11. Etappe | 15. Juli | Vichy – Nevers | 161,3 km
Nach dem schweren Nationalfeiertag im Zentralmassiv mit sieben Bergwertungen und dem Finale in Le Lioran bietet die Tour de France 2026 den Sprintern wieder Gelegenheiten, um Etappensiege zu kämpfen. Zunächst auf der 11. Etappe von Vichy durch das Loire-Becken nach Nevers. Sie führt über 161,3 Kilometer und weist leilich zwei Bergwertung der 4. Kategorie auf. Die erste bereits sehr frühen im Rennen, die zweite knapp 40 Kilometer vor dem Ziel.
Vieles spricht für ein kontrolliertes Rennen und einen Sprint in Nevers. Die Ausreißer werden dennoch versuchen, den Tagesabschnitt zu nutzen, denn nach einem harten Bergtag ist nicht selbstverständlich, dass alle Sprintermannschaften gleichermaßen bereit sind, über viele Kilometer Verantwortung zu übernehmen.
Strecke der 11. Etappe der Tour de France 2026
Der Start erfolgt in Vichy. Vom berühmten Kurort aus verläuft die Strecke zunächst über Creuzier-le-Vieux nach Saint-Germain-des-Fossés und weiter nach Saint-Pourçain-sur-Sioule. Da bereits nach nur 12,2 die Sprintwertung der Etappe ausgefahren wird, könne die Sprinter-Teams im Feld bis dahin die Ausreißversuche ersticken. Hinter Saint-Pourçain-sur-Sioule führt die Route weiter über Billy zur ersten Bergwertung – der Côte de Billonnière.
Côte de Billonnière: Frühe Bergwertung
Der Anstieg de 4. Kategorie wird nach 27,8 Kilometern erreicht. Über einen Kilomter führt die Straße mit durchschnittlich 5,8 Prozent Steigung hinauf.Nach der Bergwertung wird die Strecke deutlich einfacher vom Terrain. Über Châtel-de-Neuvre führt der Parcours nach Moulins und Yzeure. Damit erreicht das Rennen nach knapp 60 Kilometern einen Abschnitt, der kaum topografische Schwierigkeiten bietet. Nach der Passage durch Moulins und Yzeure führt die Strecke weiter über Saint-Ennemond in Richtung Département Nièvre. Es folgen lange Kilometer auf überwiegend flachem bis leicht welligem Terrain. Über Decize und La Machine kommt das Rennen in das letzte Drittel der Etappe.
Mit der Côte de Billy-Chevannes wird die zweite und letzte Bergwertung des Tages nach 123,4 Kilometern erreicht. Der Anstieg der 4. Kategorie ist 1,4 Kilometer lang und durchschnittlich fünf Prozent steil.
Sprint-Finale in Nevers: Entscheidung auf breiter Zielgerade erwartet
Nach der Côte de Billy-Chevannes führt die Strecke über Saint-Benin-d’Azy, Saint-Jean-aux-Amognes und Guérigny in den Zielort Nevers. Auf den finalen 4.000 Metern gibt es keine größeren Richtungsänderungen. Die Zielgerade selbst liegt auf einer breiten Avenue am Messegelände und macht einen Bogen nach Rechts.
Karte der 11. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 11. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot
Der Topfavorit auf den Etappensieg ist Tim Merlier (Soudal Quick-Step). Der Belgier hat mit seinen Siegen in Bordeaux und Bergerac gezeigt, dass er in den Massensprints dieser Tour derzeit die Referenz ist. Seinem Kick und seiner Endgeschwindigkeit kann man nur schwer etwas entgegensetzen. Bemerkenswert ist dabei, dass er nicht zwingend den perfekten Sprintzug braucht. Auch aus einer nicht idealen Ausgangslage kann er spät noch enorm viel Geschwindigkeit aufnehmen. Genau das macht ihn in Nevers so gefährlich.
Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) zählt zu den wichtigsten Herausforderer – und ist zugleich der Fahrer, der auf dieser Etappe etwas beweisen muss. Der Belgier wartet noch auf seinen ersten Etappensieg bei dieser Tour. In den bisherigen Sprints war Alpecin-Premier Tech zwar präsent, doch Philipsen fehlte de entscheidende Punch. Hat Philipsen auf den letzten 200 Meter freie Bahn, ist er einer der schnellsten Fahrer.
Olav Kooij (Decathlon CMA CGM Team) gehört ebenfalls zum engeren Favoritenkreis. Der Niederländer hat bereits in Pau gewonnen und damit früh gezeigt, dass er diese Tour in Topform fährt. Auf den folgenden Sprintetappen musste er sich hinter anderen einordnen, doch das ändert nichts an seiner Klasse. Kooij ist explosiv, kann sich im Finale gut behaupten und muss nicht zwingend über einen langen, dominanten Lead-out kommen.
Biniam Girmay (NSN Cycling Team) ist ein weiterer Kandidat für den Sieg. Der Eritreer hat in dieser Tour wiederholt bewiesen, dass er in den Sprintfinals stabil und gefährlich ist. Er ist nicht nur schnell, sondern auch robust genug, um die hektischen Positionskämpfe auf den letzten Kilometern zu überstehen. Gerade wenn das Finale nicht komplett geordnet abläuft, kann Girmay profitieren.
Mads Pedersen (Lidl-Trek) fährt im Grünen Trikot und wird deshalb auf dieser Etappe eine zentrale Rolle spielen. Für ihn ist der Zwischensprint in Saint-Pourçain-sur-Sioule fast ebenso wichtig wie das Finale. Pedersen ist nicht der reine Topspeed-Favorit gegen Merlier, Philipsen oder Kooij, aber er ist der kompletteste Mann im Kampf um Punkte. Er kommt besser über schwere Tage, kann auch bei Müdigkeit noch sprinten und hat in dieser Tour bereits gezeigt, dass er auf unterschiedlichen Profilen vorne sein kann.
Max Kanter (XDS Astana Team) hat sich in dieser Tour aus der Rolle des Außenseiters herausgefahren. Der Deutsche war in den bisherigen Sprintentscheidungen mehrfach weit vorne und gehört deshalb auch in Nevers in die erweiterte Favoritengruppe. Kanter (XDS Astana Team) hat gezeigt, dass er sich im Finale gut behaupten kann. Für den Sieg muss alles passen: Position, Timing, Windschatten, freie Bahn. Aber inzwischen wäre eine weitere Topplatzierung keine Überraschung mehr.
Dahinter lauern weitere erfahrene schnelle Männer. Søren Wærenskjold (Uno-X Mobility), Huub Artz (Lotto Intermarché), Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) und Pascal Ackermann (Team Jayco AlUla), Milan Fretin (Cofidis) und Pavel Bittner (Team Picnic PostNL haben genügend Endschnelligkeit, um in die Entscheidung zu fahren, brauchen aber ein ideales Finale. Fernando Gaviria (Caja Rural-Seguros RGA) bleibt bei freier Bahn immer ein gefährlicher Name. Arvid de Kleijn (Tudor Pro Cycling Team), Dorian Godon (Netcompany INEOS Cycling Team), Hugo Page (Cofidis) und Anthony Turgis (TotalEnergies) sind eher Kandidaten für die erweiterte Spitze, wenn das Rennen in den letzten Kilometern unruhiger wird als erwartet.
Wertungen der 11. Etappe der Tour de France 2026
Sprintwertungen
Saint-Pourçain-sur-Sioule | Rennkilometer 12,2
Bergwertungen
Côte de Billonnière (300 m) | 4. Kategorie | 1,0 km mit 5,8 % | Rennkilometer 27,8
Côte de Billy-Chevannes (360 m) | 4. Kategorie | 1,4 km mit 5,0 % | Rennkilometer 123,4
TV-Tipp: 11. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen
Ab 13:30 Uhr überträgt Eurosport 1 die 11. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
