Die Tour de Suisse 2026 führt vom 17. bis zum 21. Juni über fünf Etappen und 634,5 Kilometer. Die 89. Austragung der Schweizer Landesrundfahrt wird in einem neuen Format ausgetragen. Start und Ziel liegen an jedem Renntag am gleichen Ort. Zudem werden die Rennen der Männer und Frauen parallel an denselben Etappenorten ausgetragen.
Auch wenn die Rundfahrt 2026 nur noch fünf Tage umfasst, so ist sie ein Rennen für komplette Klassementfahrer. Nach zwei Etappen für Puncheure und bergfeste Allrounder könnte sich am dritten Tag rund um Bad Ragaz die einzige realistische Gelegenheit für die endschnellen und explosiven Fahrer bieten. Danach wird die Gesamtwertung in zwei sehr unterschiedlichen Prüfungen entschieden. Zuunächst im 23,8 Kilomter langen Einzelzeitfahren rund um Aarburg, anschließend auf der schweren Finaletappe rüber den Croix de Fer rund um Villars-sur-Ollon.Kurz zusammengefasst: Einen wirklich ruhigen Tag gibt es nicht.
Tadej Pogačar feiert seine Premiere bei der Tour de Suisse 2026
Der prominenteste offiziell bestätigte Starter der Tour de Suisse 2026 ist Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG). Der Slowene wird die Schweizer Landesrundfahrt erstmals bestreiten und gilt angesichts des anspruchsvollen Profils als der klare Favorit für den Gesamtsieg. Für Pogačar ist die Tour de Suisse ein letzter Formcheck, ehe er knapp zwei Wochen später bei der Tour de France das Unternehmen fünfter Gesamtsieg in Angriff nimmt. Wer noch alles bei der Tour de Suisse startet, stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht sicher fest.
Streckencheck im Video: Alle Etappen der Tour de Suisse 2026
1. Etappe | 17. Juni | Sondrio – Sondrio | 144,0 km

Die Tour de Suisse beginnt mit einer anspruchsvollen Etappe rund um Sondrio im italienischen Veltlin. Auf den 144 Kilometern müssen die Fahrer bereits 2.455 Höhenmeter bewältigen. Nach einem zunächst flacheren Abschnitt wird der Kurs zunehmend welliger und schwerer. Auf dem Rückweg in Richtung Sondrio wartet unter anderem der Anstieg von Castione nach Triangia, der über 4,2 Kilometer mit knapp acht Prozent im Durchschnitt führt. Danach folgt noch eine zusätzliche Runde über Teglio. Im Finale stehen mit Ponte in Valtellina und Bordighi zwei kurze und steile Anstiege der 3. Kategorie an. Ein klassischer Massensprint ist daher kaum zu erwarten. Gut möglich, dass bereits am ersten Tag die ersten Abstände zwischen den Favoriten auf die Gesamtwertung entstehen.

2. Etappe | 18. Juni | Locarno – Locarno | 157,7 km

Am zweiten Renntag bleibt die Tour de Suisse im Tessin. Die 157,7 Kilometer lange Etappe startet und endet in Locarno. Der Parcours führt zunächst entlang des Lago Maggiore und anschließend über den Monte Ceneri in Richtung Locano zurück. Insgesamt kommen 2.110 Höhenmeter zusammen. Der Monte Ceneri (2. Kategorie) kommt früh im Rennen und ist daer ideal als Startrampe für die Ausreißergruppe des Tages. Doch im weiten Verlauf haben die Teams Möglichkeiten, den Abstand zu verringern. Allerdings vor dem Finale, denn das hat es wie am Vortage in sich. noch keine Entscheidung bringen, doch im Finale wird es ernst: Kurz vor Tenero beginnt ein rund drei Kilometer langer Anstieg nach Fanghi (3. Kategorie). Nach einer kurzen Abfahrt folgt eine weitere, knapp eineinhalb Kilometer lange Steigung nach Mezzano, die teilweise sehr steil ist. Danach verläuft die Etappe nach einer kurzen Abfart ins Ziel nach Locarno. Die Etappe ist damit wie gemacht für Puncheure, die an kurzen, explosiven Anstiegen ihre Stärke ausspielen können.

3. Etappe | 19. Juni | Bad Ragaz – Bad Ragaz | 157,4 km

Wenn es bei dieser Tour de Suisse eine Chance für die Sprinter gibt, dann wohl auf der dritten Etappe. Allerdings dürfen sie und ihre in der ersten Etappenhälfte nicht den Anschluss ans Hauptfeld verlieren. Nach dem Start in Bag Ragaz wartet hoch nach St. Luzisteig der erste Anstieg – kurz , knackig und unkategorisiert. Danach führt die Strecke durch Liechtenstein und später durchs Appenzellerland. Die schwerste Anstiege des Tages sind Wildhaus und Schwägalp – beide Anstiege der 1. Kategorie. Danach fällt die Stecke über Appenzell und Altstätten ab. Nach Altstätten verlaufen die restlichen gut 60 Kilometer über Rüthi und Buchs flach ins Ziel nach Bad Ragaz. In diesem Teil der Etappe können abgehängte Fahrer mit Hilfe ihrer Teams noch einmal zurückkehren.

4. Etappe | 20. Juni | Aarburg – Aarburg | 23,7 km

Am vierten Tag führt ein 23,8 Kilometer langes Einzelzeitfahren rund um Aarburg im Kanton Aargau. Die Strecke weist 270 Höhenmeter auf und kommt damit vor allem den starken Rouleuren unter den Zeitfahrern entgegen. Dennoch ist der Kurs nicht ganz einfach anspruchslos, denn einige Richtungswechel verlangen sauberes technisches Fahren. Für die Fahrer mit Ambitionen auf den Gesamtsieg ist dieser Tag besonders wichtig. Reine Kletterer müssen versuchen, ihre Verluste gering zu halten. Komplette Rundfahrer können sich vor der Königsetappe eine entscheidende Ausgangsposition erarbeiten.

5. Etappe | 21. Juni | Villars-sur-Ollon – Villars-sur-Ollon | 150,7 km

Der Finalabschnitt mit Start und Ziel in Villars-sur-Ollon ist gleichzeitig die Königsetappe der Tour de Suisse 2026. Auf 151,1 Kilometern müssen die Profis knapp 4.400 Höhenmeter überwinden. Drei Runden sind auf einem schweren Kurs durch die Waadtländer Alpen zu absolvieren – im Mittelpunkt steht der 1.775 Meter hohe Col de la Croix. Auf den 150,7 Kilomtern gibt es praktisch keine längeren flache Passagen. Wer hier einmal abgehänhgt ist, wird es schwer haben, zurückzukommen und dementsprechend viel Zeit „kassieren“.

Grafiken: © Tour de Suisse
Foto: Photonews.be
