Jasper Philipsen aus dem Team Alpecin Premier-Tech gewann am Sonntag die zweite Ausgabe des World-Tour-Rennens Copenhagen Sprint. Der belgische Radrprofi verwies Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) und Sam Welsford (Netcompany INEOS) auf die Plätze zwei und drei.Nach 228 Kilometer von Roskilde über die Straßen von Nordseeland nach Kopenhagen wurde das Rennen in einem Sprint einer stark dezimierten Feldes mit rund 30 Fahrern entschieden. Grund: In der vorletzten Runde führte ein Sturz zu einer starken Ausdünnung des Feldes.
„Es war ein sehr hektischer Tag. Genau wie im vergangenen Jahr gab es in der letzten Runde einen Sturz, was schade für diejenigen ist, die sich auf einen Massensprint gefreut haben. Ich hoffe nur, dass alle in Ordnung sind. Alle Teams haben gute Arbeit geleistet und das Hauptfeld angeführt. Das Tempo war wirklich hoch. Ich kenne die genaue Geschwindigkeit nicht, aber es fühlte sich schnell an. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Form. Ein Sieg ist wichtig; jetzt geht es nur noch darum, vor der Tour de France die letzten paar Prozent herauszuholen“, sagte Jasper Philipsen nach dem Sieg.
So verlief Copenhagen Sprint 2026

Frühe Flucht prägt das Rennen
Das Rennen führte über 228,2 Kilometer von Roskilde nach Kopenhagen. Nach dem Start ging es zunächst durch Nordseeland, ehe nach rund 175 Kilometern der finale Stadtkurs in der dänischen Hauptstadt erreicht wurde. Dort warteten fünf flache, aber technisch anspruchsvolle Schlussrunden – ein Finale, das auf dem Papier klar für die Sprinter gemacht war.
Bereits früh bildete sich eine fünfköpfige Spitzengruppe. Rune Herregodts (UAE Team Emirates-XRG), Anders Foldager (Team Jayco AlUla), William Blume Levy (Uno-X Mobility), Mads Andersen und Frederik Rodenberg aus der dänischen Auswahl setzten sich ab und bekamen vom Feld zunächst etwas Spielraum. Der Vorsprung wuchs zwischenzeitlich auf mehrere Minuten an, blieb aber stets kontrollierbar.
Im Peloton übernahmen vor allem die Teams der Favoriten Verantwortung. Red Bull-Bora-Hansgrohe arbeitete für Titelverteidiger Jordi Meeus, Alpecin-Premier Tech für Jasper Philipsen, Soudal Quick-Step für Tim Merlier und Unibet Rose Rockets für Dylan Groenewegen. Das Bild war lange eindeutig: Die Flucht sollte spät gestellt, das Rennen im Sprint entschieden werden.
Sturz veränderte das Finale
Je mehr sich das Rennen Kopenhagen näherte, desto kleiner wurde der Vorsprung der Ausreißer. Frederik Rodenberg fiel aus der Spitzengruppe zurück, vorne arbeiteten Herregodts, Foldager, Blume Levy und Andersen weiter zusammen. Rund 20 Kilometer vor dem Ziel betrug ihr Vorsprung nur noch wenige Sekunden. Doch genau in dieser Phase kippte das Rennen.
Auf dem Stadtkurs kam es zu einem schweren Sturz im Feld. Das Peloton riss auseinander, nur noch eine stark reduzierte erste Gruppe von rund 30 Fahrern blieb im direkten Kampf um den Sieg. Mehrere Sprinter, darunter Tim Merlier, Dylan Groenewegen und Jordi Meeus, wurden aufgehalten und konnten nicht mehr eingreifen.
Damit wurde aus dem erwarteten Massensprint ein hektisches Verfolgungsrennen. Die Ausreißer hatten plötzlich wieder eine realistische Chance, den Sprinterteams ein Schnippchen zu schlagen. Dazu kamen nasse Straßen, viele Kurven und ein Feld, dem nach dem Sturz schlicht Helfer fehlten.
Ausreißer blieben lage vorne
In der Finalrunde lagen Herregodts, Foldager, Blume Levy und Andersen noch immer an der Spitze. Der Abstand blieb lange klein, aber gefährlich stabil. Fünf Kilometer vor dem Ziel waren die Ausreißer noch immer nicht gestellt.
Im Finale versuchte die Spitzengruppe alles. Herregodts attackierte noch einmal aus der Gruppe heraus, während dahinter die verbliebenen Sprinterteams die letzten Kräfte mobilisierten. Erst im letzten Kilometer war der Zusammenschluss geschafft. Damit kam es doch noch zum Sprint – allerdings aus einer stark dezimierten Gruppe und unter deutlich chaotischeren Vorzeichen als erwartet.
Decathlon CMA CGM bereitete den Sprint für Tobias Lund Andresen vor. Der Däne eröffnete in guter Position, doch Philipsen saß direkt an seinem Hinterrad. Der Belgier wartete lange, kam dann aus dem Windschatten und zog auf den letzten Metern vorbei. Andresen blieb Platz zwei, Welsford sprintete auf Rang drei. Herregodts, der zu den Ausreißern zählte, kam sogar noch auf Rang neun.
Für Philipsen war es ein wichtiger Sieg im Hinblick auf die kommenden Wochen. Nach seiner Rennpause seit Paris-Roubaix bewies der Belgier, dass seine Sprintform rechtzeitig vor der Tour de France wieder stimmt. Entscheidend war dabei nicht nur seine Endgeschwindigkeit, sondern auch seine Positionierung in einem Finale, in dem Stürze, Wetter und fehlende Helfer das Rennen komplett neu sortierten.
Ergebnis Copenhagen Sprint der Männer 2026
1 – Jasper Philipsen (Alpecin-Premier Tech) – 4:48:21 Stunden
2 – Tobias Lund Andresen (Decathlon CMA CGM Team) +0:00
3 – Sam Welsford (Netcompany Ineos) +0:00
4 – Tord Gudmestad (Decathlon CMA CGM Team) +0:00
5 – Danny van Poppel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) +0:00
6 – Max Walscheid (Lidl-Trek) +0:00
7 – Frits Biesterbos (Team Picnic PostNL) +0:00
8 – Jason Tesson (TotalEnergies) +0:00
9 – Rune Herregodts (UAE Team Emirates-XRG) +0:00
10 – Søren Kragh Andersen (Lidl-Trek) +0:00
Foto: Photonews.be
