Start Profi-Sport 4. Etappe des Giro d’Italia 2026: Narváez siegt, Ciccone übernimmt Rosa

4. Etappe des Giro d’Italia 2026: Narváez siegt, Ciccone übernimmt Rosa

Übersicht

Jhonatan Narváez hat die 4. Etappe des Giro d’Italia 2026 gewonnen. Der Ecuadorianer aus dem Team UAE Emirates XRG setzte sich nach 138 Kilometern von Catanzaro nach Cosenza im Sprint einer gut 20 Fahrer starken Spitzengruppe vor Orluis Aular (Movistar Team) und Giulio Ciccone (Lidl-Trek) durch. Durch die Zeitbonifikationen, die sich Ciccone am Red-Bull-Kilometer sowie auf den Etappen zuvor geholt hatte, übernahm er die Führung in der Gesamtwertung. Er liegt nun vor Jan Christen (UAE Team Emirates XRG) und Florian Stork (Tudor Pro Cycling Team). Top-Favorit Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) liegt als Elfter nur zehn Sekunden hinter Ciccone.

Die Etappe war lange geprägt von einer sechsköpfigen Spitzengruppe, die rund 50 Kilometer vor dem Ziel gestellt wurde. Am einzigen Anstieg des Tages, hinauf nach Cozzo Tunnu, wurde dann im Feld ein so hohes Tempo angeschlagen, dass die Sprinter, ihre Helfer und auch das Rosa Trikot zurückfielen. So kämpfte am Ende nur noch eine Gruppe mit den stärksten GC-Fahrern, ihren Teamkollegen sowie kletterstarken Puncheuren um den Etappensieg.

So verlief die 4. Etappe des Giro d’Italia 2026

Nach drei Tagen in Bulgarien und dem Transfertag zurück nach Italien wirkte die Etappe auf dem Papier zunächst wie eine Chance für bergfeste Sprinter. Der Parcours war mit 138 Kilometern kurz, wies aber 1.800 Höhenmeter auf – und mit dem Anstieg Cozzo Tunnu den entscheidenden Prüfstein des Tages.

Nicht am Start stand Wilco Kelderman. Der Profi von Team Visma | Lease a Bike war in den Massensturz auf Etappe zwei verwickelt und musste das Rennen nun aufgeben. Während der Etappe stieg auch Kaden Groves (Alpecin-Premier Tech) vom Rad. Zu groß waren seine Probleme nach dem Crash im Finale der ersten Etappe. Ebenfalls konnte Arnaud De Lie (Lotto Intermarché) die Italien-Rundfahrt nicht fortsetzen und gab während der Etappe entkräftet auf.


Zu Beginn des vierten Tagesabschnitts setzte sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe mit Warren Barguil, Niklas Larsen, Martin Marcellusi, Johan Jacobs, Mattia Bais und Darren Rafferty ab. Ihr Vorsprung wurde jedoch nie größer als zwei Minuten an und reichte damit nie aus, um dem Rennen wirklich den Stempel aufzudrücken. Rund 50 Kilometer vor dem Ziel wurden die letzten Ausreißer gestellt.

Vorentscheidung am Cozzo Tunno

Der Anstieg nach Cozzo Tunnu wurde dann zum Wendepunkt der Etappe. Movistar erhöhte dort das Tempo so deutlich, dass zahlreiche Sprinter den Anschluss verloren. Auch der bis dahin Gesamtführende Thomas Silva (XDS Astana Team) fiel früh zurück und verlor damit auch das Rosa Trikot. Selbst Egan Bernal (Netcompany Ineos) geriet am Berg in Schwierigkeiten, konnte mit Hilfe seines Teamkollegen Ben Turner aber wieder zur Spitzengruppe aufschließen. Die anderen GC-Favoriten hatten dagegen keine Probleme. Jonas Vingegaard war stets aufmerksam, attackierte jedoch nicht. Derek Gee (Lidl-Trek) fiel wegen eines Defekts zurück, konnte dank der Hilfe seiner Teamkollegen aber wieder aufschließen.

Vor dem Red-Bull-Kilometer gingen die Fahrer in Position, um sich Bonussekunden zu sichern. Jan Christen (UAE Team Emirates XRG) gewann und holte sich sechs Sekunden vor Giulio Pellizzari (Red Bull–Bora–Hansgrohe) und Giulio Ciccone. Damit blieb der Kampf um Rosa bis zum Ziel offen.

Rund 1.600 Meter vor em Ziel versuchte Jan Christen sich noch einmal abzusetzen. Doch Movistar und Lidl-Trek holten ihn zurück. Orluis Aular wurde im Finale von seinem Team perfekt in Position gebracht. Der Venezolaner eröffnete den Sprint sehr früh. Narváez wartete etwas länger, zog auf den letzten Metern vorbei und holte sich den Tagessieg. Ciccone wurde Dritter und belohnte sich sowie sein Team Lidl-Trek mit der Führung in der Gesamtwertung.

Fotos: Photonews.be