Die Polen-Rundfahrt 2026 führt über sieben Etappen und insgesamt 1.111 Kilometer vom Norden bis in den Süden des Landes. Nur gut eine Woche nach dem Ende der Tour de France läutet sie das letzte Saisondrittel des World Tour-Kalenders ein. Bereits zum 83. Mal wird dieses Etappenrennen ausgetragen und bietet sowohl Sprintern und Puncheuren als auch GC-Faher Möglichkeiten, sich zu zeigen. Top-Favorit in diesem Jahr ist der Portugiese Joao Almeida (UAE Emirates-XRG): Er kann der Nachfolger seines Teamkollege Brandon McNulty werden, der die Rundfahrt 2025 gewann.

1. Etappe | 3. August | Gdynia – Koszalin | 234 km

Zum Auftakt der Polen-Rundfahrt müssen die Profis gleich die längste Etappe der gesamten Rundfahrt bewältigen. Über 234 Kilometer führt der erste Tagesabschnitt von Gdynia nach Koszalin. Spannend wird sein, inwieweit die letzte Bergwertung an der Góra Chełmska Einfluss auf das Finale nimmt. Der Anstieg der 3. Kategorie endet nur sechs Kilometer vor dem Ziel und bietet Puncheuren sowie explosiven Klassikerfahrern die Möglichkeit, die Sprinter abzuhängen oder zumindest einen geordneten Massensprint zu verhindern.

2. Etappe | 4. August | Międzyzdroje – Szczecin | 151 km

Am zweiten Tag beginnt die Etappe im Seebad Międzyzdroje und führt über 151 Kilometer nach Szczecin. Nach einem leicht bergigen Auftakt wird das Terrain deutlich flacher. Mit weniger als 900 Höhenmetern bietet der vergleichsweise kurze Tagesabschnitt die beste Gelegenheit für die klassischen Sprinter.

3. Etappe | 5. August | Gorzów Wielkopolski – Zielona Góra | 193,5 km

Die dritte Etappe führt über 193,5 Kilometer von Gorzów Wielkopolski nach Góra und endet mit einem anspruchsvollen Finale. Der Parcours verläuft zunächst wellig, stellt die Fahrer aber noch vor keine größeren Schwierigkeiten. Erst auf den letzten rund 25 Kilometern wird das Terrain deutlich anspruchsvoller.
Zwölf Kilometer vor dem Ziel wartet in Przytok eine Bergwertung der 3. Kategorie. Dort können die Puncheure das Rennen eröffnen und die GC-Teams das Tempo erhöhen, sodass die sprinterstarken Mannschaften unter Druck geraten. Gut möglich, dass der Etappensieg am Ende aus einer kleineren Gruppe heraus vergeben wird.

4. Etappe | 6. August | Żagań – Karpacz | 175,5 km

Auf der vierten Etappe erreichen die Profis das Riesengebirge – und damit sind erstmals auch die GC-Teams und ihre Kapitäne gefordert. Spätestens nach diesem Tagesabschnitt dürfte sich zeigen, welche Fahrer tatsächlich für den Gesamtsieg infrage kommen.
Nach dem Start in Żagań steigt die Strecke zunächst allmählich an. Erst im letzten Renndrittel des 175,5 Kilometer langen Tagesabschnitts häufen sich die Schwierigkeiten dieser Bergetappe. Auf die Bergwertung der 3. Kategorie in Antoniów folgen mit den Anstiegen nach Borowice und Karpacz zwei Bergwertungen der 1. Kategorie. Die Auffahrt nach Borowice ist 4,6 Kilometer lang und durchschnittlich 5,7 Prozent steil. Anschließend führt der sieben Kilometer lange Anstieg nach Karpacz mit durchschnittlich 6,2 Prozent zur letzten Bergwertung des Tages. Danach folgt eine kurze Abfahrt, ehe der finale Kilometer mit durchschnittlich 8,3 Prozent noch einmal deutlich ansteigt.

5. Etappe | 7. August | Opole – Kocierz Resort | 218,9 km

Der fünfte Tagesabschnitt ist mit knapp 219 Kilometern die zweitlängste Etappe der Polen-Rundfahrt. Die Strecke führt von Opole nach Kocierz und nimmt einen sehr langen Anlauf von mehr als 180 Kilometern, ehe die Fahrer den Przegibek-Pass in Angriff nehmen.
Der 4,1 Kilometer lange Anstieg ist durchschnittlich 5,7 Prozent steil. Die Bergwertung der 1. Kategorie wird weniger als 30 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Nach der anschließenden Abfahrt bleibt kaum Gelegenheit zur Erholung, denn die Etappe endet mit einem steilen Bergauffinale direkt am Kocierz Resort. Die letzten 1,5 Kilometer weisen eine durchschnittliche Steigung von 11,5 Prozent auf.

6. Etappe | 8. August | Bukovina Resort – Bukowina Tatrzańska | 126 km

Die Königsetappe der Polen-Rundfahrt führt durch die Hohe Tatra. Sie ist zwar nur 126 Kilometer lang, weist aber rund 2.850 Höhenmeter auf. Das Etappenprofil erinnert an ein Sägezahnblatt: Die Strecke führt nahezu ständig auf und ab.
Zunächst verläuft die Route über die Anstiege bei Leszczyny, Słodyczki und Pitoniówka. Anschließend erreicht das Rennen den Rundkurs mit der sogenannten Bukovina Wall in Gliczarów. Dieser steile Anstieg der 1. Kategorie muss dreimal bewältigt werden. Nach der letzten Überfahrt führt die Strecke über eine Abfahrt zur unkategorisierten Schlusssteigung nach Bukowina Tatrzańska.

7. Etappe | 9. August | Salzmine Wieliczka – Salzmine Wieliczka | 12,5 km (EZF)

Wie schon 2025 endet die Polen-Rundfahrt mit einem Einzelzeitfahren an der Salzmine von Wieliczka. Zu Beginn des 12,5 Kilometer langen Parcours müssen die Profis einen knapp zwei Kilometer langen Anstieg bewältigen, auf den keine unmittelbare Abfahrt folgt.
Danach verläuft die Strecke überwiegend flach beziehungsweise leicht abschüssig zurück zum Ziel. Auf dem vergleichsweise kurzen Kurs lassen sich Minutenrückstände in der Gesamtwertung kaum noch aufholen. Zwischen den besten Fahrern sind Zeitunterschiede von einer halben bis zu einer Dreiviertelminute jedoch durchaus möglich.

Grafiken: Tour de Pologne
Foto: Szymon Gruchalski / Tour de Pologne
