
Die Volta a Catalunya 2026 findet vom 23. bis 29. März statt und dient vielen GC-Fahrern als weiterer Formtest in Richtung Giro d’Italia und Tour de France. Die 105. Ausgabe der Katalonien-Rundfahrt führt über sieben Etappen und umfasst 1.081 Kilometer sowie mehr als 20.000 Höhenmeter. Allein vier der Etappen enden mit einer Bergankunft. Ein Einzelzeitfahren ist bei dieser World-Tour-Rundfahrt nicht vorgesehen.
Der prominenteste Starter im Teilnehmerfeld ist Jonas Vingegaard. Der zweifache Tour-de-France-Sieger ist krankheitsbedingt verspätet in die Saison gestartet, konnte aber gleich einen souveränen Gesamtsieg bei Paris-Nizza verbuchen. Zu seinen größten Herausforderern zählen die beiden Red-Bull-Bora-Hansgrohe-Profis Remco Evenepoel und Florian Lipowitz. Evenepoel, der das Jahr mit Siegen begann, erlitt bei der UAE Tour einen Einbruch. Lipowitz hingegen fuhr eine solide Algarve-Rundfahrt. Beide kommen aus einem Höhentrainingslager auf dem Teide nach Katalonien. Mehr zu den Favoriten für die Tour de France gibt es hier im aktuellen Formbarometer zu lesen.
Ein großes Fragezeichen steht hinter João Almeida, der längere Zeit krank war, und Tom Pidcock, dessen Form schwankt. Weitere prominente Namen sind Derek Gee-West, Oscar Onley, Egan Bernal, Richard Carapaz, Enric Mas und Mikel Landa. Der Vorjahressieger Primož Roglič verzichtet dagegen auf eine Teilnahme.
1. Etappe | 23. März 2026 | Sant Feliu de Guíxols – Sant Feliu de Guíxols | 172,7 km

Wer holt sich das erste Leadertrikot der Volta a Catalunya 2026? Ein Sprinter, ein Puncheur oder ein explosiver Gesamtklassement-Fahrer? Die 172,7 Kilometer lange „Runde” rund um Sant Feliu de Guíxols ist anspruchsvoll. Direkt nach dem Start führt der Parcours über den Alt de Romanyà (3. Kategorie). Zur Rennmitte wartet mit dem Alt de Sant Hilari (1. Kategorie) ein echter Prüfstein auf die Profis.
Nach dem Alt de Sant Hilari wird die Etappe deutlich einfacher. Nach der Anfahrt folgt ein längeres Flachstück, ehe es ab Llagostera welliger wird und auch das Finale ein Auf und Ab wird. Es ist gut möglich, dass sich eine Gruppe mit Puncheuren und GC-Fahrern am Ende noch absetzen kann und den Sieg unter sich ausmacht.
2. Etappe | 24. März 2026 | Figueres – Banyoles | 167,4 km

Auf der 167,4 Kilometer langen Teilstrecke zwischen Figueres und Banyoles müssen die Profis erneut rund 2.000 Höhenmeter zurücklegen. Doch die dramatische Topografie ist komplett anders als noch am Vortag. Auch wenn es keine kategorisierte Bergwertung am Ende gibt, müssen die Profis doch richtig „Höhe laufen” und über Olot zum Dach der Etappe gelangen. Danach folgt eine kurze Abfahrt mit Zwischensteigungen ins Ziel nach Banyoles, wo wohl ein dezimiertes Feld um den Etappensieg sprinten wird.
3. Etappe | 25. März 2026 | Costa Daurada (Mont-roig del Camp) – Costa Daurada (Vila-seca) | 159,4 km

Die Etappe an der Costa Daurada gilt offiziell als „flach“ und ist der letzte „einfachere“ Tagesabschnitt dieser Katalonien-Rundfahrt. Flach ist die 159,5 Kilometer lange Etappe aber keineswegs – abgesehen von den finalen 35 Kilometern nach Voila-Seca. Vom Start weg steigt die Straße an und führt hinauf zum Kategorie-1-Anstieg Alt de la Mussara auf 965 Metern. Nach kurzer Abfahrt folgt der Coll de Capafonts (2. Kategorie). Wer hier in Rückstand gerät, muss seine Helfer arbeiten lassen, um wieder ins vordere Feld zu gelangen. Wellig verläuft die Etappe und der Coll Roig (3. Kategorie) ist 44,5 Kilometer vor dem Ziel der „letzte Berg“ des Tages. Jetzt geht es mit Highspeed über die Sprintwertung nach Reus ins Ziel am Meer.
4. Etappe | 26. März 2026 | Mataró – Vallter | 173 km

Die erste von drei Etappen mit Bergankünften bei dieser Katalonien-Rundfahrt führt die Fahrer von Mataró ins Skigebiet hoch nach Vallter in die Pyrenäen. Der Finalberg mit dem Ziel auf 2.110 Metern ist ein Especiale-Anstieg – von der Schwierigkeit vergleichbar mit einem Hors Categorie-Berg. Die Etappe verläuft zunächst wellig über die Coll de Parpers (3. Kategorie) und Alt de Sant Feliu de Codines (2. Kategorie), ehe sich das Geschehen nach 105 Kilometern etwas beruhigt. Es ist die Ruhe vor dem Sturm – auf Vallter. Das Finale der vierten Etappe ist 11,4 Kilometer lang und im Durchschnitt mit 7,6 Prozent steil.
5. Etappe | 27. März 2026 | La Seu d’Urgell – La Molina / Coll de Pal | 155,3 km

Die Königsetappe der Volta a Catalunya 2026 führt über insgesamt fünf Anstiege, darunter die Zielankunft auf dem 2.085 Meter hohen Coll de Pal. Insgesamt müssen die Profis auf der nur 155,3 Kilometer langen Etappe knapp 4.500 Höhenmeter erklimmen. Das bedeutet, dass kaum ein Kilometer wirklich flach ist. Bereits nach knapp 20 Kilometern beginnt mit dem Port Colldornat (1. Kategorie) der erste Anstieg. In nahezu gleichmäßigen Abständen von rund 30 Kilometern folgen dann der Coll de Josa (2. Kategorie), der Coll de Fumanya (1. Kategorie) und der Collada Sobirana (1. Kategorie). Nach der Sprintwertung in Bagà, wo sich ganz sicher kein endschneller Mann mehr an der Spitze befindet, beginnt der Schlagatausch hoch ins Skigebiet zum Coll de Pal. Die finale Kletterpartie ist rund 19 Kilometer lang und hat eine durchschnittliche Steigung von rund sieben Prozent. Das ist ideales Terrain für ein Ausscheidungsfahren.
6. Etappe | 28. März 2026 | Berga – Queralt | 158,2 km

Die dritte und letzte Bergwertung dieser Katalonien-Rundfahrt kann das Gesamtklassement noch einmal ordentlich durchschütteln. Im Gegensatz zum Vortag „verdichtet“ sich das Geschehen auf die letzten 60 Kilometer. Bis dahin müssen die Fahrer nur einen Berg der Kategorie 3, den Coll de la Batallola, bewältigen. Dann könnte aber der Especiale-Anstieg Coll de Pradell (1 720 m) eine Vorentscheidung bringen. Über Vallcebre ist dieser Anstieg mehr als 15 Kilometer lang. Über die Sprintwertung in Pedraforce führt die Strecke zum kurzen, aber steilen Collada de Sant Isidre (1. Kategorie), ehe es nach weiteren welligen Kilometern zum bergigen Finale hoch nach Queralt (1. Kategorie) geht. Eine Etappe mit einem ähnlichen Verlauf, aber gleichem Finale nutzte ein gewisser Tadej Pogačar 2024, um sein Können bei der Katalonien-Rundfahrt 2024 unter Beweis zu stellen. Er setzte zu einem knapp 60 Kilometer langen Solo an. 2025 musste dieser Tagesabschnitt witterungsbedingt verkürzt werden.
7. Etappe | 29. März 2026 | Barcelona – Barcelona | 95,1 km

Die Finaletappe der Katalonien-Rundfahrt führt traditionell durch Barcelona. Mit 95,1 Kilometern ist sie sehr kurz, aber schwer zu kontrollieren. Der Tagesabschnitt gleicht gerade ab der Rennhälfte einem bergigen Kriterium mit dem Hausberg Montjuïc als Höhepunkt. 2026 wird es noch anspruchsvoller: Insgesamt sieben Mal müssen die Profis hoch zum Alt del Castell de Montjuïc (Kategorie 2) – ein Mal mehr als in den Vorjahren. Insgesamt kommen die Fahrer am Ende auf 1.781 Höhenmeter „Kletterleistung”. Ein Parcours, der wie im Vorjahr noch zu Verschiebungen im Gesamtklassement führen kann.
Grafiken: Volta a Catalunya
