Start Profi-Sport Vorschau 8. Etappe Giro d’Italia 2026: Bergauf-Finale an der Muro in Fermo

Vorschau 8. Etappe Giro d’Italia 2026: Bergauf-Finale an der Muro in Fermo

Übersicht

8. Etappe | 16. Mai 2026 | Chieti – Fermo | 156 km | 1.900 Höhenmeter

Nach der schweren Blockhaus-Etappe müssen die Profis auch auf dem 8. Tagesabschnitt wieder bergauf fahren. Allerdings sind keine langen Berge im Hochgebirge zu bewältigen, sondern kurze, steile Anstiege in den Abruzzen und Marken. Die 8. Etappe führt über 156 Kilometer von Chieti nach Fermo. Auf den finalen 50 Kilometern müssen die Fahrer vier kategorisierte Rampen, die sogenannten Muros, bewältigen. Eine davon führt direkt ins Ziel.

Durch diese Topografie haben die Sprinter keine Chance. Für die Klassementfahrer ist der Abschnitt wiederum wohl zu leicht, um auf die direkten Konkurrenten entscheidend Zeit gutzumachen. Sehr wahrscheinlich, dass Ausreißer mit Punch den Tagessieg unter sich ausmache

Strecke der 8. Etappe des Giro d’Italia 2026

Der Start erfolgt in Chieti in den Abruzzen. Nach wenigen Kilometern führt das Rennen an die Adriaküste. Über Cepagatti, Pianella, Montesilvano, Pineto, Roseto degli Abruzzi und Giulianova verläuft die Strecke zunächst überwiegend flach bis leicht wellig in Richtung Norden. In diesem Abschnitt könnte sich eine Fluchtgruppe bilden.

Nach San Benedetto del Tronto und Grottammare folgt in Cupra Marittima die Sprintwertung bei Rennkilometer 96. Danach schwenkt der Parcours weg von der Küste ins hügelige Hinterland. Der erste von vier kategorisierten Anstiegen führt über zehn Kilometer hinauf nach Montefiore dell’Aso (3. Kategorie).

Nach einer Abfahrt folgen die Bergwertungen nach Monterubbiano und rund zwölf Kilometer später die nach Montefiore dell’Aso. Von dort verläuft die Route in Richtung Zielort Fermo, der zunächst nur passiert wird. Der Anstieg nach Fermo-Rione Murato (4. Kategorie) läutet bei Rennkilometer 129,1 das Finale ein. Es folgt der leicht ansteigende Red-Bull-Kilometer, ehe der Parcours wieder hinunter in Richtung Küste führt.

Von dort nehmen die Fahrer Anlauf zum Anstieg nach Capodarco. Diese Bergwertung der 4. Kategorie liegt nur sieben Kilometer vor dem Ziel. Nach einer drei Kilometer langen Senke folgt der letzte giftige Schlussanstieg nach Fermo ins Ziel. Zunächst steigt die Straße auf 700 Metern mit durchschnittlich 14,3 Prozent an, einzelne Abschnitte weisen sogar mehr als 20 Prozent auf. Danach folgt ein relativ flacher Kilometer, ehe die Straße erneut ansteigt. Zunächst nur leicht, dann wartet aber noch eine finale Rampe mit etwa zehn Prozent Steigung bis zur Ziellinie.

Karte der 8. Etappe des Giro d’Italia 2026


Das Finale der 8. Etappe des Giro d’Italia 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Rosa Trikot

Das wahrscheinlichste Szenario auf diesem 8. Tagesabschnitt des Giro d’Italia 2026 ist eine starke Fluchtgruppe. Die Teams der Klassementfahrer werden wohl zunächst nur kontrollieren, wer sich absetzen will. Danach dürften sie den Dingen weitgehend ihren Lauf lassen – und vielleicht erst im Finale ihre Kapitäne an den Anstiegen so positionieren, dass sie keine Zeit verlieren, falls im Peloton Lücken aufgehen.

Dementsprechend heiß umkämpft dürfte der Kampf um die Plätze in der Ausreißergruppe sein. Klar im Vorteil sind auf diesem Parcours Puncheure, die auch an kurzen, steilen Anstiegen ihre Stärke ausspielen können. Eigentlich wäre Giulio Ciccone (Lidl-Trek) ein Kandidat für ein solches Finale. Doch der Italiener hat weniger als eine Minute Rückstand auf Jonas Vingegaard in der Gesamtwertung und wird sich kaum einfach davonschleichen dürfen.

Die Fahrer von UAE Team Emirates-XRG dagegen schon. Jan Christen und Jhonatan Narváez sind für einen solchen Parcours prädestiniert: Christen, weil er kurze, steile Finals mit einer Mischung aus Kletterstärke und Punch fahren kann; Narváez, weil er auf technischen, hügeligen Kursen oft dann gefährlich wird, wenn das Rennen unübersichtlich und schwer kontrollierbar ist. Hinzu kommt Igor Arrieta, der zusätzlich Druck ausüben könnte.

Weitere offensive Fahrer sind Christian Scaroni (XDS Astana Team), Filippo Zana (Soudal Quick-Step), Alessandro Pinarello (NSN Cycling Team), Michael Valgren (EF Education-EasyPost), Javier Romo und Einer Rubio (beide Movistar Team). Sie sind ernstzunehmende Kandidaten für eine erfolgreiche Flucht. Und vielleicht beißt sich auch ein bergfesterer Sprinter vorne fest.

Wertungen der 8. Etappe des Giro d’Italia 2026

Bergwertungen
• Montefiore d’Aso, 367 m | 3. Kategorie | Rennkilometer 107,3
• Monterubbiano, 379 m | 4. Kategorie | Rennkilometer 119,2
• Capodarco, 225 m | 4. Kategorie | Rennkilometer 149,0
• Fermo, 318 m | 4. Kategorie | Rennkilometer 156,0 | Bergankunft

Sprintwertungen
• Cupra Marittima | Rennkilometer 96,3 | Intermediate Sprint
• Red Bull-Kilometer | Rennkilometer 131,7 | Zeitbonifikationen

TV-Tipp: 8. Etappe des Giro d’Italia im Fernsehen

Ab 13:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 8. Etappe der Italien-Rundfahrt live im Free-TV.

Karten & Grafiken: © RCS Sport