18. Etappe | 23. Juli | Voiron – Orcières-Merlette | 185,2 km
Nach dem Start in Voiron führt die Route zunächst in südöstlicher Richtung über Tullins-Fures, Saint-Quentin-sur-Isère, Noyarey und Sassenage zum ersten großen Anstieg des Tages. Nach rund 20 Kilometern beginnt die Straße anzusteigen. Die offizielle Auffahrt zur Côte d’Engins ist 11,4 Kilometer lang und durchschnittlich 5,4 Prozent steil. Die Bergwertung der 1. Kategorie liegt nach 36,7 Kilometern auf 854 Metern Höhe.
Auf der Passhöhe ist die Kletterpartie allerdings noch nicht beendet. Die Fahrer müssen weitere rund 15 Kilometer bergauf fahren, ehe sie Saint-Nizier-du-Moucherotte auf 1.172 Metern Höhe erreichen. Erst danach folgt eine längere Abfahrt über Seyssinet-Pariset zurück in Richtung der Agglomeration Grenoble und weiter nach Vif.
Über Saint-Georges-de-Commiers und Notre-Dame-de-Commiers erreichen die Profis nach etwas mehr als 80 Kilometern den zweiten großen Anstieg der Etappe: die Côte de Monteynard. Die Auffahrt zur Bergwertung der 2. Kategorie ist 9,7 Kilometer lang und durchschnittlich fünf Prozent steil. Ihre Kuppe wird bei Rennkilometer 92,2 auf 844 Metern Höhe überquert.
Nach der Bergwertung führt die Route über La Motte-d’Aveillans, La Festinière und La Mure weiter in Richtung der Côte des Terrasses. Der Anstieg der 3. Kategorie ist 3,4 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 6,6 Prozent auf. Die Bergwertung wird nach 112,8 Kilometern auf 836 Metern Höhe abgenommen.
Anschließend führt die Strecke weiter nach Corps, wo bei Rennkilometer 129,1 die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren wird. Danach erreichen die Profis das Département Hautes-Alpes. Über Chauffayer, Le Noyer und La Fare-en-Champsaur steigt die Straße über längere Abschnitte allmählich an.
Bevor es in den Schlussanstieg geht, müssen die Fahrer noch die Côte de Saint-Léger-les-Mélèzes bewältigen. Der Anstieg der 3. Kategorie ist lediglich 2,5 Kilometer lang, aber durchschnittlich 6,9 Prozent steil. Seine Kuppe liegt 19 Kilometer vor dem Ziel auf 1.237 Metern Höhe.
Nach einer kurzen Abfahrt nach Pont-du-Fossé verläuft die Straße zunächst weiter in Richtung Orcières. Erst dort beginnt die kategorisierte Schlusssteigung.
Orcières-Merlette: Bergankunft auf 1.825 Metern Höhe
Die finale Auffahrt nach Orcières-Merlette ist 7,1 Kilometer lang und durchschnittlich 6,7 Prozent steil. Das Ziel der Bergwertung der 1. Kategorie liegt auf 1.825 Metern Höhe in dem bekannten Wintersportort in den französischen Alpen.
Strecke der 18. Etappe der Tour de France 2026
Karte der 18. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 18. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot
Mit der 18. Etappe beginnt die entscheidende Phase der Tour de France 2026. Die ganz großen Pässe fehlen zwar, doch die vielen Höhenmeter summieren sich. Gleichzeitig wissen alle Mannschaften, dass mit den beiden Alpe-d’Huez-Etappen die schwersten Tage der gesamten Tour noch bevorstehen. Das könnte den Rennverlauf entscheidend beeinflussen.
Viele Klassementteams werden ihre verbliebenen Ressourcen sorgfältig einteilen wollen, während zahlreiche Bergfahrer ihre vielleicht letzte realistische Chance auf einen prestigeträchtigen Etappensieg aus einer Fluchtgruppe sehen.
Genau deshalb erscheint eine erfolgreiche Ausreißergruppe als realistisches Szenario. Die Etappe bietet genügend Möglichkeiten für starke Kletterer, ist aber nicht selektiv genug, damit die Favoritenteams den ganzen Tag kompromisslos kontrollieren.
Richard Carapaz – ein Kandidat für diese Etappe
Sollte die Fluchtgruppe um den Tagessieg kämpfen dürfen, gehört Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) zu den ersten Namen. Der Ecuadorianer zählt zu den erfahrensten Rundfahrtspezialisten des Feldes und hat während dieser Tour mehrfach seine Angriffslust gezeigt. Das Profil nach Orcières-Merlette kommt ihm entgegen. Die Schlusssteigung ist lang genug, um seine Kletterqualitäten auszuspielen. Mit Ben Healy und Alex Baudin verfügt das Team EF Education-EasyPost sogar über mehrere Optionen.
Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) gehört ebenfalls in den engsten Favoritenkreis. Der Norweger hat im Verlauf dieser Tour mehrfach bewiesen, dass er in anspruchsvollem Terrain konstant auf höchstem Niveau fahren kann. Orcières-Merlette dürfte ihm sogar etwas besser liegen als die extrem steilen Rampen des Plateau de Solaison. Kommt er mit einer starken Spitzengruppe an den Schlussanstieg, zählt er zu den Fahrern, die dort den Unterschied machen können.
Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) ist grundsätzlich ebenfalls ein idealer Kandidat für diese Etappe. Seine Kletterqualitäten, seine Fahrtechnik und seine Explosivität passen hervorragend zum Profil. Allerdings hängt seine taktische Freiheit unmittelbar von den anderen Teams ab, die einen Faher in unmittelbarer Nähe zu seiner Position im Gesamtklassement haben.
Auch Jordan Jegat (TotalEnergies) gehört nach seinen zahlreichen Ausreißerversuchen der vergangenen Tage erneut zu den Fahrern, die man auf diesem Terrain erwarten darf. Der Franzose hat mehrfach gezeigt, dass er lange Belastungen hervorragend verkraftet und selbst nach mehreren Stunden Rennzeit noch attackieren kann. Für TotalEnergies wäre ein Etappensieg in den Alpen der Höhepunkt dieser Tour.
Harold Tejada (XDS Astana Team), Sergio Higuita (XDS Astana Team), Michael Storer (Tudor Pro Cycling Team), Egan Bernal (Netcompany INEOS Cycling Team), Thymen Arensman (Netcompany INEOS Cycling Team), Einer Rubio (Movistar Team), Javier Romo (Movistar Team), Marco Frigo (NSN Cycling Team), Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) und Ben O’Connor (Team Jayco AlUla) gehören ebenfalls zu den Fahrern, die einen solchen Ausreißversuch erfolgreich beenden können.
Geben die Klassementeams den Ausreißern freie Fahrt?
Kommt es dagegen zu einem direkten Duell der Klassementfahrer, führt erneut kein Weg an Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG) vorbei. Der Slowene hat in den Bergen dieser Tour bislang den stärksten Eindruck hinterlassen und bewiesen, dass er sowohl auf explosiven als auch auf längeren Anstiegen kaum Schwächen zeigt. Orcières-Merlette besitzt zwar eine gleichmäßigere Charakteristik als Le Markstein oder das Plateau de Solaison, doch genau diese Vielseitigkeit macht Pogačar derzeit so gefährlich. Er kann sowohl früh reagieren als auch auf den letzten Kilometern beschleunigen.
Remco Evenepoel (Red Bull-BORA-hansgrohe) dürfte nach seinem starken Einzelzeitfahren mit viel Selbstvertrauen in die Alpen zurückkehren. Der Belgier hat seine Position als erster Verfolger im Gesamtklassement gefestigt und wird versuchen, den Abstand auf Pogačar möglichst klein zu halten. Gleichzeitig muss er Isaac del Toro (UAE Team Emirates XRG), Paul Seixas (Decathlon CMA CGM Team) und Juan Ayuso (Lidl-Trek) im Blick behalten, die ebenfalls um die Podiumsplätze kämpfen.
Wertungen der 18. Etappe der Tour de France 2026
Sprintwertungen
Corps | Rennkilometer 129,0
Bergwertungen
Côte d’Engins (854 m) | 1. Kategorie | 11,4 km mit 5,4 % | Rennkilometer 36,7
Côte de Monteynard (844 m) | 2. Kategorie | 9,7 km mit 5,0 % | Rennkilometer 98,6
Côte des Terrasses (836 m) | 3. Kategorie | 3,4 km mit 6,6 % | Rennkilometer 112,8
Côte de Saint-Léger-les-Mélèzes (1.237 m) | 3. Kategorie | 2,5 km mit 6,9 % | Rennkilometer 166,2
Orcières-Merlette (1.825 m) | 1. Kategorie | 7,1 km mit 6,7 % | Rennkilometer 185,2
TV-Tipp: 18. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen
Ab 12:15 Uhr überträgt Eurosport 1 die 18. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
