Wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen wird die 9. Etappe der Tour de France 2026 angepasst. Es liegt eine Extremwetterlage vor. Für das Département Corrèze gilt die höchste Hitzewarnstufe Rot. Der Tagesabschnitt ist nun 154,6 Kilometer lang und damit 30 Kilometer kürzer als ursprünglich vorgesehen. Das bedeutet, dass trotz der Verkürzung über alle vier kategorisierten“ Anstiege gefahren wird.
9. Etappe | 12. Juli | Malemort – Ussel | 154,6 km
Nach zwei Etappe für die Sprinter bekommen die Ausreißer zum Abschluss der ersten Tour-Woche nochmal die Gelegenheit, ihr Chance in der Flucht zu suchen. Die 9. Etappe führt von Malemort nach Ussel durch den Südwesten Frankreichs. Hohe Berge und lange Anstiege gibt es auf den 154,6 Kilometern zwar nicht, dafür müssen die Profis eine nahezu permanente Abfolge von Wellen und Anstiegen bewältigen. Kaum ein Kilometer ist flach auf diesem letzte Tagesabschnitt vor dem ersten Ruhetag. Rund 3.000 Höhenmeter machen den Tagesabschnitt deutlich anspruchsvoller, als es die Einstufung zunächst vermuten lässt.
Strecke der 9. Etappe der Tour de France 2026
Der Start erfolgt in Malemort, das östlich von Brive-la-Gaillarde liegt. Von dort führt die Route nach der Verkürzung direkt zur einzige Sprintwertung des Tages, die daher bereits bei Kilomter 13,9 ausgefahren wird. Für die Fahrer im Kampf um das Grüne Trikot ist dies jetzt eine gute Gelegenheit, Punkte zu sammeln.
Hinter Beynat verläuft die Strecke über Sainte-Fortunade und Tulle weiter in Richtung Norden. Dann führt der Parcours über 2,3 Kilometer mit durchschnittlich 7,4 Prozent Steigung hoch zur Côte de Naves, einer Bergwertung der 3. Kategorie.
Suc au May – der schwerste Anstieg des Tages
Nach der Côte de Naves führt die Strecke über Saint-Augustin und Chaumeil zum Suc au May. Dieser Anstieg der 2. Kategorie ist mit 3,8 Kilometern bei durchschnittlich 7,7 Prozent deutlich anspruchsvoller als die erste Bergwertung. Die Kuppe wird rund 80 Kilometer vor dem Ziel erreicht.
In einer großen Ausreißergruppe könnten hier die stärkeren Bergfahrer erstmals ernsthaft versuchen, die Konkurrenz zu reduzieren. Zugleich ist der Anstieg schwer genug, um im Hauptfeld zahlreiche Helfer unter Druck zu setzen.
Côte de la Croix du Pey läutet ein langes Finale ein
Auch nach dem Suc au May wird das Profil keinweswegs einfacher. Über Madranges und Treignac erreichen die Profis den Anstieg zur Côte de la Croix du Pey (3. Kategorie). Er ist 4,8 Kilometer lang und im Durchschnitt sechs Prozent steil. Wer sich hier gut fühlt, kann aus der Ausreißergruppe heraus attackieren. Von der Côte de la Croix du Pey sind es nur noch gut 56 Kilometer bis ins Ziel nach Ussel.
Die finale Entscheidung um den Etappensieg könnte der Mont Bessou (4. Kategorie) bringen. Er ist zwar lediglich 900 Meter lang, weist jedoch eine durchschnittliche Steigung von 7,3 Prozent auf. Von „oben“ sind es noch 24,5 Kilometer bis zum Ziel. Ein Fahrer mit explosivem Antritt kann hier eine Lücke reißen und versuchen, sie auf dem weiterhin welligen Weg ins Ziel zu verteidigen.
Nach dem Mont Bessou führt die Strecke über Meymac weiter wellig nach Ussel.
Karte der 9. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 9. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot
Die 9. Etappe der Tour de France 2026 ist schon vor dem Start besonders. Aufgrund der „roten“ Hitzewarnung im Département Corrèze wurde der Abschnitt von Malemort nach Ussel verkürzt. Statt der ursprünglich geplanten 185,5 Kilometer führt die Route nun über rund 155 Kilometer. Am Charakter des Tages ändert das nur bedingt etwas: Es bleibt eine wellige, unangenehme Etappe mit vielen Höhenmetern, mehreren kategorisierten Anstiegen und einem Profil, das für die reinen Sprinter zu schwer sein dürfte. Gleichzeitig ist die Etappe wohl nicht selektiv genug, um einen Schlagabtausch der Gesamtklassementfahrer zu erzwingen. Genau deshalb spricht vieles für eine starke Ausreißergruppe.
Dieser Abschnitt ist in der ersten Tour-Woche eine der besten Gelegenheiten, um sich auf und davon zu machen: schwer genug für Puncheure und Klassikerfahrer, aber nicht so schwer, dass nur reine Kletterer infrage kommen.
Die Strecke bietet mehrere Punkte, an denen sich das Rennen öffnen kann. Die Anstiege sorgen dafür, dass die Etappe über weite Strecken unruhig bleibt. Besonders der Suc au May mit kann eine frühe Fluchtgruppe ausdünnen oder das Feld unter Druck setzen. Später bietet der kurze Mont Bessou rund 25 Kilometer vor dem Ziel noch einmal eine Möglichkeit, aus einer kleineren Gruppe heraus anzugreifen.
Ein naheliegender Name ist Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech). Das Profil ist schwer, aber nicht zu schwer für ihn. Die Etappe verlangt Tempohärte, gute Positionierung und den Mut, im richtigen Moment zu fahren. Genau diese Mischung passt zu Van der Poel. Die Frage ist, wie viel Energie er nach den ersten acht Tour-Tagen investieren will und ob Alpecin-Premier Tech ihn aktiv in eine Ausreißergruppe bringt.
Mads Pedersen (Lidl-Trek) ist ebenfalls ein sehr interessanter Kandidat. Der Däne hat in dieser Tour bereits gezeigt, wie vielseitig er einsetzbar ist. Für einen reinen Massensprint ist die Etappe nach Ussel wohl zu schwer, für Pedersen kann genau das ein Vorteil sein. Er kommt über kurze und mittlere Anstiege besser als viele klassische Sprinter, ist in einem reduzierten Finale endschnell und besitzt die Robustheit für einen heißen, welligen Tag. Lidl-Trek hat mit Quinn Simmons und Mathias Vacek zudem weitere Fahrer, die auf einem solchen Profil gefährlich werden können. Das macht die Mannschaft taktisch besonders interessant.
Auch Romain Grégoire (Groupama-FDJ United) gehört in den Favoritenkreis. Der französische Meister ist ein Fahrer für schwere, unruhige Finals, kurze Anstiege und kleine Gruppen. Ussel ist kein klassischer Bergankunftsort, sondern eher ein Ziel für Fahrer mit Punch und Renninstinkt. Grégoire bringt diese Qualitäten mit. Kommt eine kleine Gruppe gemeinsam in die Schlussphase, wäre er einer der gefährlichsten Fahrer, weil er nicht nur bergfest ist, sondern auch über eine gute Beschleunigung verfügt.
Zim Kreis der Anwärter auf den Etappensieg zählen auch Fahrer wie Ben Healy (EF Education-EasyPost), Tom Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team), Alex Aranburu (Cofidis) und Mauro Schmid (Team Jayco AlUla). Gespannt darf man auch das Team Tudor Pro Cycling sein, die mit Marc Hirschi und Julian Alaphilippe zwei Fahr mit Puncheur-Qualitäten haben.
Wertungen der 9. Etappe der Tour de France 2026
Sprintwertungen
Beynat | Rennkilometer 13,9
Bergwertungen
Côte de Naves (410 m) | 3. Kategorie | 2,3 km mit 7,4 % | Rennkilometer 46,0
Suc au May (903 m) | 2. Kategorie | 3,8 km mit 7,7 % | Rennkilometer 74,1
Côte de la Croix du Pey (817 m) | 3. Kategorie | 4,8 km mit 6,0 % | Rennkilometer 98,5
Mont Bessou (977 m) | 4. Kategorie | 0,9 km mit 7,3 % | Rennkilometer 130,1
TV-Tipp: 9. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen
Ab 13:14 Uhr überträgt Eurosport 1 die 9. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:03 Uhr „on air“.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
