Alec Segaert (Bahrain Victorious) hat die 12. Etappe des Giro d’Italia 2026 von Imperia nach Novi Ligure mit einer späten Attacke gewonnen. Der Bahrain-Victorious-Profi beschleunigte rund drei Kilometer vor dem Ziel aus einem kleineren Feld heraus, in dem sich viele Klassementfahrer und ihre Helfer befanden. Zweiter wurde Segaerts Landsmann Toon Aerts (Lotto-Intermarché) vor Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team).
Die Vorentscheidung fiel rund 60 Kilometer vor dem Ziel, als durch die Tempoarbeit von Movistar in den Bergen die Top-Sprinter abgehängt wurden. So kam nur noch ein rund 50 Fahrer starkes Feld in Richtung Ziel, aus dem sich Segaert schließlich absetzen konnte.
Der Träger des Rosa Trikots, Afonso Eulálio (Bahrain Victorious), konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) um sechs Sekunden ausbauen. Eulálio liegt nun 33 Sekunden vor dem Dänen. Die Zeitgutschrift hatte sich der Portugiese am Red-Bull-Kilometer gesichert.
So verlief die 12. Etappe Giro d’Italia 2026
Bei Kilometer null setzten sofort die ersten Attacken ein. Johan Jacobs (Groupama-FDJ United) machte den Anfang. Er fuhr zunächst mit 16 Sekunden Vorsprung vor Mirco Maestri (Team Polti VisitMalta) und Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility), die schließlich zu Jacobs aufschlossen. Danach folgten noch Manuele Tarozzi (Bardiani-CSF 7 Saber), Rémi Cavagna (Groupama-FDJ United) und Andréa Mifsud (Team Polti VisitMalta). Doch das Feld jagte entschlossen hinterher, und nach wenigen Kilometern gab es einen „Neustart“.

Dann konnte sich eine vierköpfige Gruppe absetzen. Dazu gehörten Jonas Geens (Alpecin-Premier Tech), Jardi Christiaan van der Lee (EF Education-EasyPost), Juan Pedro López (Movistar Team) und Mattia Bais (Team Polti VisitMalta). Als die Teams im Peloton breit fuhren und abriegeln wollten, schlüpfte noch Manuele Tarozzi (Bardiani-CSF 7 Saber) durch und sprang nach vorne.
Die fünf Fahrer blieben zunächst vorne, ihr Vorsprung wuchs jedoch nie auf mehr als eineinhalb Minuten an. Als das Feld an der Küste bis auf rund 40 Sekunden an die Ausreißergruppe herankam, begann das „Gespringe“ erneut. Es bildeten sich immer wieder neue Gruppen und Konstellationen.

Johan Jacobs (Groupama-FDJ United) ging danach erneut in die Offensive. Jonas Geens (Alpecin-Premier Tech), Jardi Christiaan van der Lee (EF Education-EasyPost), Manuele Tarozzi (Bardiani-CSF 7 Saber), Jonas Rutsch (Lotto-Intermarché) und Fredrik Dversnes (Uno-X Mobility) konnten aufschließen. Damit hatte sich eine neue Ausreißergruppe gebildet, in der zum Teil Fahrer vertreten waren, die bereits zuvor in der Offensive gewesen waren.
Movistar hängte die Top-Sprinter ab
Als das Rennen von der Küste weg ins wellige Hinterland führte, übernahm Movistar die Kontrolle im Feld. Das spanische Team wollte an den beiden kommenden und einzigen Anstiegen dieser Etappe die klassischen, endschnellen und schwereren Sprinter distanzieren, um seinem Fahrer Orluis Aular (Movistar Team) die Chance auf den Etappensieg zu eröffnen.
Am Anstieg zum Colle Giovo lag das Feld nur noch 25 Sekunden hinter der Ausreißergruppe. Die Sprinter gerieten erstmals ins Hintertreffen. Nach und nach verloren Jonathan Milan (Lidl-Trek), Tobias Lund Andresen (Decathlon-CMA CGM Team), Paul Magnier (Soudal Quick-Step), Pascal Ackermann (Team Jayco-AlUla) und Dylan Groenewegen (Unibet Rose Rockets) den Anschluss an das Feld.
Nach der Bergwertung am Colle Giovo stellte Movistar die letzten Ausreißer. Die zunächst abgehängten Sprinter kamen in der folgenden kurzen Abfahrt wieder heran. Doch mit dem Bric Berton wartete noch ein weiterer Anstieg, der rund 7,5 Kilometer lang war.
Die Tempoarbeit wurde belohnt. Oben am Gipfel des Bric Berton hatten die Sprinter um Milan und Magnier knapp eine Minute Rückstand. In die Tempoarbeit des Pelotons schalteten sich nun auch NSN Cycling Team und EF Education-EasyPost ein. Auf dem welligen Gelände nach der Bergwertung konnte das Feld den Vorsprung weiter ausbauen. Als es in die Abfahrt ging, hatten die abgehängten Sprinter bereits 1:20 Minuten Rückstand. Von dort waren es noch rund 41 Kilometer bis ins Ziel nach Novi Ligure.
Das Feld nahm bergab ein hohes Risiko und wollte die Sprinter nicht mehr zurückkommen lassen. Im Peloton befanden sich weiterhin schnelle Fahrer und Puncheure wie Orluis Aular (Movistar Team), Ben Turner (Netcompany-Ineos Cycling Team), Ethan Vernon (NSN Cycling Team), Corbin Strong (NSN Cycling Team), Madis Mihkels (EF Education-EasyPost) und Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step).
Afonso Eulálio holte sich Bonussekunden
Rund 15 Kilometer vor dem Ziel war klar, dass die Sprinter nicht mehr zurückkommen würden. Der Rückstand war mittlerweile auf mehr als eineinhalb Minuten angewachsen. Kurz vor dem Red-Bull-Kilometer attackierte das „Rosa Trikot. Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) sicherte sich die sechs Bonussekunden vor Ben O’Connor (Team Jayco-AlUla), der immerhin noch vier Sekunden Zeitgutschrift erhielt.
Wenig später hatten die Sprinter hinten „aufgesteckt“. Der Rückstand vergrößerte sich zehn Kilometer vor dem Ziel auf knapp drei Minuten.
Am letzten kleinen Anstieg nach Pasturana probierte es Giulio Ciccone (Lidl-Trek) mit einer Attacke. Igor Arrieta (UAE Team Emirates-XRG) setzte nach, doch EF Education-EasyPost konnte die Lücke wieder schließen. Der nächste Angriff kam rund drei Kilometer vor dem Ziel von Afonso Eulálios Teamkollegen Alec Segaert (Bahrain Victorious), einem starken Zeitfahrer. Der Belgier, der schon des öfteren mit solchen Angriffen überraschte, vollendete den Coup mit einem Sieg.
Ergebnis der 12. Etappe des Giro d’Italia 2026
1 – Alec Segaert (Bahrain Victorious) – 3:53:00 Stunden
2 – Toon Aerts (Lotto Intermarché) +0:03
3 – Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team) +0:03
4 – Ethan Vernon (NSN Cycling Team) +0:03
5 – Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step) +0:03
6 – Orluis Aular (Movistar Team) +0:03
7 – Madis Mihkels (EF Education-EasyPost) +0:03
8 – Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates-XRG) +0:03
9 – Edoardo Zambanini (Bahrain Victorious) +0:03
10 – Sakarias Koller Løland (Uno-X Mobility) +0:03
Fotos: Photonews.be
