6. Etappe | 6. August | Montbrison – Tournon-sur-Rhône | 153,4 km
Nach dem schweren Tagesabschnitt durch das Beaujolais führt die Tour de France Femmes auf der 6. Etappe weiter in Richtung Süden. Von Montbrison geht es über 153,4 Kilometer, sechs Bergwertungen und rund 2.600 Höhenmeter nach Tournon-sur-Rhône.
Von einer klassischen Übergangsetappe zu sprechen, würde den Charakter der Strecke nur unzureichend beschreiben. Die schmalen Straßen in der Ardèche, die zahlreichen Anstiege und die letzte Bergwertung nur 15,9 Kilometer vor dem Ziel machen den Tagesabschnitt zu einer idealen Gelegenheit für Ausreißerinnen – und zugleich zu einer anspruchsvollen Prüfung für die Fahrerinnen im Gesamtklassement.
Das Profil spricht für offensive Fahrerinnen, die hügeliges Terrain lieben, kurze und mittellange Anstiege wiederholt mit hohem Tempo bewältigen können und in einer kleinen Gruppe taktisch stark sind. Auch Klassikerfahrerinnen und bergfeste Allrounderinnen dürften sich angesprochen fühlen. In der Schlussphase besitzt eine Solistin ebenso gute Chancen wie eine reduzierte Spitzengruppe.
Strecke der 6. Etappe der Tour de France Femmes 2026
Vom Startort Montbrison führt die Route zunächst über leicht welliges Terrain durch Savigneux, Saint-Georges-Haute-Ville, Saint-Romain-le-Puy, Sury-le-Comtal und Saint-Marcellin-en-Forez zur ersten Bergwertung: der Côte de Périgneux. Der Anstieg der 4. Kategorie ist 1,4 Kilometer lang, durchschnittlich 6,2 Prozent steil und wird bereits bei Rennkilometer 20,2 erreicht.
Nur wenige Kilometer nach der ersten Bergwertung beginnt bereits die Côte de la Prunerie. Dieser Anstieg der 4. Kategorie ist 2,9 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 4,9 Prozent auf. Seine Kuppe wird bei Rennkilometer 26,6 überquert.
Die beiden frühen Anstiege bieten Ausreißerinnen die Chance, sich vom Feld abzusetzen. Zugleich können sie für eine unübersichtliche Rennsituation sorgen und Unruhe unter den GC-Teams auslösen. Gerade die Helferinnen sind gefordert, zu kontrollieren, welche Fahrerinnen in die Gruppe des Tages gelangen – und welchen Attacken nachgefahren werden muss.
Nach der Passage durch Saint-Paul-en-Cornillon führt die Strecke weiter in Richtung Aurec-sur-Loire. Dort wartet die Côte d’Aurec, die bei Rennkilometer 46,3 auf 670 Metern Höhe erreicht wird. Der Anstieg ist 3,3 Kilometer lang, durchschnittlich 6,1 Prozent steil und als Bergwertung der 3. Kategorie eingestuft.
Über die einzige Sprintwertung in Flaminges bei Rennkilometer 63,5 gelangen die Fahrerinnen an den Fuß der Côte de Praneuf. Angesichts des bisherigen Streckenverlaufs dürfte diese Zwischenwertung eher eine Angelegenheit für die Ausreißerinnen als für die klassischen Top-Sprinterinnen werden.
Nach knapp 70 Rennkilometern folgt mit der Côte de Praneuf bereits die vierte Bergwertung des Tages. Der Anstieg der 4. Kategorie ist zwar nur 1,2 Kilometer lang, weist aber eine durchschnittliche Steigung von 6,5 Prozent auf. Die Kuppe wird bei Kilometer 68 auf 821 Metern Höhe erreicht.
Auch danach bleibt das Terrain anspruchsvoll. Die Strecke führt über Montfaucon-en-Velay weiter bergauf in Richtung Saint-André-en-Vivarais, das bei Rennkilometer 83,3 erreicht wird. Dort taucht das Rennen in das Département Ardèche ein.
Col de Lalouvesc: Der wichtigste Berg der Etappe
Nach einer längeren Abfahrt über Rochepaule beginnt die Auffahrt zum Col de Lalouvesc, dem schwersten und zugleich höchsten kategorisierten Anstieg der Etappe. Über 8,6 Kilometer steigt die Straße mit durchschnittlich fünf Prozent zur Bergwertung der 2. Kategorie an. Die Kuppe liegt bei Rennkilometer 105,6 auf 1.099 Metern Höhe.
Sowohl in der Spitzengruppe als auch im Peloton kann es bei einer entsprechend offensiven Fahrweise an diesem Anstieg zu einer entscheidenden Selektion kommen. Von der Passhöhe sind es schließlich nur noch 47,8 Kilometer bis zum Ziel in Tournon-sur-Rhône.
Nach dem Col de Lalouvesc führt die Strecke gut 13 Kilometer bergab über den Col Robert Marchand und Saint-Félicien. Über Bozas gelangen die Fahrerinnen anschließend zur letzten Bergwertung dieser Etappe.
Die Côte de Boucieu-le-Roi ist als Anstieg der 3. Kategorie eingestuft. Die Straße führt über 3,8 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,7 Prozent bergauf.
Von der Kuppe sind es nur noch 15,9 Kilometer bis zum Ziel. Damit bietet die Côte de Boucieu-le-Roi ideales Terrain, um zumindest in der Fluchtgruppe eine Vorentscheidung herbeizuführen. Eine Fahrerin kann dort allein attackieren, oder eine kleine Gruppe kann sich endgültig von den letzten Begleiterinnen absetzen.
Auch aus dem Feld heraus sind Angriffe denkbar, vor allem dann, wenn die Ausreißerinnen bereits gestellt wurden oder nur noch knapp vorausliegen. Die Steigung ist nicht extrem, aber lang genug, um nach fast 140 Kilometern für eine weitere Selektion zu sorgen.
Nach der Côte de Boucieu-le-Roi folgt bei Rennkilometer 144,2 in Saint-Barthélemy-le-Plain ein Bonussprint, bei dem Zeitgutschriften von sechs, vier und zwei Sekunden vergeben werden. Von dort sind es nur noch gut neun überwiegend abfallende Kilometer bis zum Ziel in Tournon-sur-Rhône.
Karte der 6. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Das Finale der 6. Etappe der Tour de France Femmes 2026

Wertungen der 6. Etappe der Tour de France Femmes 2026
Sprintwertung
Flaminges (Saint-Pal-de-Mons) | Rennkilometer 63,5
Bonussekunden
Saint-Barthélemy-le-Plain | Rennkilometer 144,2
Bergwertungen
Côte de Périgneux (642 m) | 4. Kategorie | 1,4 km mit 6,2 % | Rennkilometer 20,2
Côte de la Prunerie (774 m) | 4. Kategorie | 2,9 km mit 4,9 % | Rennkilometer 26,6
Côte d’Aurec (670 m) | 3. Kategorie | 3,3 km mit 6,1 % | Rennkilometer 46,3
Côte de Praneuf (821 m) | 4. Kategorie | 1,2 km mit 6,5 % | Rennkilometer 68,0
Col de Lalouvesc (1.099 m) | 2. Kategorie | 8,6 km mit 5,0 % | Rennkilometer 105,6
Côte de Boucieu-le-Roi (494 m) | 3. Kategorie | 3,8 km mit 5,7 % | Rennkilometer 137,5
TV-Tipp: 6. Etappe der der Tour de France Femmes 2026 im Fernsehen
Ab 15:45 Uhr überträgt Eurosport 1 die 6. Etappe der Frankreich-Rundfahrt der Frauen live im Free-TV.
Profile: © A.S.O.
Karte: © GEOATLAS
