Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) hat die 6. Etappe der Vuelta a España 2026 gewonnen. Nach 177,5 Kilometern von Alcossebre nach Castelló setzte sich der Slowene im Sprint gegen Enric Mas (Movistar) durch. Pogačar hatte am letzten Anstieg des Tages, dem Puerto El Bartolo, angegriffen und konnte sich absetzen. Mas holte ihn kurz vor der Bergwertung wieder ein. Ramses Debruyne (Alpecin-Premier Tech), der Teil einer größeren Ausreißergruppe war, die am Puerto El Bartolo eingolt wurde, belegte 46 Sekunden hinter Pogačar den dritten Platz.
Der Weltmeister feierte bereits seinen dritten Etappensieg bei dieser Vuelta und baute seine Führung in der Gesamtwertung weiter aus. Er liegt nach sechs Etappen nun 3:34 Minuten vor Mas. Roglič liegt als Dritter bereits 4:21 Minuten zurück. Alpecin-Premier -Tech-Profi Ramses Debruyne verbesserte sich in der Gesamtwertung auf den achten Platz.
So verlief die 6. Etappe der Vuelta a España 2026
Die Etappe begann offensiv. Bereits auf dem Weg zum ersten Anstieg, dem Puerto de la Serratella, folgte eine Attacke auf die nächste. Unter anderem versuchten Léo Bisiaux (Decathlon CMA CGM) und Alexey Lutsenko (NSN Cycling Team), sich abzusetzen. Doch das hohe Tempo im Feld verhinderte zunächst die Bildung einer Fluchtgruppe. Auch am Coll de la Bandereta setzte sich das Ausscheidungsfahren um die Tagesgruppe fort.
Erst nach der zweiten Bergwertung konnten sich George Bennett (NSN Cycling Team), Gijs Leemreize (Picnic PostNL), Andreas Kron (Uno-X Mobility) und Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) lösen.
Rund 100 Kilometer vor dem Ziel schlossen zwölf weitere Fahrer auf: Carlos Canal (Movistar), Wout van Aert (Visma | Lease a Bike), Tom Gloag (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team), Pello Bilbao (Bahrain Victorious), Patrick Konrad (Lidl-Trek), Ramses Debruyne (Alpecin-Premier Tech), Gianmarco Garofoli (Soudal Quick-Step), Vincenzo Albanese (EF Education-EasyPost), Hannes Wilksch (Tudor Pro Cycling Team), José Manuel Díaz (Burgos Burpellet-BH), Lars Craps (Lotto-Intermarché) und Urko Berrade (Equipo Kern Pharma). Damit führte eine 16-köpfige Gruppe das Rennen an.

UAE Team Emirates-XRG kontrollierte die Fluchtgruppe
Zwischenzeitlich sorgte das hohe Tempo auch im Peloton für Teilungen. Pogačar befand sich dabei selbst in einer vorderen Gruppe, gemeinsam mit Oscar Onley (Netcompany Ineos) und seinem Teamkollegen Jay Vine. Die verschiedenen Gruppen liefen allerdings wieder zusammen.
Wout van Aert gewann in Benicàssim den Zwischensprint und sammelte die maximale Punktzahl. Am anschließenden Alto del Desierto de las Palmas ließ er sich zurückfallen.
Am Fuß des Puerto El Bartolo, dem entscheidenden und letzten Anstieg des Tages, lagen noch etwa 1:30 Minuten zwischen den Ausreißern und der Gruppe um Pogačar.
Pogačar griff am Puerto El Bartolo an
Rund 3,5 Kilometer vor der Bergwertung startete Pogačar seine Attacke. Zunächst konnten Primož Roglič (Red Bull-BORA-hansgrohe), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Enric Mas und Oscar Onley noch reagieren. Doch schon wenig später vergrößerten sich die Abstände. Gall gehörte zu den ersten prominenten Fahrern, die nicht mehr folgen konnten. Schließlich hielt nur Onley noch Sichtkontakt zu Pogačar, ehe auch der Brite zurückfiel.
Pogačar schloss in hohem Tempo zu den verbliebenen Ausreißern auf. Ramses Debruyne und Andreas Kron waren die letzten Fahrer aus der ursprünglichen Flucht, die sich noch vor ihm hielten. Rund 23 Kilometer vor dem Ziel zog der Träger des Roten Trikots an ihnen vorbei und fuhr allein an der Spitze.

Auf dem Schotterabschnitt sah es zunächst erneut nach einer Solovorstellung des Weltmeisters aus. Dahinter fuhr jedoch Mas ein hohes Tempo. Der Movistar-Profi setzte sich von Roglič, Carapaz und den übrigen Verfolgern ab und verkürzte seinen Rückstand kontinuierlich. Nach dem Ende des Gravel-Sektors kam er Pogačar immer näher. Kurz vor der Bergwertung schloss Mas schließlich zum Slowenen auf – und fuhr sogar als Erster über den Puerto El Bartolo.
Schrecksekunde für Pogačar in der Abfahrt
In der schnellen und technisch schwierigen Abfahrt Richtung Castelló verschätzte sich der Slowene in einer Kurve, kam von der Straße ab und musste einige Meter über den unbefestigten Seitenstreifen fahren, konnte aber einen Sturz verhindern
Mas und er arbeiteten danach zusammen. Gerade auf den flacheren letzten Kilometern mit Gegenwind war das für beide von Vorteil. Die Verfolger konnten den Abstand nicht mehr entscheidend verkürzen.
Im direkten Sprint war Pogačar schließlich der Schnellere. Der Slowene zog auf den letzten Metern an Mas vorbei und gewann nach 4:12:40 Stunden seine dritte Etappe bei der Vuelta 2026. Mas wurde zeitgleich Zweiter. 46 Sekunden später gewann Ramses Debruyne den Sprint der ersten Verfolgergruppe und sicherte sich Rang drei vor Richard Carapaz, Harold Tejada (XDS Astana), Felix Gall (Decathlon CMA CGM) und Primož Roglič.
Fotos: Photonews.be
