kévin Vauquelin (Netcompany Ineos)
  • Pascal Eenkhoorn und Jasper Stuyven (beide Soudal-QuickStep)
  • ,Ramses Debruyne, Edward Planckaert und Jasper Philipsen (alle Alpecin-Premier Tech)
  • Michael Matthews (Jayco-AlUla)
  • Torstein Træen (Uno-X Mobility)
  • Biniam Girmay und Marco Frigo (beide NSN Cycling Team)
  • Pablo Castrillo, Raúl García Pierna und Nelson Oliveira (alle Movistar)
  • Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché)
  • Ion Izagirre und Alex Kirsch (beide Cofidis)
  • Quentin Hermans und Brent Van Moer (beide Q36.5-Pinarello)
  • Romain Grégoire und Ewen Costiou (beide Groupama-FDJ United)
  • Alexandre Delettre (TotalEnergies)
  • Frank van den Broek (Team Picnic PostNL)
  • Alex Molenaar und Joel Nicolau (beide Caja Rural-Seguros RGA).

Nicht vertreten waren nur Visma-Lease a Bike, UAE Team Emirates-XRG, Decathlon CMA CGM, XDS-Astana und Tudor Pro Cycling.

Für die Favoritenteams war damit früh klar, dass die Verantwortung nicht allein bei ihnen liegen würde. UAE Team Emirates-XRG kontrollierte im Feld zwar den Abstand, zeigte aber keine konsequente Absicht, die Flucht zurückzuholen. Das passte zum Charakter der Etappe: Nach drei intensiven Auftakttagen mit direkten Duellen der Klassementfahrer bot das wellige Teilstück durch das Katharerland und die Ariège eine Gelegenheit, Kräfte zu sparen. Für die Teams vorne dagegen war es die erste große Ausreißerchance dieser Tour.

Molenaar sammelte Bergpunkte, Girmay gewann den Zwischensprint

Den ersten Bergpreis des Tages am Col des Bedos holte sich Alex Molenaar. Auch am Col du Paradis setzte sich der Niederländer im Bergsprint durch und sammelte weitere Zähler für die Bergwertung. Kurz darauf rückte die einzige Sprintwertung des Tages in Quillan in den Fokus. Dort gewann Biniam Girmay den Zwischensprint aus der Flucht vor Jasper Philipsen und Mads Pedersen.

Nach dem Sprint änderte sich der Charakter des Rennens. Mit dem Col de Coudons begann der schwerere Teil der Etappe. Jan Tratnik und Mathias Vacek setzten sich aus der großen Gruppe ab, später schloss Alex Kirsch ( zu ihnen auf. Dahinter wurde die Spitzengruppe zunehmend selektiert. Girmay und Philipsen fielen zurück, mehrere Fahrer verloren in der Hitze und am langen Anstieg den Anschluss.

Zehn Fahrer blieben am Montségur vorn

Am Col de Montségur fiel schließlich die entscheidende Vorselektion. Movistar forcierte mit Pablo Castrillo und Raúl García Pierna mehrfach, EF Education-EasyPost hielt das Tempo hoch, und Lidl-Trek blieb mit mehreren Fahrern in der besten Position. Nach der Kuppe formierte sich vorne eine zehnköpfige Gruppe mit Ramses Debruyne , Torstein Træen, Marco Frigo, Pablo Castrillo und Raúl García Pierna, Mads Pedersen, Quinn Simmons und Mathias Vacek, Sean Quinn sowie Kévin Vauquelin.

Damit lag der Vorteil klar bei Lidl-Trek. Mit Pedersen, Simmons und Vacek hatte das Team gleich drei Fahrer in der entscheidenden Gruppe. Movistar versuchte, diese Überzahl mit Attacken von Castrillo und García Pierna aufzubrechen, doch Lidl-Trek kontrollierte die Vorstöße konsequent. Für Træen ging es parallel nicht nur um die Etappe, sondern auch um das Gelbe Trikot. Der Norweger war als bestplatzierter Fahrer der Flucht unterwegs und fuhr sich mit dem großen Vorsprung virtuell an die Spitze der Gesamtwertung.

Auf der Abfahrt und den letzten Kilometern nach Foix blieb die Gruppe zusammen. Pedersen, der den schwersten Teil der Etappe überstanden hatte, war im Sprint aus der kleinen Gruppe der klare Favorit. Lidl-Trek spielte diese Ausgangslage aus: Vacek und Simmons neutralisierten die Angriffe, Pedersen wartete auf den richtigen Moment und sprintete 300 Meter vor der Ziellinie zum Sieg. Für Lidl-Trek war es ein nahezu perfekter Tag — Etappensieg, Platz zwei, Grünes Trikot und eine dominante Vorstellung in der Fluchtgruppe.

Tageswertung der 4. Etappe der Tour de France 2026

PlatzFahrerTeamZeit/Rückstand
1Mads PedersenLidl-Trek4:10:45
2Quinn SimmonsLidl-Trekgleiche Zeit
3Raúl García PiernaMovistar Teamgleiche Zeit
4Marco FrigoNSN Cycling Teamgleiche Zeit
5Ramses DebruyneAlpecin-Premier Techgleiche Zeit
6Kévin VauquelinNetcompany Ineosgleiche Zeit
7Sean QuinnEF Education-EasyPostgleiche Zeit
8Torstein TræenUno-X Mobilitygleiche Zeit
9Pablo CastrilloMovistar Teamgleiche Zeit
10Mathias VacekLidl-Trekgleiche Zeit

Gesamtwertung nach der 4. Etappe

PlatzFahrerTeamGesamtzeit
1Torstein TræenUno-X Mobility13:02:46
2Sean QuinnEF Education-EasyPost+0:28
3Mathias VacekLidl-Trek+3:50
4Tadej PogačarUAE Team Emirates-XRG+7:53
5Jonas VingegaardTeam Visma |  Lease a Bike+7:53
6Ramses DebruyneAlpecin-Premier Tech+8:06
7Remco EvenepoelRed Bull-Bora-Hansgrohe+8:16
8Isaac del ToroUAE Team Emirates-XRG+8:17
9Juan AyusoLidl-Trek+8:20
10Paul SeixasDecathlon CMA CGM Team+8:41

Fotos: Photonews.be