Wout van Aert (Visma | Lease a Bike) hat die 13. Etappe der Vuelta a España 2026 gewonnen. Der Belgier setzte sich nach 192,8 Kilometern von Almuñécar nach Loja im Zweier-Sprint gegen Valentin Paret-Peintre (Soudal Quick-Step) durch. Beide hatten sich rund 3,6 Kilometer vor dem Ziel aus einer mittlerweile stark dezimierten Ausreißergruppe gelöst. Matthew Brennan komplettierte 24 Sekunden später als Dritter den starken Tag von Visma | Lease a Bike. Für Van Aert war es nach mehreren offensiven Auftritten der erste Etappensieg bei dieser Vuelta.
In der Gesamtwertung gab es auf den vorderen Platzierungen keine Veränderungen. Zeit gewann dagegen Mattias Skjelmose (Lidl-Trek), dr sich in die Ausreißergruppe „mogelte“. Der Däne erreichte das Ziel nur 50 Sekunden hinter Van Aert und damit 2:10 Minuten vor der Gruppe um Mas. Für eine Verbesserung im Gesamtklassement reichte das allerdings noch nicht: Skjelmose bleibt Siebter, rückte aber bis auf 33 Sekunden an den sechstplatzierten Omrzel heran.
So verlief die 13. Etappe der Vuelta a España 2026
Schon auf den ersten flachen Kilometern gingen Fahrer in die Offensive. Jedoch ohne Erfolg. Nach zahlreichen weiteren Attacken formierte sich schließlich im Anstieg zum Alto de la Venta de la Cebada bildete sich eine 43 Fahrer starke Ausreißergruppe. Visma | Lease a Bike war mit Wout van Aert, Matthew Brennan und Bruno Armirail vertreten, Uno-X Mobility mit Magnus Cort, Simon Dalby, Andreas Kron und Andreas Leknessund. Für Bahrain Victorious fuhren Pello Bilbao, Santiago Buitrago und Pau Miquel mit, für Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team David de la Cruz, Eddie Dunbar und Tom Gloag sowie für Tudor Pro Cycling Team Will Barta, Stefan Küng und Larry Warbasse.
Ebenfalls zur Gruppe gehörten Léo Bisiaux und Matthew Riccitello (Decathlon CMA CGM), Jack Haig und Axel Laurance (Netcompany Ineos), Clément Berthet, Guillaume Martin-Guyonnet und Rudy Molard (Groupama-FDJ United), Jarno Widar, Lars Craps und Reuben Thompson (Lotto-Intermarché), Urko Berrade, Iván Cobo und Iñigo Elosegui (Equipo Kern Pharma), Valentin Paret-Peintre und Filippo Zana (Soudal Quick-Step), Lorenzo Fortunato und Cristian Rodríguez (XDS Astana Team) sowie Jesús Herrada und Mario Aparicio (Burgos Burpellet-BH).
Komplettiert wurde die Gruppe von Finn Fisher-Black (Red Bull-Bora-Hansgrohe), Kevin Vermaerke (UAE Team Emirates-XRG), Mattias Skjelmose (Lidl-Trek), Jan Hirt (NSN Cycling Team), Sylvain Moniquet und Sergio Samitier (Cofidis), Vincenzo Albanese (EF Education-EasyPost) und Gijs Leemreize (Picnic PostNL). Vor allem Skjelmose machte die Gruppe auch für das Gesamtklassement interessant: Der Däne war als Siebter mit 7:42 Minuten Rückstand auf Enric Mas in die Etappe gestartet, weshalb Movistar den Abstand kontrollieren musste.
Unter den Ausreißern befanden sich neben Van Aert und Brennan unter anderem Santiago Buitrago (Bahrain Victorious), Andreas Leknessund und Andreas Kron (beide Uno-X Mobility), Kevin Vermaerke (UAE Team Emirates-XRG), Léo Bisiaux (Decathlon CMA CGM) sowie Mattias Skjelmose (Lidl-Trek). Gerade der Däne war für Movistar nicht ungefährlich. Skjelmose lag vor der Etappe als Siebter der Gesamtwertung 7:42 Minuten hinter Enric Mas.
Die riesige Fluchtgruppe zerfiel
Die Größe der Ausreißergruppe sorgte dafür, dass es immer wieder unruhig. Immer wieder lösten sich kleinere Gruppen. Cristian Rodríguez (XDS Astana), Andreas Kron und Iñigo Elosegui (Equipo Kern Pharma) versuchten sich zeitweise abzusetzen, später gingen Brennan, Leknessund und Vermaerke gemeinsam in die Offensive. Dahinter bildeten sich ständig neue Verfolgergruppen.
Am Alto del Legionario hatte sich schließlich eine kleinere Gruppe vorne abgesetzt. Van Aert und Buitrago hatten den entscheidenden Split zunächst verpasst.
Gleichzeitig wuchs der Vorsprung auf das Peloton. Für einige Teams wurde dabei wSkjelmoses Position zum Problem. EF Education-EasyPost beteiligte sich an der Nachführarbeit, um auch Richard Carapaz‘ vierten Gesamtrang abzusichern. Die Gruppe um Skjelmose lag zeitweise so weit vorne, dass der Däne virtuell bis auf Rang vier der Gesamtwertung vorrückte.
Die entscheidende taktische Phase begann am Puerto de Granada, dem letzten kategorisierten Anstieg rund 40 Kilometer vor dem Ziel. Zu diesem Zeitpunkt lag Brennan in der ersten Gruppe, während Van Aert dahinterfuhr. Visma | Lease a Bike traf deshalb eine ungewöhnliche Entscheidung: Bruno Armirail erhöhte in der Verfolgergruppe massiv das Tempo, obwohl dadurch auch Brennans Vorsprung an der Spitze schmolz. Ziel war es, Van Aert wieder ins Rennen, um den Etappensieg zu bringen. Brennan dagegen vereitelte in der Spitzengruppe viele Attacken.
Die Taktik ging auf. Wenige hundert Meter unterhalb des Gipfels kam es zum Zusammenschluss. Rund 35 Kilometer vor dem Ziel befanden sich fast 20 Fahrer gemeinsam an der Spitze – darunter Van Aert und Brennan.
Van Aert und Brennan kontrollierten die Attacken
Auf den letzten 25 Kilometern folgte Angriff auf Angriff. Van Aert ging zunächst selbst mit Vermaerke und Paret-Peintre nach vorne, doch weil seine Begleiter kaum mitarbeiteten, wurde das Trio wieder gestellt. Anschließend attackierten Van Aert und Brennan abwechselnd und reduzierten die Spitzengruppe immer weiter.
20 Kilometer vor dem Ziel gehörten nur noch rund zehn Fahrer zur Spitzen gruppe. Wenig später waren es neben Van Aert und Brennan noch Vermaerke, Fisher-Blac, Bisiaux, Paret-Peintre, Widar, Albanese und Dalby (Uno-X Mobility).
Van Aert attackierte wenige Kilometer vor dem Ziel
Die Entscheidung fiel schließlich rund 3,6 Kilometer vor dem Ziel. Nach erneuten Vorstößen von Bisiaux und Dalby trat van Aert selbst an. Nur Paret-Peintre konnte dem Belgier folgen. Hinter dem Duo entstand sofort eine Lücke.
Für van Aert war die Situation ideal. Paret-Peintre beteiligte sich zwar an der Arbeit, doch der Belgier übernahm einen Großteil der Führung. Hinter ihnen gelang es den Verfolgern nicht mehr, sich zu organisieren. Unter der Flamme Rouge waren Van Aert und Paret-Peintre außer Sichtweite ihrer ehemaligen Begleiter.
Paret-Peintre eröffnete auf der ansteigenden Zielgeraden als Erster den Sprint. Dann zog Van Aert durch und gewann. Paret-Peintre wurde zeitgleich Zweiter. Brennan gewann 24 Sekunden später den Sprint der Verfolger und sicherte Visma | Lease a Bike damit zusätzlich Rang drei. Widar wurde Vierter vor Albanese, Fisher-Black und Vermaerke.
Foto: Photonews.be
