Start Profi-Sport Vorschau 20. Etappe Tour de France 2026: Königsetappe über den Galibier nach Alpe d’Huez

Vorschau 20. Etappe Tour de France 2026: Königsetappe über den Galibier nach Alpe d’Huez

Übersicht

20. Etappe | 25. Juli | Le Bourg-d’Oisans – Alpe d’Huez | 170,9 km

Eine Etappe der Superlative ist der 20. Tagesabschnitt der Tour de France 2026. Die Königsetappe führt von Le Bourg-d’Oisans nach Alpe d’Huez. Eine gewaltige Alpenrunde mit dem Col de la Croix de Fer, dem Col du Télégraphe, dem Col du Galibier, dem Col de Sarenne und der erneuten Ankunft in Alpe d’Huez haben die Streckenplaner entworfen. Mehr geht kaum! Auf 170,9 Kilometern kommen so 5.600 Höhenmeter zusammen.

Schon die Abfolge der Anstiege zeigt die Dimension dieses Tages: Drei Berge der Hors Catégorie sowie ein Pass der 1. Kategorie stehen im Profil. Der Col du Galibier führt auf 2.642 Meter Höhe und ist damit der höchste Punkt der gesamten Tour de France 2026. Anschließend wartet mit dem Col de Sarenne eine historische Neuerung: 2013 nutzte die Tour diese Straße bereits für die Abfahrt von Alpe d’Huez. 2026 wird der Pass erstmals von seiner Südostseite erklommen und bildet die letzte große Schwierigkeit dieser Rundfahrt.

Die schwerste Bergetappe am letzten Samstag

Dass die Tour-Organisatoren ihre schwerste Bergetappe erst am vorletzten Renntag platziert haben, soll dem Kampf um die Gesamtwertung besondere Spannung verleihen. Zugleich bildet dieser Abschnitt das Finale des von den Streckenplanern angedachten Crescendos. Ein offener Kampf um das Gelbe Trikot setzt allerdings voraus, dass die Abstände nicht bereits so groß sind wie nach den ersten zehn Etappen. Im Rennen um das Podium oder eine Top-Ten-Platzierung bietet das Profil jedoch zahlreiche taktische Optionen.

Tourmalet, Solaison, Alpe d’Huez – und nun der endgültige Showdown

Die Tour de France 2026 hat den Fahrern bereits zahlreiche schwere Bergprüfungen abverlangt. Der Col du Tourmalet prägte die Pyrenäen-Etappe nach Gavarnie-Gèdre. Das Plateau de Solaison bildete eine steile Bergankunft vor dem zweiten Ruhetag. In der dritten Woche folgten Orcières-Merlette und die klassische Auffahrt nach Alpe d’Huez.

Die 20. Etappe bündelt nun noch einmal alles, was eine große Tour-Entscheidung ausmacht. Sie ist lang genug für einen kräftezehrenden Hochgebirgstag, enthält mit dem Galibier den höchsten Punkt des Rennens und endet über eine neue Auffahrt nach Alpe d’Huez. Anders als auf vielen vorletzten Etappen, auf denen das Klassement bereits festgezurrt sein kann, zwingt dieses Profil die Favoriten dazu, bis unmittelbar vor Paris wachsam zu bleiben.

Auch für das Bergtrikot ist der Tagesabschnitt von enormer Bedeutung. Drei Hors-Categorie-Pässe und ein Anstieg der 1. Kategorie bieten noch einmal 70 Punkte. Sollte die Wertung bis zu diesem Zeitpunkt offen sein, kann die Entscheidung ebenso wie der Kampf um Gelb erst auf dieser Königsetappe fallen.

Strecke der 20. Etappe der Tour de France 2026

Der Start erfolgt in Le Bourg-d’Oisans am Fuße von Alpe d’Huez. Von dort führt die Route zunächst nordwärts über Allemond und durch das Tal der Eau d’Olle nach Le Verney, das eingebettet in der Hochgebirgslandschaft zwischen Isère und Savoie liegt.

Hinter Le Verney beginnt bereits bei Rennkilometer 8,7 der Anstieg zum ersten Berg des Tages – dem Col de la Croix de Fer.

Col de la Croix de Fer: Hors-Catégorie-Auftakt nach nur 33 Kilometern

Dieser Anstieg der Hors Catégorie ist 24 Kilometer lang, durchschnittlich 5,2 Prozent steil und führt die Fahrer auf eine Passhöhe von 2.067 Metern. Zwar wirkt die durchschnittliche Steigung für einen Alpenpass dieser Dimension moderat. Doch die Länge des Anstiegs und seine frühe Position im Rennen machen die Auffahrt ausgesprochen anspruchsvoll. Vom Start in Le Bourg-d’Oisans aus müssen die Fahrer mehr als 1.300 Höhenmeter überwinden, bevor sie die erste Bergwertung des Tages erreichen.

Nach der Passhöhe folgt eine lange Abfahrt über Saint-Sorlin-d’Arves in die Maurienne. Das Rennen erreicht Saint-Jean-de-Maurienne und führt anschließend talaufwärts in Richtung Saint-Julien-Mont-Denis.

Bei Rennkilometer 66,5 wird in Saint-Julien-Mont-Denis die einzige Sprintwertung des Tages ausgefahren. Nach dem rund 15 Kilometer langen Abschnitt im Tal folgt die Kombination aus Col du Télégraphe und Col du Galibier – zwei schwere Anstiege, die ohne nennenswerte Erholung unmittelbar aufeinanderfolgen.

Der Col du Télégraphe, ein Anstieg der 1. Kategorie, ist 11,9 Kilometer lang und durchschnittlich 7,1 Prozent steil. Für sich allein betrachtet ist er bereits eine anspruchsvolle Prüfung. Seine eigentliche Bedeutung erhält er jedoch durch die direkte Verbindung mit dem Col du Galibier. Nach der Passhöhe führt die Strecke zunächst hinunter nach Valloire. Doch die kurze Abfahrt bietet kaum echte Erholung, bevor die Straße erneut und deutlich länger bergauf führt.

Col du Galbier – der höchste Punkt der Tour de France mit 2.642 Metern

Nach der Passhöhe des Col du Télégraphe auf 1.566 Metern führt eine rund dreieinhalb Kilometer lange Abfahrt nach Valloire, ehe der Anstieg zum mythischen Col du Galibier beginnt. Der Weg auf 2.642 Meter Höhe ist 17,7 Kilometer lang und durchschnittlich 6,9 Prozent steil.

Wer als Erster oben ankommt, erhält nicht nur 20 Punkte für eine Bergwertung der Hors Catégorie, sondern auch das Souvenir Henri Desgrange. Diese Auszeichnung wird am höchsten Punkt der Tour de France 2026 vergeben.

Von der Passhöhe sind es noch gut 60 Kilometer bis ins Ziel. Die ersten rund 30 Kilometer führen über eine lange Abfahrt zum Col du Lautaret und anschließend über Villar-d’Arêne und La Grave weiter hinunter nach Mizoën.

Dort beginnt die finale Kletterprüfung dieser Tour de France. Anders als am Vortag führt der Weg nach Alpe d’Huez nun nicht von Le Bourg-d’Oisans über die berühmten Kehren, sondern von der neuen Seite über den Col de Sarenne.

Col de Sarenne: Die neue Schlusssteigung nach Alpe d’Huez

Der Aufstieg zum Col de Sarenne ist 12,8 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 7,3 Prozent auf. Die Bergwertung der Hors Catégorie wird auf einer Höhe von 1.999 Metern erreicht.

Der Anstieg ist eine der großen Neuerungen der Tour de France 2026. Bei der Tour 2013 wurde die Straße über den Col de Sarenne bereits genutzt – damals jedoch als Abfahrt nach einer ersten Passage durch Alpe d’Huez. 2026 führt die Route erstmals in der Gegenrichtung über den Südostanstieg hinauf zum Pass und anschließend weiter zum Zielort.

Von der Passhöhe sind es noch 14,4 Kilometer bis zum Ziel in Alpe d’Huez. Nach dem Col de Sarenne führt die Strecke zunächst bergab, ehe die Fahrer den Wintersportort erreichen. Dort steigen die verbleibenden knapp vier Kilometer mit durchschnittlich mehr als sechs Prozent bis zur Ziellinie an.

Karte der 20. Etappe der Tour de France 2026

Favoriten-Check: Etappensieg und Gelbes Trikot

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Wertungen der 20. Etappe der Tour de France 2026

Sprintwertungen
Saint-Julien-Mont-Denis | Rennkilometer 66,5

Bergwertungen
Col de la Croix de Fer (2.067 m) | Hors Categorie | 24,0 km mit 5,2 % | Rennkilometer 33,7
Col du Télégraphe (1.566 m) | 1. Kategorie | 11,9 km mit 7,1 % | Rennkilometer 91,1
Col du Galibier (2.642 m) | Hors Categorie | 17,7 km mit 6,9 % | Rennkilometer 110,5
Col de Sarenne (1.999 m) | Hors Categorie | 12,8 km mit 7,3 % | Rennkilometer 156,5

TV-Tipp: 20. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen

Ab 11:30 Uhr überträgt Eurosport 1 die 20. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:00 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS