Start Profi-Sport Vorschau Clásica San Sebastián 2026: Remco Evenepoel auf Rekordjagd

Vorschau Clásica San Sebastián 2026: Remco Evenepoel auf Rekordjagd

Übersicht

Nur sechs Tage nach der Finaletappe der Tour de France findet mit der Clásica San Sebastián 2026 das nächste World Tour-Rennen statt. Am Samstag, 1. August 2026, führt die Clásica San Sebastián über 221,1 Kilometer. Sieben kategorisierte Anstiege, die sich zu rund 4.150 Höhenmeter summieren machen die 45. Austragung zu einem der anspruchsvollsten Eintagesrennen im Rennkalender. Gegenüber 2025 wurde die Strecke um rund zehn Kilometer verlängert und um einen weiteren kategorisierten Anstieg ergänzt.

Start und Ziel befinden sich traditionell auf dem Boulevard im Zentrum von Donostia-San Sebastián. Titelverteidiger Giulio Ciccone trifft dort unter anderem auf den dreimaligen Sieger Remco Evenepoel. Mit Julian Alaphilippe und Marc Hirschi sind auch weiter ehemalige Sieger des baskischen Rennens am Start.

Streckencheck Clásica San Sebastián 2026: 221 Kilometer und sieben Anstiege an der Biskaya

Nach dem Start in San Sebastián führt die Strecke zunächst westwärts über Zarautz, Zumaia, Deba und Mutriku. Anschließend dreht der Kurs ins Landesinnere, ehe das Feld über Tolosa und Lezo in Richtung des entscheidenden Finales zurückkehrt.

Nach knapp 56 Kilometern beginnt mit dem Alto de Kalbario der erste kategorisierte Anstieg. Die Auffahrt ist lediglich 2,2 Kilometer lang, weist aber durchschnittlich acht Prozent Steigung auf. Kurz darauf folgt der Alto de Azkarate mit 4,2 Kilometern und durchschnittlich 7,3 Prozent.

Der Alto de Urraki bildet die erste längere Belastungsprobe. Auf 8,6 Kilometern steigt die Straße im Mittel mit 6,9 Prozent an. Anders als an den kurzen baskischen Rampen lässt sich dieser Anstieg nicht allein mit einem explosiven Kraftakt bewältigen. Ein hohes Tempo kann hier bereits dafür sorgen, dass die Kapitäne einen Teil ihrer Helfer verlieren. Danach wartet der 4,4 Kilometer lange und durchschnittlich 6,2 Prozent steile Alto de Alkiza.

Jaizkibel eröffnet das Finale

Rund 70 Kilometer vor dem Ziel erreicht das Feld den Anstieg zum Jaizkibel. Der Hausberg der Clásica ist 7,9 Kilometer lang und durchschnittlich 5,6 Prozent steil. Die Werte wirken im Vergleich zu den folgenden Bergen moderat, doch nach mehr als 150 Rennkilometern und mehreren vorausgegangenen Anstiegen kann bereits ein gleichmäßig hohes Tempo hier zu einer großen Selektion führen.

Der Jaizkibel ist inzwischen weniger ein Anstieg für die entscheidende Attacke als vielmehr für ein Ausscheidungsrennen. Fahrer, die hier in Schwierigkeiten geraten, werden vor Erlaitz kaum wieder in eine aussichtsreiche Position zurückkehren. Zudem wird die schnelle und technisch anspruchsvolle Abfahrt das Feld weiter auseinanderziehen.

Unmittelbar danach folgt mit Erlaitz der härteste längere Anstieg des Finales. Die 3,8 Kilometer weisen durchschnittlich 10,6 Prozent auf. Hier können die Favoriten nicht mehr allein auf ihre Helfer vertrauen. Ein Fahrer mit starken Kletterqualitäten und guter Abfahrtstechnik kann bereits auf Erlaitz angreifen und versuchen, vor der letzten Rampe einen Vorsprung herauszufahren. Nach der Kuppe bleibt noch eine längere Passage bis zum letzten Anstieg, auf der eine gut organisierte Verfolgergruppe wieder herankommen kann.

Finale Entscheidung am Murgil-Tontorra

Die letzte große Schwierigkeit ist der Murgil-Tontorra. Mit 2,1 Kilometern und durchschnittlich rund zehn Prozent entspricht er dem klassischen Profil einer baskischen Schlussrampe: kurz, unregelmäßig und steil genug, um auch ein bereits stark reduziertes Feld auseinanderzureißen. Etwa acht bis neun Kilometer bleiben nach der Kuppe noch bis zum Ziel.

Giulio Ciccone setzte hier 2025 die entscheidende Attacke und verteidigte seinen Vorsprung auf der Abfahrt sowie auf dem Rückweg nach San Sebastián. Wer am Murgil eine kleine Lücke reißt, besitzt gute Chancen, sie bis zum Boulevard zu retten.

Entschieden ist das Rennen auf der Bergkuppe allerdings noch nicht. Die folgende Abfahrt in Richtung Igeldo und Ondarreta ist schnell und verlangt eine saubere Linienwahl. Anschließend führt die Strecke entlang der Bucht von La Concha zurück ins Zentrum. Kommt eine kleine Gruppe gemeinsam nach San Sebastián, wird neben den Kletterqualitäten auch die Endschnelligkeit wichtig. Fahrer mit einem starken Sprintvermögen können sich daher darauf beschränken, die Attacken an Murgil zu beantworten – während weniger explosive Konkurrenten bereits auf Erlaitz oder spätestens am Beginn des Schlussanstiegs offensiv fahren müssen.

Favoriten auf den Sieg bei der Clásica San Sebastián 2026

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