Start Profi-Sport Vorschau 17. Etappe Tour de France 2026: Ausreißer-Chance im Voralpenland

Vorschau 17. Etappe Tour de France 2026: Ausreißer-Chance im Voralpenland

Übersicht

17. Etappe | 22. Juli | Chambéry – Voiron | 174,7 km

Die Tour-Organisatoren haben die 17. Etappe von Chambéry nach Voiron als „flach“ eingestuft. Nun könnte man meinen, dass der Tagesabschnitt damit eine Angelegenheit für die Sprinter wird. Doch der Weg ins Ziel ist alles andere als einfach. Bedenkt man zudem, dass die Etappe in der Mitte der dritten und finalen Tour-Woche liegt, kommen erhebliche Zweifel auf, ob am Ende tatsächlich ein Sprinter die Arme hochreißen wird. Insgesamt sind auf dem Abschnitt durch das Voralpenland rund 2.200 Höhenmeter zu bewältigen.

Nach mehr als zwei Wochen Renndauer, mehreren schweren Bergprüfungen und dem Einzelzeitfahren des Vortages sind die Kräfteverhältnisse nicht mehr dieselben wie in der ersten Tour-Woche. Auch die Bereitschaft, über viele Kilometer konsequent für einen Massensprint zu arbeiten, hängt davon ab, welche Mannschaften noch realistische Chancen auf einen Etappensieg sehen.

Genau darin liegt die Chance der Ausreißer. Die frühe Kombination aus drei aufeinanderfolgenden Anstiegen hinauf zum Col des Prés auf 1.142 Meter Höhe bietet ideales Terrain, um eine starke Fluchtgruppe zu formen. Auch im weiteren Verlauf ist der Parcours keineswegs flach. Selbst die Zielanfahrt in Voiron ist anspruchsvoll: Sechs Kilometer vor dem Ziel geht es über 2,6 Kilometer mit durchschnittlich vier Prozent bergauf.

Angesichts dieser Schwierigkeiten dürften auch die Sprinterteams Fahrer in die Ausreißergruppe schicken – entweder, um die Flucht zu kontrollieren und die Konkurrenz zu stören, oder um selbst die Chance auf den Etappensieg zu nutzen.

Strecke der 17. Etappe der Tour de France 2026

Der Start erfolgt in Chambéry am Rand der Alpen. Von dort führt die Strecke zunächst über Viviers-du-Lac und Aix-les-Bains nach Grésy-sur-Aix. Doch bereits nach knapp zwölf Kilometern beginnt die Straße anzusteigen und geht wenig später in die Côte de Bassa über. Diese Bergwertung der 4. Kategorie ist 1,5 Kilometer lang und durchschnittlich 5,5 Prozent steil.

Für sich genommen ist diese Steigung kein großes Hindernis. Allerdings ist auf der 481 Meter hohen Bergwertung noch nicht Schluss. Die Straße führt über Cusy und den Pont de Banges weiter bergauf, ehe wenig später die Côte de Rossillon folgt. Auch dieser Anstieg der 4. Kategorie ist mit 1,7 Kilometern vergleichsweise kurz und weist eine durchschnittliche Steigung von 5,3 Prozent auf.

Mehrstufige Kletterpartie zum Col des Prés

Doch anschließend geht es weiter bergauf. Der Ort Rocquerand wird rund zehn Kilometer später erreicht, bevor der offizielle Anstieg zum Col des Prés beginnt – mit 1.142 Metern der höchste Punkt dieser Etappe. Die Bergwertung der 3. Kategorie ist 3,5 Kilometer lang und durchschnittlich 6,8 Prozent steil.

Nach knapp 50 Rennkilometern, von denen ein großer Teil bergauf führt, ist der schwerste Abschnitt der Etappe absolviert. Bei einer entsprechend offensiven Fahrweise könnten einige Sprinter zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits mehrere Minuten zurückliegen. Wird auch im Feld weiterhin ein hohes Tempo angeschlagen, könnte es für sie schwierig werden, noch einmal zurückzukehren. Denn wirklich lange flache Abschnitte folgen zunächst nicht.

Nach dem Col des Prés führt die Strecke wieder in Richtung Chambéry zurück. Auf dem Weg dorthin wartet mit der Côte de Saint-Jean d’Arvey bereits die vierte und letzte kategorisierte Bergwertung des Tages. Der Anstieg der 4. Kategorie ist 1,1 Kilometer lang und durchschnittlich 5,7 Prozent steil.

Über den Col de Couz in Richtung Isère

Nach der Côte de Saint-Jean d’Arvey führt die Route über Saint-Alban-Leysse, Chambéry und Cognin weiter zum Col de Couz. Dieser Anstieg ist im offiziellen Profil nicht als Bergwertung ausgewiesen, bringt die Fahrer bei Rennkilometer 84 jedoch noch einmal auf 623 Meter Höhe.

Nach der Passage über Les Échelles führt die Strecke weiter in Richtung Isère. Über Saint-Béron, Le Pont-de-Beauvoisin, Saint-Albin-de-Vaulserre und Saint-Geoire-en-Valdaine verläuft der Parcours auf überwiegend welligen Straßen.

Späte Sprintwertung in Colombe

Die einzige Sprintwertung des Tages wird in Colombe 27,2 Kilometer vor dem Ziel ausgefahren. Danach führt die Strecke über Beaucroissant, Rives, Moirans, La Buisse und La Commanderie nach Voiron.

Vollständig flach ist auch dieser letzte Abschnitt nicht. Kleinere Wellen und Gegensteigungen erschweren das Rennen auf den finalen Kilometern. Rund sechs Kilometer vor dem Ziel folgt noch einmal ein etwa 2,6 Kilometer langer Abschnitt mit durchschnittlich vier Prozent Steigung. Erst danach führt die Strecke hinunter in Richtung Ziel in Voiron.

Karte der 17. Etappe der Tour de France 2026

Das Finale der 17. Etappe der Tour de France 2026

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Wertungen der 17. Etappe der Tour de France 2026

Sprintwertung
Colombe | Rennkilometer 147,5

Bergwertungen
Côte de Bassa (481 m) | 4. Kategorie | 1,5 km mit 5,5 % | Rennkilometer 19,2
Côte de Roussillon (686 m) | 4. Kategorie | 1,7 km mit 5,3 % | Rennkilometer 35,5
Col des Prés (1.142 m) | 3. Kategorie | 3,5 km mit 6,8 % | Rennkilometer 49,6
Côte de Saint-Jean-d’Arvey (611 m) | 4. Kategorie | 1,1 km mit 5,7 % | Rennkilometer 59,5

TV-Tipp: 17. Etappe der der Tour de France 2026 im Fernsehen

Ab 13:00 Uhr überträgt Eurosport 1 die 17. Etappe der Frankreich-Rundfahrt live im Free-TV. „Das Erste“ geht ab 14:05 Uhr „on air“.

Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS