Erstmals in der Geschichte der Tour de France Femmes ein Grand Départ in Großbritannien und erstmals ein Mannschaftszeitfahren. Und den Abschluss bildet eine Bergankunft am mythischen Vulkanberg Puy de Dôme. Die Tour de France Femmes 2027 verbindet neue Schauplätze mit einem geschichtsträchtigen Finale. Vom 30. Juli bis 7. August führt die sechste Ausgabe der Frankreich-Rundfahrt der Frauen über neun Etappen vom britischen Leeds ins französische Zentralmassiv. Insgesamt summieren sich die Tagesabschnitte auf 1.156 Kilometer mit 17.665 Höhenmetern. Alpen und Pyrenäen lässt die Rundfahrt diesmal aus. Allerdings sind die letzten drei Etappen durchs Zentralmassiv äußerst anspruchsvoll – zwei davon enden mit einer Bergankunft.
Streckencheck: Der Parcours der Tour de France Femmes 2027

Die sechste Ausgabe der Tour de France Femmes avec Zwift beginnt erstmals in Großbritannien. Nach zwei klassischen Straßenetappen zwischen Leeds, Manchester und Sheffield beschließt ein 18 Kilometer langes Mannschaftszeitfahren in London den Grand Départ in Großbritannien. Anschließend führt die Strecke von der französischen Kanalküste durch die Normandie und über die Regionen um Orléans und Bourges ins Zentralmassiv.
Rennveranstalter A.S.O. teilt die Strecke in vier Flachetappen, zwei hügelige Etappen, zwei Bergetappen und ein Mannschaftszeitfahren ein. Allerdings bedeutet die Einstufung „Flachetappe“ nicht immer zwangsläufig eine leichte Aufgabe für die Sprinterinnen. Sowohl zum Auftakt nach Manchester als auch auf den Teilstücken nach Calais und Magnanville stehen kurze, teilweise steile Anstiege im Finale im Weg.
Bereits der zweite Tag bietet mit 2.800 Höhenmetern und mehreren zweistelligen Durchschnittssteigungen genügend Schwierigkeiten für erste Abstände im Gesamtklassement. Tags darauf kommt es beim Mannschaftszeitfahren auch auf die Qualität der Helferinnen an, ob und mit welchem Rückstand oder Vorsprung eine Klassementfahrerin Frankreich erreicht.
Die beste Gelegenheit für die Sprinterinnen bietet das sechste Teilstück nach Bourges. Danach beginnt die finale Trilogie im Zentralmassiv. Zunächst mit der Bergankunft in La Loge des Gardes, anschließend eine schwere Mittelgebirgsetappe über die Pässe der Auvergne nach Clermont-Ferrand. Mit dem Col de la Croix Saint-Robert erreichen die Fahrerinnen dabei auf 1.451 Metern das Dach der Rundfahrt. Zum Abschluss folgt die längste, schwerste und höhenmeterreichste Etappe. Nach zahlreichen Anstiegen führt sie auf den mythischen Vulkanberg Puy de Dôme.
1. Etappe | 30. Juli 2027 | Leeds – Manchester | 86 km | 1.400 hm

Die Eröffnungsetappe der Tour de France Femmes ist mit 86 Kilometern der kürzeste Tagesabschnitt – mit Ausnahme des Mannschaftszeitfahrens. Die erste Etappe führt über 86 Kilometer und 1.400 Höhenmeter von Leeds nach Manchester. Nach dem Start in Leeds verläuft der Parcours zunächst über die Côte de Kirkheaton. Sie bildet mit 1,7 Kilometern und durchschnittlich 7,5 Prozent die erste Schwierigkeit. Deutlich anspruchsvoller wird es dann zur Mitte der Etappe mit der Côte de Meltham. Der 3,2 Kilometer lange Anstieg hat eine durchschnittliche Steigung von 8,4 Prozent. Nachdem die Fahrerinnen Greenfield erreicht haben, sind es weniger als acht Kilometer zum dritten und letzten kategorisierten Anstieg des Tages: der Côte de Delph mit 2,1 Kilometern bei durchschnittlich 6,3 Prozent. Von der Bergwertung sind es etwas weniger als 25 Kilometer bis ins Ziel. Die größte Gefahr bei dieser Etappe könnte im offenen Gelände durch den Wind entstehen. Wenn alles halbwegs normal und geordnet verläuft, dürfte es in Manchester aus einem geschlossenen Feld einen Massensprint geben.
2. Etappe | 31. Juli 2027 | Manchester – Sheffield | 154 km | 2.800 hm

Am zweiten Tag folgt ein 154 Kilometer langer Abschnitt von Manchester durch den Peak District nach Sheffield. Mit 2.800 Höhenmetern und sieben kategorisierten Anstiegen besitzt das Teilstück den Charakter eines Frühjahrsklassikers. Ein Terrain für Puncheurinnen, auf dem auch die Anwärterinnen auf den Gesamtsieg aufmerksam fahren müssen.
Über Stockport und New Mills führt die Strecke zunächst tendenziell leicht bergauf nach Buxton. Nach der Côte de Calton (1,6 Kilometer mit 6,3 Prozent) wartet am Winnats Pass eine besonders anspruchsvolle Passage auf die Fahrerinnen. Auf nur 1,4 Kilometern weist die durchschnittliche Steigung 12,3 Prozent auf. In diesem Mittelteil der Etappe folgen die Côte de Chunal (1,4 Kilometer mit 7,1 Prozent) und der längere Snake Pass. Er ist 5,4 Kilometer lang und besitzt eine durchschnittliche Steigung von 4,6 Prozent. Wenn hier ein Team offensiv fährt, könnten zumindest die Sprinterinnen und ihre Helferinnen abgehängt werden.
Danach führt der Parcours für rund 30 Kilometer über welliges Terrain, ehe die Côte de Bradfield das Finale einläutet. Sie ist 1 Kilometer lang und im Mittel 8,8 Prozent steil. Nach einer steilen Abfahrt folgt die Côte d’Oughtibridge mit 1,5 Kilometern bei 9,1 Prozent. Sechs Kilometer vor dem Ziel könnte an der 800 Meter langen, aber im Mittel 10,8 Prozent steilen Jenkin Road eine Vorentscheidung fallen.
Diese letzten drei aufgeführten Anstiege waren auch Teil der 2. Etappe der Tour de France 2014, die Vincenzo Nibali gewann und bei der er Gelb übernahm.
3. Etappe | 1. August 2027 | London – London | 18 km | 85 hm

Eine Premiere gibt es zum Abschluss des Grand Départ in Großbritannien. Erstmals in der Geschichte der Tour de France Femmes gibt es ein Mannschaftszeitfahren. Durch die Straßen von London führt die 18 Kilometer lange Strecke. Sie verläuft unter anderem an Westminster und Big Ben vorbei, über die Tower Bridge und die London Bridge sowie zur St Paul’s Cathedral. Über Trafalgar Square und Piccadilly Circus geht es weiter in Richtung Hyde Park und Buckingham Palace, ehe das Ziel auf The Mall erreicht wird.
Mit nur 85 Höhenmetern spielen Anstiege kaum eine Rolle. Dafür verlangt die technische Streckenführung eine präzise Abstimmung im Team. In den Kurven und beim anschließenden Beschleunigen dürfen keine unnötigen Lücken entstehen. Ein gleichmäßiger Rhythmus und gut abgestimmte Führungswechsel dürften neben der reinen Leistungsfähigkeit über den Ausgang entscheiden.
4. Etappe | 2. August 2027 | Le Touquet Paris-Plaige – Calais | 123 km | 1580 hm

Die erste Etappe auf französischem Boden führt über 123 Kilometer von Le Touquet-Paris-Plage nach Calais. Trotz der fünf kaegorisierten Anstiegen und ingesamt und 1.580 Höhenmeter dürften am Ende die Sprinterinnen um den Etappensieg kämpfen.
Nach rund 20 Kilometer steigt die Straße erstmals an, die ersten kategorisierten Steigungen folgwn alerdings erst nach 45 Kilomtern. Den Anfang machen die Anstiege in Nielles-lès-Bléquin und Harlettes. Sie sind beide gut einn Kilmetre lamg und ihre Steigingsprozemte liegen bei 7,7 sowie 6,9 Prozent. Kurz nach Rennmitte erreicht das Peloton den Ort Licques. Über den anstig nach Ventus, en Ort Marwuise steuern die Faherinnen auf die Côte de Bazinghen zu.Ein Anstig mit einer Länge von 900 Mern und 7,5 Prozent sTeiguing Danach erreicht das Peloton bei Wissant die Küste. Hier könnte bei einer Wndkantensituation Positionierung im Feld entscheidend werden.
Die letzte Schwierigkeit dieses Tages ist dann die Côte du Cap Blanc-Nez. Sie luegt zwölf Kilometer vor dem Zielund könnze ein oidealex Springbrett für eine Attacke sein. 900 Meter lang undim Durchschnitt 7,7 Prozent szeil ist sie. Ein gewisser Wout van Aert ging hier in die IOfemsive und feierte kurz später in Calais seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France 2022.
5. Etappe | 3. August 2027 | Neufchatel En-Bray – Magnanville | 161 km | 1.940 Höhenmeter

Die fünfte Etappe ist mit 161 Kilometern nicht nur das bislang längste Teilstück, sondern mit knapp 2.000 Höhenmetern auch das schwerste. Auf dem Weg von Neufchâtel-en-Bray aus der Normandie zum Etappenziel nach Magnanville in der Region Île-de-France müssen die Fahrerinnen acht kategorisierte Steigungen und insgesamt noch einmal genau so viele unkategorisierte erklimmen.
Bereits auf den ersten zwölf Kilometern gibt es mit der Côte d’Osmoy und der Côte d’Eawy einen Doppelpack. Anschließend verläuft die Strecke wellig durch die Orte Saint-Saëns, Lyons-la-Forêt und Dangu zur Côte de Molincourt. Sie markiert praktisch die letzten 50 Kilometer der Etappe, die ein einziges Auf und Ab sind. In Abfolge von fünf bis zehn Kilometern stellen sich den Fahrerinnen die Côte de Dampsmesnil, die Côte de Valcorbon sowie die Côte de Baudemont und die Côte d’Amenucourt in den Weg. Besonders die beiden Letztgenannten sind mit über 10 Prozent sehr steil.
Wellig führen die letzten 20 Kilometer ins Ziel. Die Côte de Follainville bildet bei Rennkilometer 151,5 die letzte ausgewiesene Bergwertung. Bis zum Ziel bleiben danach noch 9,5 Kilometer. Allerdings steigt auch die Zielanfahrt an: Der letzte Kilometer nach Magnanville weist durchschnittlich fünf Prozent Steigung auf. Das Finale dürfte daher vor allem bergfesten, endschnellen Fahrerinnen entgegenkommen.
6. Etappe | 4. August 2027 | Orleans – Bourges | 138 km | 820 hm

Vor den schweren Etappen bekommen die Sprinterinnen an Tag sechs eine Chance auf den Tagessieg. Nur 138 Kilometer trennen Startort Orléans vom Ziel in Bourges. DIe Strecke führt weitestgehend flach und ohne Bergwertung durch die Wälder der Sologne und die Landschaft des Berry. Insgesamt summieren sich die Wellen auf 820 Höhenmeter im Streckenplan.
Die Teams der endschnellen Fahrerinnen müssen die Ausreißergruppe kontrollieren und ihre Kapitäninnen rechtzeitig nach vorne bringen. Auf der langen Zielgeraden ist dann neben der Position auch das Timing gefragt: Die letzten 900 Meter steigen mit durchschnittlich zwei Prozent an.
7. Etappe | 5. August 2027 | Nevers – La Loge des Gardes | 155 km | 2.200 hm

Mit der siebten Etappe beginnt der finale Dreierblock im Zentralmassiv. Den Auftakt macht der 155 Kilometer lange Tagesabschnitt, der von Nevers zur ersten Bergankunft dieser Frankreich-Rundfahrt nach La Loge des Gardes führt. Strecke über 155 Kilometer und 2.200 Höhenmeter
Nach dem Start in Nevers und der Überquerung der Loire bleibt das Terrain zunächst vergleichsweise moderat. Über Jaligny-sur-Besbre und Lapalisse gelangen die Fahrerinnen in Richtung der Montagne bourbonnaise – zu den Hauptschwierigkeiten des Tags. Kurz hinter Lapalisse, nach knapp 100 Kilometern, steigt die Straße erstmals an. Zunächst für rund 35 Kilometer moderat bis nach Lapurgne auf 711 Meter. Kurz danach beginnt die nur 2,1 Kilometer lange kategorisierte Bergwertung zur Côte du Point du Jour mit ihrer durchschnittlichen Steigung von 8,6 Prozent. Danach folgt eine rund zwölf Kilometer lange Abfahrt, ehe der Schlussanstieg nach La Loge des Gardes beginnt. Dieser führt über 6,7 Kilometer mit durchschnittlich 7,1 Prozent hinauf zur Ziellinie auf 1.077 Metern. Mehrere Abschnitte liegen bei knapp acht Prozent oder mehr. Am Ende dieses Tags dürfte es erstmals eine größere Zäsur im Gesamtklassement geben.
8. Etappe | 6. August 2027 | La Bourbole – Clermont Ferrand | 151 km | 3.000 hm

Die Schwierigkeiten der Etappen steigern sich von Tag zu Tag. Der vorletzte Tagesabschnitt führt über 151 Kilometer von La Bourboule nach Clermont-Ferrand und reißt die 3.000-Höhenmeter-Marke. Sechs kategorisierte Bergwertungen sorgen in der Region Puy-de-Dôme für ein wahres Feuerwerk. Keiner der Anstiege ist länger als sieben Kilometer, aber das ständige Auf und Ab im Zentralmassiv wird seine Spuren hinterlassen.
Unmittelbar nach dem Start in La Bourboule beginnt die 5,4 Kilometer lange Steigung mit durchschnittlich fünf Prozent zur Côte de la Stèle. Ideal, um das Rennen früh explodieren zu lassen. Über Picherande erreichen die Fahrerinnen bergauf und unkategorisiert Super Besse (1.283 Meter). Über Besse-et-Saint-Anastaise steuern die Fahrerinnen auf den Col de la Croix Saint-Robert zu. Nach einem 5,2 Kilometer langen Anstieg mit durchschnittlich 6,4 Prozent Steigung erreichen sie bei Rennkilometer 64,5 die Passhöhe auf 1.451 Metern. Dies ist zugleich auch der höchste Punkt der gesamten Rundfahrt. Nach einer kurzen steilen Abfahrt folgen der Col de la Croix Morand mit 6,8 Kilometern bei fünf Prozent sowie die Côte de la Murol. Über Aydat und die Côte de la Rouillas verlieren die Fahrerinnen Höhe und erreichen nach gut 120 gefahrenen Kilometern erstmalig den Zielort Clermont-Ferrand.
Nach einer ersten Passage durch die Stadt beginnt der Anstieg zur Côte de Charade. Sechs Kilometer mit durchschnittlich 5,9 Prozent führen bis zur Bergwertung bei Rennkilometer 134,5. Danach bleiben noch 16,5 Kilometer bis ins Ziel, die zum ganz großen Teil bergab zurückgelegt werden. Im Finale folgt noch eine kurze, steile Rampe, ehe die Tagessiegerin feststeht.
9. Etappe | 7. August 2027 | Clermont-Ferrand – Puy de Dome | 170 km | 3.840 hm

Das „Beste“ kommt zum Schluss – zumindest für die Zuschauer:innen. Die Final-Etappe der Tour de France Femmes endet mit einer Bergankunft am mythischen Vulkanberg Puy de Dôme. Mit seinen 170 Kilometern und 3.840 Höhenmetern ist der Tagesabschnitt zugleich der längste und auch der schwerste. Die Königinnen-Etappe beginnt im Zielort des achten Tagesabschnitts Clermont-Ferrand und schickt die Fahrerinnen zunächst über sechs kategorisierte Bergwertungen im Zentralmassiv, ehe der krönende Abschluss bevorsteht. Über 11,3 Kilometer mit durchschnittlich 7,8 Prozent verläuft der Finalanstieg hoch ins Ziel auf 1.415 Meter.
Den Auftakt bei dieser Bergetappe macht die Côte de Ternant. Ihr 5,1 Kilometer langer und durchschnittlich 6,3 Prozent steiler Anstieg beginnt an der Startlinie. Anschließend führt die Strecke durch die Schluchtenlandschaft der Sioule. Die Anstiege zum Étang des Ouches, nach Les Fades, Le Bouchet, Boisse und Saint-Jacques-d’Ambur sorgen dafür, dass kaum ein gleichmäßiger Rhythmus entstehen kann. Erst danach führt die Strecke zwar leicht ansteigend über Saint-Ours leicht ansteigend für rund 40 Kilometer in Richtung Finale. Nach einer längeren Anfahrt wartet mit der Côte de La Mouteyre eine weitere Herausforderung vor dem Schlussanstieg. Auf schmalen, rauen Straßen führt sie über 5,3 Kilometer mit durchschnittlich 6,2 Prozent bergauf. Die Bergwertung liegt bei Rennkilometer 151,5. Für die Favoritinnen könnte es hier bereits darum gehen, möglichst viele Helferinnen an ihrer Seite zu behalten.
Nach einer kürzeren Abfahrt beginnt im Örtchen Durtol (545 Meter) der 11,3 Kilometer lange Schlussanstieg zum Puy de Dôme. Die durchschnittliche Steigung von 7,8 Prozent „verdeckt“ allerdings die Unterschiede innerhalb des Anstiegs. Nach einem zunächst steilen Beginn folgen flachere Abschnitte, ehe die Straße auf den letzten gut vier Kilometern deutlich ansteigt. Die Steigungsprozente liegen dort zwischen 11,5 und 12,2. Auf 1.415 Metern endet die Tour de France Femmes 2027 nach neun Renntagen.
Karte: Geoatlas.com / A.S.O.
Profile: A.S.O.