Mathieu van der Poel geht mit einem klaren Ziel in die Flandern-Rundfahrt am Ostersonntag. Nach seinen Siegen in den Jahren 2020, 2022 und 2024 kann der Niederländer als erster Fahrer überhaupt die Ronde van Vlaanderen ein viertes Mal gewinnen. Nach einem starken Rennwochenende zuletzt reist er mit Selbstvertrauen nach Antwerpen.
Form stimmt nach E3 und Gent-Wevelgem
„Die E3 Saxo Classic und Gent-Wevelgem waren zwei sehr gute Tests. In Harelbeke musste ich wirklich tief gehen, um zu gewinnen. Es war knapp, aber ich habe es geschafft. In Wevelgem habe ich mich deshalb etwas weniger frisch gefühlt, also haben wir als Team entschieden, im Finale voll auf Jasper Philipsen zu setzen. Und auch das hat sich ausgezahlt.“
Auch den Vergleich zum Vorjahr zieht van der Poel selbst. Damals gewann er zunächst die E3 Saxo Classic, ehe ihm in Gent-Wevelgem die letzte Frische fehlte. Eine Woche später folgte dann der Sieg bei der Flandern-Rundfahrt.
„Eigentlich war das Wochenende ziemlich ähnlich wie 2024. Damals habe ich auch die E3 Saxo Classic gewonnen, und zwei Tage später hat mir in Wevelgem die Frische gefehlt, um Mads Pedersen zu schlagen. Aber eine Woche später habe ich die Flandern-Rundfahrt gewonnen. Ich bin zuversichtlich, dass das die richtige Vorbereitung sowohl auf die Flandern-Rundfahrt als auch auf Paris-Roubaix ist. In der vergangenen Woche in Spanien habe ich nach der richtigen Balance gesucht, um mir die letzten paar Prozent zu holen und gleichzeitig ein frisches Gefühl zu behalten.“
Erfahrenes Team an seiner Seite bei der Flanden-Rundfahrt
Am Sonntag kann van der Poel auf seine Teamkollegen Silvan Dillier, Jonas Geens, Michael Gogl, Edward Planckaert, Oscar Riesebeek und Florian Sénéchal zählem. „Silvan steht bei der Flandern-Rundfahrt zum sechsten Mal in Folge gemeinsam mit mir am Start. Michael, Oscar, Edward und Florian bringen ebenfalls viel Erfahrung mit, während sich Jonas Geens in den vergangenen Monaten seit seinem Wechsel ins Team sehr schnell entwickelt hat. Das sind alles starke Fahrer, in die ich volles Vertrauen habe.“
Taktik hängt vom Rennverlauf ab
Einen taktischen Plan gibt es, doch van der Poel betont, dass sich die Dynamik des Rennens nicht vollständig vorhersehen lässt. Entscheidend seien Erfahrung, Anpassungsfähigkeit und die Positionierung vor den Schlüsselmomenten.
„Es wird auf jeden Fall einen taktischen Plan geben, aber am Ende hängt immer alles davon ab, wie sich das Rennen entwickelt. Als Team sind wir erfahren genug, uns anzupassen, wenn es nötig ist. Es gibt natürlich ein paar Gewissheiten: Je länger das Rennen dauert und je mehr Anstiege Schlag auf Schlag kommen, desto eher fahren die stärksten Fahrer nach vorne. Und die Positionierung vor den entscheidenden Anstiegen ist immer entscheidend.“
Als dreimaliger Sieger weiß van der Poel zugleich, dass er zu den meistbeobachteten Fahrern im Rennen zählen wird. „Das gehört dazu, und es macht mich inzwischen nicht mehr nervös. Wenn man in guter Form ist, wird man automatisch als Favorit gesehen. Ich sehe das als Kompliment, und es verändert nicht die Art und Weise, wie ich Rennen fahre.“
Breites Favoritenfeld
Van der Poel erwartet in diesem Jahr ein besonders stark besetztes Feld. An erster Stelle nennt er Tadej Pogacar, dazu sieht er auch Wout van Aert und Mads Pedersen in aufsteigender Form.
„Vielleicht gibt es in diesem Jahr sogar noch mehr Favoriten als im vergangenen. Angefangen natürlich mit Tadej Pogacar. Aber in den vergangenen Wochen habe ich auch einen starken Wout van Aert gesehen, der wieder zu seinem besten Niveau zurückfindet. Mads Pedersen hat sich ebenfalls von Rennen zu Rennen gesteigert.“
Auch die viel diskutierte Teilnahme von Remco Evenepoel ordnet van der Poel hoch ein. Zwar ist es Evenepoels erster Start bei der Flandern-Rundfahrt, für van der Poel ist das jedoch kein Grund, ihn zu unterschätzen.
„Und dann ist da natürlich noch die viel diskutierte Teilnahme von Remco Evenepoel. Es ist sein erstes Mal hier, aber er ist ein Fahrer von absoluter Spitzenklasse und hat ein starkes Team um sich herum. Man denke nur an meinen ehemaligen Teamkollegen Gianni Vermeersch, der dieses Rennen in- und auswendig kennt. Wir sollten Remco auf keinen Fall unterschätzen. Und ja, ich bin froh, dass er am Start steht. Je mehr starke Fahrer dabei sind, desto eher öffnet sich das Rennen. Das ist für mich kein Nachteil.“
Die Chance auf den alleinigen Rekord
Mit einem vierten Sieg würde van der Poel alleiniger Rekordhalter bei der Flandern-Rundfahrt werden. Der Niederländer macht jedoch deutlich, dass sich an seiner Herangehensweise nichts ändert.
„Natürlich ist mir das bewusst, und es wäre etwas ganz Besonderes. Aber ich gehe das Rennen mit derselben Einstellung an wie immer: zu versuchen, zu gewinnen. Wenn das am Ende zu einem Rekord führt, werde ich ihn in Ehren halten. Es gab eine Zeit, in der schon ein einziger Sieg bei der Flandern-Rundfahrt wie ein ferner Traum wirkte. Der alleinige Rekordhalter zu werden, wäre die ultimative Krönung. Aber so weit sind wir noch nicht.“
Fotos: Photonews.be
