Start Profi-Sport Giro d’Italia 2026: Die GC-Favoriten im großen Formcheck

Giro d’Italia 2026: Die GC-Favoriten im großen Formcheck

Übersicht

Jonas Vingegaard reist als klarer Top-Favorit zu seinem ersten Giro d’Italia. Er kann sich gleich bei seiner Premiere das Rosa Trikot sichern. Doch hinter dem Dänen ist die Ausgangslage offen. Keiner der Fahrer des Vorjahrespodiums starten in 2026 bei der Italien-Rundfahrt. Allerdings starten mit Adam Yates, Jay Vine, Jai Hindley, Giulio Pellizzari, Santiago Buitrago, Felix Gall, Egan Bernal, Thymen Arensman, Ben O’Connor, Derek Gee-West und Enric Mas hochinteressante Profis in die erste Grand tour der Saison. Dieser Mix aus Klassementfahrern und Kletterern verspricht zumindest bei Kampf ums Podium beziehungsweise die Top Fünf ein offenes Rennen um die Plätze.

Alpecin Cycling hat sich Jonas Vingegaard und seine zehn Hauptkonkurrenten genauer angesehen.

Jonas Vingegaard | Team Visma-Lease a Bike | 29 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: – | Beste Giro-Platzierung: –

Ein Blick auf den bisherigen Saisonverlauf reicht, um zu verstehen, warum Jonas Vingegaard als der große Top-Favorit auf den Gesamtsieg beim 109. Giro d’Italia gilt. Der Däne aus dem Team Visma | Lease a Bike bestreitet in diesem Jahr zum ersten Mal die Italien-Rundfahrt – und reist dennoch mit der Aura des klaren Mannes, den es zu schlagen gilt, an. Zwar stieg er krankheits- und verletzungsbedingt etwas später in die Saison ein, doch ab diesem Moment lieferte er auf beeindruckende Weise ab.

Sowohl bei Paris-Nizza als auch bei der hochklassig besetzten Katalonien-Rundfahrt dominierte Vingegaard das Geschehen. Beide Rennen gewann er souverän, dazu sicherte er sich jeweils zwei Etappensiege. Spätestens damit war klar: Der Däne ist pünktlich zum Giro in Bestform. Gerade in einem Rennen, das lange Anstiege, Belastung über drei Wochen und ein hohes Maß an Kontrolle verlangt, bringt Vingegaard nahezu alles mit, was es für den Gesamtsieg braucht.

Hinzu kommt, dass Visma | Lease a Bike ihm eine starke Mannschaft an die Seite stellt. Mit Sepp Kuss und Wilco Kelderman hat Vingegaard zwei verlässliche und erfahrene Berghelfer dabei, die wissen, wie man einen Kapitän durch eine Grand Tour trägt. Neuzugang Davide Piganzoli dürfte bei seiner dritten Giro-Teilnahme ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Der 23 Jahre alte Italiener fuhr 2024 und 2025 jeweils für das Team Polti in die Top 15 der Gesamtwertung und bringt damit nicht nur Kletterstärke, sondern auch wertvolle Giro-Erfahrung mit.

Und über allem schwebt noch ein zusätzlicher Reiz: Sollte Vingegaard diese Italien-Rundfahrt gewinnen, wäre er der bislang einzige Fahrer seiner Generation, der das Grand-Tour-Triple aus Giro, Tour und Vuelta als Sieger vollendet. Allein das verleiht seinem Start beim Giro 2026 zusätzliche historische Bedeutung.

Adam Yates | Team UAE Emirates-XRG | 33 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: 9. Platz (2017)

Nach dem Ausfall des ursprünglich eingeplanten Leaders João Almeida rückt Adam Yates beim Team UAE Team Emirates XRG in eine deutlich zentralere Rolle. Eigentlich war der Brite eher als Edelhelfer für den Giro und später auch für die Tour de France vorgesehen. Nun aber dürfte er beim Giro 2026 gemeinsam mit Jay Vine die sportliche Verantwortung tragen – und genau das macht ihn zu einem der spannendsten Namen im Klassement.

Die Vorbereitung jedenfalls stimmt. Zuletzt gewann Yates in Spanien die fünftägige Rundfahrt O Gran Camiño und sicherte sich dort auch einen Etappensieg. Das war nicht nur ein Formsignal, sondern vor allem ein Hinweis darauf, dass der 33-Jährige sich pünktlich zum Giro auf einem sehr guten Niveau befindet. Und Yates hat längst bewiesen, dass er über drei Wochen liefern kann. Mehrfach fuhr er bei Grand Tours in die Top fünf, sein bislang bestes Ergebnis war Rang drei bei der Tour de France 2023 – hinter Jonas Vingegaard und Tadej Pogačar.

Was für ihn spricht: Yates bringt Erfahrung, Kletterstärke und die nötige Ruhe für ein großes Klassement mit. Außerdem kann er sich auf ein starkes Team verlassen. Mit Mikkel Bjerg, Jay Vine, Marc Soler, Jhonatan Narváez, Jan Christen und António Morgado steht ihm eine Mannschaft zur Seite, die ihm in nahezu jedem Terrain den Rücken freihalten kann. Die große Frage ist eher, wie offensiv UAE die Doppelspitze tatsächlich spielt. Klar ist aber: Wenn Yates gesund durch die drei Wochen kommt, gehört er ganz klar in den Kreis der Podiumsanwärter.

Jay Vine | Team UAE Emirates-XRG | 30 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: 34. Platz (2023)

Im Gegensatz zu Adam Yates steht hinter der Form von Jay Vine noch ein Fragezeichen. Dabei begann die Saison des Australiers eigentlich glänzend. Nach seinem Titel bei den nationalen Meisterschaften im Einzelzeitfahren gewann er auch die Tour Down Under und setzte damit direkt ein Ausrufezeichen. Vine schien auf dem Weg in ein außergewöhnlich starkes Frühjahr – bis ihn eine Sturzverletzung wieder mal ausbremste.

Auch der Wiedereinstieg verlief nicht reibungslos. Bei der Katalonien-Rundfahrt musste Vine nach einem Sturz früh aufgeben. Genau darin liegt vor dem Giro die Unsicherheit: Nicht seine Klasse steht infrage, sondern vielmehr die Frage, wie stabil und belastbar er über volle drei Wochen wirklich ist. Denn an guten Tagen gehört Vine am Berg zu den stärksten Fahrern im Feld. Dazu kommt, dass ihm das einzige lange Zeitfahren dieses Giro mit seinen 42 Kilometern sehr entgegenkommen dürfte.

Sein Problem ist bislang weniger das Talent als die Substanz. Vine hat schon mehrfach gezeigt, was er kann: drei Etappensiege bei Grand Tours, dazu zweimal das Bergtrikot bei der Vuelta a España. Gleichzeitig fehlt bislang noch die ganz große Platzierung in der Gesamtwertung. Auch, weil ihm Verletzungen und Rückschläge immer wieder dazwischenfunkten. Sollte er diesmal gesund durchkommen und sich auf den hektischen Sprint- und Klassikeretappen keine Probleme einhandeln, dann ist Vine weit mehr als nur ein Edelhelfer. Im besten Fall könnte er sogar selbst zu einem ernsthaften Podiumskandidaten werden.

Felix Gall | Decathlon CMA CGM | 28 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 1 | Beste Giro-Platzierung: 56. Platz (2022)

Felix Gall gehört zu den Fahrern, denen dieser Giro grundsätzlich liegen müsste. Decathlon CMA CGM geht mit ihm klar auf Gesamtklassement, und er zählt zu den stärksten Kletterern im Starterfeld. Genau dort liegt auch sein großes Pfund: Wenn die Etappen lang, hoch und unruhig werden, kann Gall mit fast jedem im Feld mitfahren. Die Frage ist eher, ob er über drei Wochen konstant genug bleibt, um daraus auch ein ganz großes Klassement zu machen. Denn der Giro 2026 hat zwar viele schwere Bergetappen, aber eben auch ein langes 42-Kilometer-Zeitfahren – und genau dort dürfte Gall im Vergleich zu Vingegaard oder auch anderen kompletteren Klassementfahrern Zeit verlieren. Für ihn spricht, dass er nicht den ganz großen Außendruck eines Top-Favoriten mitbringt. Gegen ihn spricht, dass er sich kaum Schwächetage erlauben darf. Ein Podiumsplatz ist nicht ausgeschlossen, wahrscheinlicher wirkt aber ein Kampf um die Top fünf.

Egan Bernal | Netcompany Ineos | 29 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: Sieg (2021)

Egan Bernal ist einer der großen Fahrer dieses Giro. Der Kolumbianer hat die Italien-Rundfahrt und die Tour de France bereits gewonnen und bringt damit etwas mit, das im Klassementkampf nie zu unterschätzen ist: Er weiß, wie man ein solches Rennen nicht nur fährt, sondern beherrscht. Bei Netcompany Ineos geht Bernal 2026 gemeinsam mit Thymen Arensman als Co-Leader an den Start, und allein diese Konstellation zeigt, wie viel man ihm intern noch immer zutraut.

Was für ihn spricht, ist offensichtlich: Wenn Bernal körperlich stabil bleibt, gehört er zu den komplettesten Bergfahrern im Feld. Er kann lange Anstiege hart fahren, ist renntaktisch clever und bringt die Aura eines ehemaligen Grand-Tour-Siegers mit. Die offene Frage ist weniger seine Klasse als vielmehr, ob er über drei Wochen wirklich wieder jenes absolute Topniveau halten kann, das man für den ganz großen Wurf gegen einen Fahrer wie Jonas Vingegaard braucht. Für das Podium muss vieles passen, aber unmöglich ist es nicht. Und wenn Bernal seinen Rhythmus findet, wird er schnell zu einem Konkurrenten, den niemand gern an seiner Seite hat.

Thymen Arensman | Netcompany Ineos | 26 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 4 | Beste Giro-Platzierung: 6. Platz (2023 & 2024)

Thymen Arensman geht als Co-Leader in diesen Giro, und das passt zu seinem Profil. Arensman ist nicht der Star, sondern eher ein Fahrer, der sich über Konstanz, Kletterstärke und ein starkes Zeitfahren ins Rennen hineinarbeitet. Gerade bei einer Italien-Rundfahrt mit einem langen Einzelzeitfahren kann das enorm wertvoll werden.

Seine große Stärke liegt darin, dass er im Gesamtklassement oft weniger spektakulär als verlässlich wirkt. Arensman muss nicht jeden Tag glänzen, um am Ende sehr weit vorne zu landen. Genau deshalb ist er ein Fahrer, der über drei Wochen gefährlich werden kann, wenn andere einbrechen. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob er schon diesen „Schliff“ besitzt, um aus einem sehr guten Giro ein wirklich herausragendes Ergebnis zu machen. Für die Top fünf ist Arensman absolut ein realistischer Kandidat, fürs Podium müsste er vermutlich noch einmal eine Schippe drauflegen oder von Rennverläufen profitieren.

Derek Gee-West | Lidl-Trek | 28 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: 4. Platz (2025)

Derek Gee-West ist einer der interessantesten Namen dieser Startliste. Der Kanadier wurde beim Giro 2025 Vierter und kehrt damit zu genau dem Rennen zurück, bei dem er sich endgültig als Klassementfahrer etabliert hat. Bei Lidl-Trek bekommt er nun die Chance, das Ganze in einem neuen Umfeld zu bestätigen. Seine jüngsten Ergebnisse – Rang sieben bei der UAE Tour und Platz zwölf bei der Tour of the Alps – sind solide, aber nicht überragend. Genau darin liegt auch die Einordnung: Gee ist kein Fahrer, der im Vorfeld alles dominiert, sondern einer, der über drei Wochen oft stärker wird. Dazu kommt, dass ihm das einzige lange Zeitfahren dieses Giro eher entgegenkommen dürfte. Die große Frage ist, ob er in den ganz steilen Hochgebirgsetappen die pure Kletterklasse der besten Bergfahrer mitgehen kann. Für die Top fünf ist er absolut ein Kandidat, fürs Podium braucht es aber vermutlich noch einmal einen klaren Schritt nach vorn.

Santiago Buitrago | Bahrain Victorious | 26 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: 12. Platz (2022)

Santiago Buitrago ist so ein Fahrer, den man in einer Favoritenvorschau besser nicht unterschätzt. Bahrain Victorious schickt mit dem Kolumbianer einen Bergfahrer ins Rennen, der jederzeit eine Etappe oder auch deutlich mehr gewinnen kann. Spätestens mit seinem Solosieg bei der Trofeo Laigueglia hat Buitrago in diesem Frühjahr gezeigt, dass die Form stimmt und der Punch da ist. Gerade dann, wenn Rennen unruhig, hart und explosiv werden, ist er brandgefährlich.

Was für ihn spricht: Buitrago hat die Klasse, um an richtig guten Tagen mit den Besten mitzuhalten. Vor allem an steilen Bergen und in giftigen Finals liegt ihm dieser Giro. Dazu kommt, dass er mit Damiano Caruso einen extrem erfahrenen Mann an seiner Seite hat. Der Italiener wurde beim Giro bereits Gesamtzweiter und weiß genau, wie man eine dreiwöchige Rundfahrt liest, kontrolliert und übersteht. Für Buitrago kann das in den entscheidenden Momenten ein enorm wichtiger Faktor werden.

Die große Frage bleibt allerdings die Konstanz. Denn ein starker Giro wird nicht nur mit explosiven Beinen in den Bergen gewonnen, sondern auch mit Stabilität im Zeitfahren, in hektischen Übergangsetappen und an jenen Tagen, an denen es schlicht ums Überleben geht. Genau dort wirkte Buitrago in Grand Tours bislang nicht immer vollkommen sattelfest. Seine Leistungsobergrenze ist hoch, also das Niveau, das er im Idealfall erreichen kann. Die reicht durchaus, um vom Podium zu träumen. Noch wirkt sein Profil aber eher wie das eines Fahrers für Etappensieg plus starkes Top-10-Klassement als für den ganz großen Wurf. Wenn allerdings alles ineinandergreift, kann Buitrago in diesem Giro sehr weit vorne landen.

Jai Hindley | Red Bull-Bora-Hansgrohe | 30 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 5 | Beste Giro-Platzierung: Sieg (2022)

Jai Hindley bringt etwas mit, das im Feld mit Ausnahme von Egan Bernal kein anderer Fahrer aufweisen kann: Er weiß, wie man den Giro d’Italia gewinnt. Der Australier triumphierte 2022 und geht nun gemeinsam mit Giulio Pellizzari als Doppelspitze von Red Bull-Bora-Hansgrohe ins Rennen. Das allein macht ihn zu einem der ernsthaftesten Herausforderer von Jonas Vingegaard. Hindley ist kein angriffslustiger Fahrer, sondern eher ein Fahrer, der sich über Härte, Ausdauer und Rennintelligenz definiert. Gerade deshalb passt der Giro traditionell gut zu ihm.

Die offene Frage lautet eher, wo er im internen Gefüge seines Teams genau steht. Denn Pellizzari kommt mit viel Momentum, Hindley dagegen eher mit dem Bonus seiner Erfahrung und seines Palmares. Daraus kann eine starke Doppeloption entstehen – oder eine diffuse Hierarchie. Klar ist: Wenn Hindley annähernd sein bestes Grand-Tour-Niveau erreicht, gehört er in die Nähe des Podiums. Ob es wirklich für den ganz großen Angriff auf Vingegaard reicht, ist eine andere Frage.

Giulio Pellizzari | Red Bull-Bora-Hansgrohe | 22 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 2 | Beste Giro-Platzierung: 6 Platz (2025)

Giulio Pellizzari ist der vielleicht spannendste und stärkste Herausforderer von Vingegaard. Der 22 Jahre alte Italiener hat mit dem Gesamtsieg bei der Tour of the Alps unmittelbar vor dem Giro seinen Leistungssprung bestätigt und geht nun mit maximalem Rückenwind in seine Heimat-Rundfahrt. Auch Vincenzo Nibali traut ihm bereits einen Platz ganz vorne zu. Das alles kommt nicht von ungefähr: Pellizzari ist ein echter Kletterer, fährt offensiv und hat in den Bergen die Explosivität, um selbst sehr starke Gegner unter Druck zu setzen. Genau deshalb dürfte er im Hochgebirge die schärfste Waffe von Red Bull-Bora-Hansgrohe sein.

Die Unsicherheit liegt eher in seiner Jugend und in der Frage, wie stabil er über volle drei Wochen fährt, wenn plötzlich das ganze Rennen und die gesamte italienische Erwartungshaltung auf ihm lasten. Die Beine für das Podium scheint er zu haben. Jetzt muss er zeigen, dass er auch schon die Ruhe und Konstanz für ein komplettes Grand-Tour-Klassement besitzt.

Enric Mas | Movistar | 31 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: – | Beste Giro-Platzierung: –

Enric Mas ist einer der schwerer einzuordnenden Fahrer dieses Giro. Der Spanier hat nach seiner langen Zwangspause 2025 erst 2026 wieder in den Rennbetrieb zurückgefunden und bestreitet nun seinen ersten Giro d’Italia überhaupt. Allein das macht ihn zu einem interessanten Fall. Denn Mas bringt ohne Frage die Anlagen für ein starkes Klassement mit: Er ist ein ausdauernder Kletterer, in dreiwöchigen Rundfahrten grundsätzlich erprobt und auf schweren Bergetappen nur schwer abzuschütteln. Gleichzeitig schwingt hinter seiner Form ein Fragezeichen mit. Nach einer solchen Vorgeschichte ist nie ganz klar, wie belastbar ein Fahrer wirklich schon wieder ist, wenn die dritte Woche beginnt. Dazu kommt, dass das lange Einzelzeitfahren nicht unbedingt für ihn spricht. Deshalb wirkt Mas vor dem Start eher wie ein Fahrer für Platz fünf bis acht als wie ein echter Siegkandidat. Ganz abschreiben darf man ihn aber nicht – dafür ist seine Grand-Tour-Klasse zu groß.

Ben O’Connor | Jayco AlUla | 30 Jahre

Giro d‘Italia-Teilnahmen: 4 | Beste Giro-Platzierung: 4. Platz (2024)

Ben O’Connor wirkt in diesem Feld wie einer der Fahrer mit dem klarsten Profil. Der Australier hat den Giro 2026 früh als großes Saisonziel benannt und kommt mit der Erfahrung von bereits vier Giro-Teilnahmen sowie Rang vier aus dem Jahr 2024 an den Start. Jayco AlUla baut sein Aufgebot klar um ihn herum auf. Seine Form in diesem Frühjahr wurde als solide, aber nicht spektakulär beschrieben; zuletzt wurde er Achter bei der Tour of the Alps. Das klingt zunächst nicht nach ganz oben, passt aber durchaus zu O’Connor. Er ist kein Fahrer, der im April alles kurz und klein fährt, sondern eher einer, der in einer Grand Tour über Geduld, Kletterstärke und Zähigkeit in seine beste Form hineinwachsen kann. Für den Gesamtsieg erscheint die Aufgabe gegen Vingegaard sehr groß. Fürs Podium ist O’Connor aber absolut ein Mann, den man ernst nehmen muss. Gerade wenn andere Favoriten schwächeln oder sich taktisch neutralisieren, kann er derjenige sein, der davon profitiert.

Aufmacherfoto: RCS Sport /LaPresse