Weltmeister Tadej Pogačar siegte als Solist beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026. Der Weltmeister aus dem Team UAE Emirates-XRG gewann mit einem Vorsprung von 45 Sekunden auf den 19 Jahre alten Franzosen Paul Seixas. Dritter wurde Olympiasieger Remco Evenepoel, der den Sprint einer rund 20 Mann starken Verfolgergruppe für sich entschied. Zeitgleich mit Evenepoel belegte Emiel Verstrynge aus dem Team Alpecin-Premier Tech bei diesem vierten Radsport-Monument des Jahres einen sehr starken vierten Platz.
Tadej Pogačar ging an der Côte de La Redoute in die Offensive; nur Paul Seixas konnte ihm folgen. Gemeinsam baute das Duo seinen Vorsprung aus. Am letzten Anstieg des Tages, der Côte de la Roche-aux-Faucons, attackierte Pogačar erneut, kam zunächst aber nicht weg. Doch 600 Meter vor der Bergwertung ging die Lücke auf, und der Slowene konnte sich schnell absetzen und so seinem vierten Triumph bei „La Doyenne“ entgegenstürmen.
So verlief Lüttich-Bastogne-Lüttich 2026
Wenige Kilometer nach dem Start bot sich bei der 112. Austragung von Lüttich-Bastogne-Lüttich ein ungewohntes Bild. Keine klassische kleine Fluchtgruppe setzte sich ab. Nach einem Sturz konnte sich über 50 Fahrer absetze. In dieser Spitzengruppe waren unter anderem Top-Favorit Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) vertren. Daneben weitere groß Namen wie Egan Bernal (Ineos Grenadiers), Dylan van Baarle (Soudal-Quick Step) und Magnus Cort (Uno-X).
Über 50 Mann große Spitzengruppe mit Evenepoel
Der Vorsprung der großen Spitzengruppe wuchs schnell an. Auf der Côte de Saint-Roch, nach gut 83 Kilometern, lag die Gruppe bereits vier Minuten vor dem Feld. Damit war Pogacars Team UAE Emirates-XRG früh zur Arbeit gezwungen. Später schaltete sich auch Decathlon CMA CGM in die Verfolgung ein, da die Mannschaft von Paul Seixas nicht vorne vertreten war. Durch die Tempoarbeit war der Rückstand an der Col de Haussire bereits auf gut zwei Minuten geschrumpft.

UAE erhöhte nun weiter den Druck. Tim Wellens machte für Pogačar viel Tempo. Währenddessen verlor die große Gruppe vorne an Ordnung. Aus ihr setzten sich Baptiste Veistroffer, Alexander Kamp, Pascal Eenkhoorn, Gijs Leemreize und Hugo Houle noch einmal ab. Die übrigen Fahrer – darunter auch Remco Evenepoel – wurden wieder vom Peloton geschluckt.
Doch auch ihr Unterfange war aussichtslos. Noch vor dem Gipfel der Côte de Stockeu, rund 82 Kilometer vor Ziel, war auch mit Leemreize der letzte Ausreißer eingeholt. Danach kontrollierte UAE das stark verkleinerte Feld.
Pogačar griff an der Côte de la Redoute an
Die Côte de la Redoute wurde wie erwartet zur ersten großen Schlüsselstelle. Benoît Cosnefroy bereitete für Pogačar das Terrain vor. Rund 35 Kilometer vor dem Ziel attackierte der Weltmeister. Nur Paul Seixas konnte folgen. Evenepoel geriet schon am Fuß der Steigung unter Druck und musste die beiden ziehen lassen. Mattias Skjelmose versuchte noch, die Lücke zu schließen, kam aber nicht mehr heran.

Pogačar versuchte mehrfach, Seixas abzuschütteln. Doch der 19-jährige Franzose blieb am Hinterrad, kämpfte sich über die Redoute und arbeitete danach sogar mit. Auf der Côte des Forges hatte das Duo bereits rund eine Minute Vorsprung auf die nächsten Verfolger. Damit war klar: Die Entscheidung würde zwischen dem Titelverteidiger und dem jungen Debütanten fallen.
Seixas konnte an der Côte de la Roche-aux-Faucons nicht mehr folgen
Auf der Côte de la Roche-aux-Faucons attackierte Pogačar erneut an. Zunächst hielt Seixas auch dort mit, doch rund 600 Meter vor der Kuppe musste er den Weltmeister ziehen lassen. Etwa 14 Kilometer vor dem Ziel war die Rennentscheidung gefallen. Pogačar fuhr allein weiter Richtung Lüttich, während Seixas dahinter seinen zweiten Platz absicherte.

Evenepoel gewann den Sprint der Verfolger
In der ersten großen Verfolgergruppe wollte sich Skjelmose an der Côte de la Roche-aux-Faucons absetzen. Doc dr Amstel-Sieger wurde wieder eingeholt. So kam es zum Sprint einer großen Gruppe um Rang drei. Evenepoel eröffnete diesen früh und gewann von der Spitze weg. Emiel Verstrynge wurde Vierter, Egan Bernal Fünfter.
Fotos: Photonews.be
