Start Profi-Sport Vorschau 6. Etappe Vuelta a España 2026: Schotter-Finale am El Bartolo

Vorschau 6. Etappe Vuelta a España 2026: Schotter-Finale am El Bartolo

Übersicht

6. Etappe | 27. August | Alcossebre – Castelló | 177,4 km

Die 6. Etappe der Vuelta a España 2026 führt die Profis auf ihrenm 177,4 Kilometern von Alcossebre nach Castelló über einen anspruchsvollen Gravel-Sektor im Finale des Rennens. Denn am letzten der vier kategorisierten Anstiege, dem Puerto El Bartolo, führt der Parcours über einen geschotterten Abschnitt.

Gerade dieser El Bartolo mit einer Länge von 9,4 Kilometern und einer durchschnittlichen Steigung von 7,1 Prozent und dem Schotterstück kurz vor der Bergwertung wird das Feld verkleinern und in einzelne Gruppe splitten. Allerdings sind es vom Gipfel noch rnd 20 Kilometer bis ins Ziel.

Ob tatsächlich am Ende die GC-Fahrer um den Sieg fahren, ist aber fraglich. Denn dieser 6. Tagesabschnitt ist geradezu ideal für kletterfeste Ausreißer. Das Gesamtklassement ist „geordnet“ und so werden sicher viele Fahrer die Chance nutzen wollen, sich Auf und Davon zu machen.

Strecke der 6. Etappe der Vuelta a España 2026

Der Start erfolgt in Alcossebre am Mittelmeer. Von der Küste führt die Strecke zunächst über welliges Terrain durch Alcalà de Xivert und Les Coves de Vinromà ins Landesinnere. Nach gut 30 Kilometern beginnt der erste lange Anstieg des Tages. Über 14 Kilometer steigt die Straße mit durchschnittlich 3,8 Prozent hinauf nach La Serratella. Die Bergwertung der 2. Kategorie wird bei Rennkilometer 44,6 auf 839 Metern Höhe abgenommen.

Nach einer kurzen Abfahrt über Albocàsser folgt wenig später mit dem Coll de la Bandereta bereits der zweite kategorisierte Anstieg dieser Etappe. Er ist mit 4,6 Kilometern wesentlich kürzer als der erste, bei durchschnittlich 6,7 Prozent aber deutlich steiler. Die Bergwertung der 3. Kategorie wird nach 66,1 Kilometern auf 790 Metern Höhe erreicht.

Anschließend folgt eine längere Abfahrt. Über Benlloc, Vall d’Alba und Cabanes gelangen die Fahrer wieder in Richtung Mittelmeerküste. Über Oropesa führt der Kurs weiter nach Benicàssim. Dort wird bei Rennkilometer 120,1 auch die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren. Direkt danach beginnt die erste Auffahrt zum Desierto de las Palmas – und damit das entscheidende Renndrittel. Die Bergwertung der 2. Kategorie ist 7,6 Kilometer lang und durchschnittlich 4,9 Prozent steil. Ihre Kuppe wird bei Kilometer 128,5 erreicht.

Nach der Bergwertung fahren die Profis wieder hinunter in Richtung Benicàssim – und müssen anschließend einen Teil derselben Straße ein zweites Mal hinauffahren. Dieses Mal biegen sie jedoch in Richtung Puerto El Bartolo ab, dem Highlight des Tages.

Gravel-Abschnitte am Puerto El Bartolo

Der Puerto El Bartolo ist als Bergwertung der 1. Kategorie eingestuft. Die offiziellen Eckdaten: 9,4 Kilometer Länge, durchschnittlich 7,1 Prozent Steigung und 657 zu überwindende Höhenmeter. Die Bergwertung liegt bei Rennkilometer 156,8 auf 713 Metern Höhe – 20,6 Kilometer vor dem Ziel.

Die Durchschnittswerte erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Kurz vor der Passhöhe wechselt der Untergrund von Asphalt auf Schotter. Im aktuell veröffentlichten detaillierten Marschplan ist ab Rennkilometer 153,8 ein 1,9 Kilometer langer „Tramo de tierra“ ausgewiesen. Gerade dieser nicht asphaltierte Abschnitt mit zweistelligen Steigungsprozenten verleiht dem Finale seinen besonderen Charakter.

Dort könnte das Rennen explodieren. Auf losem Untergrund werden neben der reinen Kletterleistung auch Fahrtechnik, Positionierung und Radbeherrschung entscheidend. Defekte oder kleine Fahrfehler können auf einem solchen Abschnitt schnell größere Auswirkungen haben. Für die GC-Fahrer ist es deshalb wichtig, bereits vor dem Schottersektor weit vorne positioniert zu sein.

Nach dem Schotterabschnitt führt die Kletterpartie weiter bis zur Passhöhe des El Bartolo. Anschließend folgt eine schnelle Abfahrt in Richtung Castelló. Rund neun Kilometer vor dem Ziel erreichen die Fahrer wieder flacheres Terrain. Von dort führt der Parcours in den Zielort Castelló, wo die Etappe auf der Avenida de Châtellerault endet.

Karte der 6. Etappe der Vuelta a España 2026

Der Gravel-Sektor der 6. Etappe der Vuelta a España 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Rotes Trikot

Die 6. Etappe der Vuelta a España 2026 bietet gute Chancen für eine starke Ausreißergruppe. Daher lautet die zentrale Frage: Wird UAE Team Emirates-XRG die Etappe kontrollieren? Eigentlich gibt es für das Tea des Gesamtführenden Tadej Pogačar keinen Grund, einer Fluchtgruppe hinterherzufahren – solange deren Mitglieder „ungefährlich“ sind.

Für solche eine Fluchtgruppe kommen vor allem starke Kletterer infrage, die im Gesamtklassement bereits einiges an Rückstand aufweisen. Mikel Landa (Soudal Quick-Step), Pello Bilbao und Santiago Buitrago (beide Bahrain Victorious), Lorenzo Fortunato (XDS Astana) oder Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) sind solche „Kandidaten“, eenso wie Ben Tulett (Team Visma | Lease a Bike), Cristián Rodríguez (XDS Astana) und Eddie Dunbar (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), die den El Bartolo aus einer Spitzengruppe heraus gewinnen könnten. .

Wenn UAE oder ein anderes GC-Team die Flucht dagegen kontrolliert oder der Vorsprung der Ausreißer vor dem Schlussanstieg gering ist, könnte Pogačar seinem dritten Etappensieg anstreben. Der steile Anstieg zum El Bartolo und insbesondere der Schotterabschnitt kommen seinen Fähigkeiten entgegen. Dahinter dürften die Fahrer um die weiteren Plätze im Gesamtklassement ihr Rennen fahren. Felix Gall (Decathlon CMA CGM), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Oscar Onley (Netcompany Ineos), Primož Roglič (Red Bull-Bora-Hansgrohe) und Sepp Kuss (Team Visma | Lease a Bike) liegen noch vergleichsweise nah beieinander.

Gurtmöglich, dass zwei Rennen im Rennen gibt. Zumindest am Puerto El Bartolo.

Wertungen der 6. Etappe der Vuelta a España 2026

Sprintwertungen
Rennkilometer 120,1 | Intermediate Sprint

Bergwertungen
La Serratella (839 m) | 2. Kategorie | 14,0 km mit 3,8 % | Rennkilometer 44,6
Coll de la Bandereta (790 m) | 3. Kategorie | 4,6 km mit 6,7 % | Rennkilometer 66,1
Desierto de las Palmas (422 m) | 2. Kategorie | 7,6 km mit 4,9 % | Rennkilometer 128,5
El Bartolo (713 m) | 1. Kategorie | 9,4 km mit 7,1 % | Rennkilometer 156,8

TV-Tipp: 6. Etappe der Vuelta a España 2026 im Fernsehen

Ab 14:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 6. Etappe der Vuelta a España 2026 live im Free-TV.

Grafiken: © Unipublic