Während die Radsportwelt gebannt nach Flandern und Roubaix blickt, findet genau in der Zeit zwischen diesen beiden monumentalen Frühjahrsklassikern ein anspruchsvolles Etappenrennen im Baskenland statt. Die Itzulia Basque Country, auch Baskenland-Rundfahrt genannt, ist eine traditionelle, einwöchige Rundfahrt.
In diesem Jahr führt sie vom 6. bis 11. April über sechs Etappen mit einer Gesamtlänge von 809,6 Kilometern, 16 154 Höhenmetern und 29 Anstiegen, darunter vier der ersten, sieben der zweiten und 18 der dritten Kategorie.
Auch wenn die Top-Stars Tadej Pogačar, Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel fehlen, verspricht die Startliste einen offenen Schlagabtausch. Denn neben Isaac del Toro, der in diesem Jahr schon die UAE Tour und die Tirreno-Adriatico gewann, starten dort Paul Seixas, Juan Ayuso und die Red-Bull-Doppelspitze, bestehend aus Altmeister Primož Roglič und Youngster Florian Lipowitz. Letzterer hatte seine Zusage erst kurz vor dem Start gegeben. Allein diese Fahrer versprechen ein unglaublich dramatisches und hochklassiges Rennen.
Alle Etappen der Itzulia Basque Country 2026
1. Etappe | 6. April | Bilbao – Bilbao | 13,9 km

Wie in den Vorjahren beginnt die Basenland-Rundfahrt mit einem Einzelzeitfahren. Zwar ist dieser Kampf gegen die Uhr mit Start und Ziel nur 13,9 Kilometer lang, aber der Anfang und das Ende sind „starkes Stück”. Nach dem Start müssen die Fahrer 2,6 Kilometer hoch zur ersten Bergwertung nach Santo Domingo (3. Kategorie) fahren. Danach sind Rollerqualitäten gefragt, bis kurz vor Schluss. Denn zum Zielstrich führt eine Rampe mit einer Steigung von bis zu 19 Prozent.

2. Etappe | 7. April | Pamplona – Cuevas de Mendukilo | 164,1 km

Die zweite Etappe führt direkt durch das typische bergige Terrain des Baskenlands. Auf dem Weg von Pamplona nach Cuevas de Mendukilo müssen die Fahrer 164,1 Kilometer mit rund 3.300 Höhenmetern zurücklegen. Bereits früh müssen die Fahrer hoch nach Etxauri. Die 6,7 Kilometer mit 6,5 Prozent Steigung führen zur Bergwertung der 2. Kategorie. Über die kategorisierten Anstiege Zuarrarrate und Aldaz erreichen die Fahrer rund 30 Kilometer vor dem Ziel den Anstieg zum San Miguel de Aralar, einem Berg der 1. Kategorie. Dieser Anstieg misst 9,5 Kilometer bei durchschnittlich 7,7 Prozent. Nach der Kuppe sind es noch rund 20 Kilometer bis ins Ziel an den Cuevas de Mendukilo, fast alles bergab. Nur die letzten drei Kilometer gehen nochmals bergauf.

3. Etappe | 8. April | Basauri – Basauri | 152,8 km

Auf dem Papier zählt die dritte Etappe zu den einfachen Tagesabschnitten. Im Profil sind nur drei Bergwertungen verzeichnet, doch 2.824 Höhenmeter auf 152,8 Kilometern sind im Baskenland selten harmlos. Barrerilla, ein Anstieg der 2. Kategorie, liegt bei Kilometer 81,3, ist fünf Kilometer lang und hat eine Steigung von 6,6 Prozent. Später folgen die Anstiege Bikosgana und Sarasola, ehe das Finale einem Klassiker gleicht. Wer hier schlecht positioniert ist, kann schnell in Schwierigkeiten geraten.

4. Etappe | 9. April | Galdakao – Galdakao | 167,2 km

Sieben klassifizierte Anstiege und 3.137 Höhenmeter auf einer Distanz von 167,2 Kilometern rund um Galdakao verlangen ein starkes Bergbein. Bereits nach 12,4 Kilometern ist der erste Anstieg, Aretxabalgane der Kategorie 3, erklommen, später folgen San Pelayo, Jata, Unbe und zweimal Elorritxueta. Die Entscheidung könnte dann auf den letzten Kilometern vor dem Ziel in Legina fallen. Der 3,2 Kilometer lange Anstieg der 2. Kategorie liegt nur 8,8 Kilometer vor dem Ziel und weist im Schnitt eine Steigung von acht Prozent auf. Wie auch schon in den vergangenen Tagen steigt der Weg zum Ziel wieder an.

5. Etappe | 10. April | Eibar – Eibar | 176,2 km

Die Königsetappe der diesjährigen Itzulia Basque Country führt über acht kategorisierte Anstiege rund um Eibar. Auf den 176,2 Kilometern summieren sich die Höhenmeter auf rund 3.800, wobei es besonders auf den letzten 70 Kilometern sehr schwer wird. Mit Krabelin (fünf Kilometer mit 9,6 Prozent) und Izua (4,2 Kilometer mit 9,2 Prozent) gibt es zwei Anstiege der ersten Kategorie. Doch nach Izua folgt noch der Anstieg Urkaregi, ein Berg der dritten Kategorie. Rund 15 Kilometer vor dem Ziel könnte der 5,2 Kilometer lange Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,2 Prozent die Entscheidung bringen.

6. Etappe | 11. April | Goizper-Antzuola – Bergara | 135,4 km

Die Finaletappe hat es noch einmal in sich. Mit 135,4 Kilometern ist sie verhältnismäßig kurz, aber gespickt mit sechs Anstiegen. Einer der schwersten liegt rund 15 Kilometer vor dem Ziel. Kein Wunder also, dass sich die Höhenmeter auf dem Weg von Goizper-Antzuola nach Bergara auf knapp 3.000 summieren. Die Anstiege Asentzio, Elosua und Azkarate werden jeweils zweimal überquert. Die letzte Asentzio-Auffahrt ist 7,3 Kilometer lang und durchschnittlich 5,1 Prozent steil. Ihre Kuppe liegt bei Kilometer 126,2. Danach geht es in einer 9,2 Kilometer langen Abfahrt hinunter nach Bergara.

Offizielle Webseite: itzulia.eus/en/itzulia
