Start Profi-Sport Flandern-Rundfahrt 2026: Tadej Pogačar gewinnt zum dritten Mal

Flandern-Rundfahrt 2026: Tadej Pogačar gewinnt zum dritten Mal

Übersicht

Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) hat die 110. Flandern-Rundfahrt gewonnen. Der Weltmeister siegte nach 278,2Kilometern als Solist und holte sich seinen insgesamt dritten Erfolg bei der Ronde van Vlaanderen. Zweiter wurde Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), der im Ziel einen Rückstand von 33 Sekunden auf den Weltmeister hatte. Auf Rang drei kam Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) bei seiner Flandern-Premiere.

Bereits rund 100 Kilometer vor dem Ziel am Molenberg bildete sich eine 17 Fahrer starke Verfolgergruppe mit allen Favoriten. Diese setzte sich schnell vom Peloton ab und holten die Ausreißer schnell ein. Bei der zweiten Überfahrt des Oude Kwaremont „filetierte” Pogi dann diese Spitzengruppe. Nur van der Poel und Evenepoel konnten mithalten. Am folgenden Anstieg, dem Paterberg musste Evenepoel dann reißen lassen. Pogacar und van der Poel machten bis zur finalen Überfahrt des Kwaremont gemeinsame Sache. Dort eskalierte Pogacar erneut und fuhr als Solist dem Ziel entgegen.

So verlief die Flandern-Rundfahrt 2026

Rund 20 Kilometer nach dem Start in Antwerpen setzte sich eine große 250 Kilometer Spitzengruppe ab.  Mit dabei war auch Silvan Dillier (Alpecin-Premier Tech), der normalerweise das Peloton bei den Monumenten für seinen Kapitän Mathieu van der Poel anführt. Zu den weiteren Ausreißern zählten Kamil Gradek (Bahrain Victorious), Luke Lamperti (EF-EasyPost), Connor Swift (Ineos Grenadiers), Luca Van Boven (Lotto-Intermarché), Dries De Pooter (Jayco-AlUla), Julius van den Berg (Picnic-PostNL) und Edoardo Zamperini (Cofidis), Frederik Frison (Pinarello-Q36.5), Eric Antonio Fagundez, Jambaljamts Sainbayar (beide Burgos-Burpullet BH), Victor Vercouillie (Flanders-Baloise) und Hartthijs de Vries (Unibet Rose Rockets).

Bahnschranke stoppte das Peloton

Die Ausreißer konnten ihren Vorsprung zunächst auf drei Minuten ausbauen. Dann wurden Teile des Feldes von einer geschlossenen Bahnschranke in Ledeaufgehalten. Dadurch wuchs der Rückstand des Feldes auf fünf Minuten an. Das Kuriose daran ist: Ein kleiner Teil des Feldes fuhr noch durch und wurde dann von der Jury „angehalten“, um auf den Rest des Feldes zu warten.

Am Wolvenberg gab es dann die ersten Attacken im Hauptfeld. Romain Grégoire (Groupama-FDJ) beschleunigte, doch Christophe Laporte konterte und schloss die Lücke wieder. Der Abstand nach vorne reduzierte sich zusehends und Sainbayar fiel derweil aus der Spitzengruppe zurück.

Am Molenberg – 100 Kilometer vor Ziel – gingen die Favoriten

Am Molenberg löste sich unter dem Tempodiktat von Florian Vermeersch (UAE Emirates XRG) dann eine hochkarätig besetzte Gruppe. Pogačar, van der Poel und Evenepoel waren sofort dabei. Van Aert und Pedersen folgten kurz darauf.  Insgesamt umfasste diese Gruppe 17 Fahrer aus zehn Mannschaften.

Mit dabei waren Tadej Pogačar, Florian Vermeersch (beide UAE Emirates XRG), Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), Mads Pedersen (Lidl-Trek), Tim van Dijke, Gianni Vermeersch, Remco Evenepoel (alle Red Bull-Bora-Hansgrohe), Jasper Stuyven (Soudal-Quick Step), Wout van Aert, Christophe Laporte (beide Team Visma | Lease a Bike), Matej Mohorič (Bahrain-Victorious), Stan Dewulf (Decathlon CMA CGM), Matteo Trentin, Rick Plumers (beide Tudor Pro Cycling Team), Magnus Sheffield sowie Sam Watson (beide Ineos Grenadiers).

Auch der Weltmeister war immer wieder an der Spitze zu sehen. Nach dem Valkenberg hatte die hochkarätige Verfolgergruppe weniger als eine Minute Rückstand auf die Spitze. Das Feld hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen Rückstand von über einer Minute.

78 Kilometer vor dem Ziel schloss die Verfolgergruppe um Pogačar und Van der Poel, Remco und Wout zur Spitzengruppe auf. Nun waren 28 Fahrer an der Spitze. Das Hauptfeld lag 1:18 Minuten zurück.

Durch eine Tempoverschärfung von Pogačar und Evenepoel an der Helling Berg ten Houte fielen vier Fahrer zurück. Dazu zählten Dillier, Frison, de Viries und Vercouillie.

Rund 65 Kilometer vor Ziel kam es dann zum Stillstand in der Spitzengruppe, da Pogačar nicht gewillt war weiterhin mit seinem Teamkollegen Florian Vermeersch das Tempo zu machen. So kam es zu unterschiedlichen Attacken, bis die Gruppe wieder Tempo aufnahm.

Tadej Pogačar griff am Oude Kwaremont an

Bei der zweiten Überfahrt am Oude Kwaremont beschleunigte Tadej Pogačar. Van Aert sprang sofort an sein Hinterrad. Pedersen und Evenepoel kamen von hinten dazu. Van der Poel kam von noch weiter hinten, konnte aber nach einer Beschleunigung zu Pedersen und Evenepoel aufschließen. Pedersen war der Erste, der reißen lassen musste. Van der Poel und Evenepoel kamen zu van Aert und Pogačar nach vorne.

Die letzten Meter am Kwaremont waren dann aber zu viel für van Aert, der Pogačar, van der Poel und Evenepoel davonziehen lassen musste.

Am Paterberg musste Remco Evenepoel reißen lassen

Evenepoel bog als Erster in den Paterberg ein, doch Pogačar überholte ihn. Van der Poel hängte sich an dessen Hinterrad, während Evenepoel einige Meter verlor. Am Ende des Paterbergs hatte Evenepoel mehrere Radlängen Rückstand auf die beiden Führenden.

Der dreimalige Zeitfahrweltmeister gab alles, um zurückzukommen. Am Fuße des Koppenbergs hatte Evenepoel noch fünf Sekunden Rückstand auf das Führungsduo. Pogačar fuhr auch diesen legendären Helling von vorne und die Lücke zu Evenepoel größer wurde. Der belgische Olympiasieger hatte oben 20 Sekunden Rückstand. Dahinter folgten van Aert und Pedersen mit einem Rückstand von über 50 Sekunden.

In der Folge kam Evenepoel den Führenden wieder näher. Allerdings verlor er auf den Kopfsteinpflasterpassagen immer wieder an Boden. 36 Kilometer vor dem Ziel, nach dem Taaienberg, betrug sein Rückstand 14 Sekunden.

Doch in der Folge bauten die Flandern-Rundfahrtsieger der vergangene fünf Austragungen ihren Vorsprung weiter aus. Zum Beginn der dritten und letzten Überfahrt des Oude Kwaremont hatten sie rund 20 Sekunden Vorsprung auf Evenepoel.  

Finale Attacke bei dritter Überfahrt am Oude Kwaremont durch Pogačar

Am Oude Kwaremont beschleunigte Pogačar bereits am ersten steilen Abschnitt und konnte eine Lücke zu van der Poel reißen. Oben an der Kuppe hatte der Weltmeister sechs Sekunden Vorsprung. Evenepoel hatte hier jetzt einen Rückstand von 49 Sekunden.

In der Folge über Paterberg baute der Weltmeister seinen Vorsprung weiter aus und fuhr seinem dritten Erfolg bei der Flandern-Rundfahrt entgegen.

Ergebnisse der Flandern-Rundfahrt 2026

1 – Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG) 6:20:07
2 – Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) +0:34 Minuten
3 – Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-Hansgrohe) +1:11 Minuten
4 – Wout van Aert (Team Visma | Lease a Bike) +2:04 Minuten
5 – Mads Pedersen (Lidl-Trek) +2:48 Minuten
6 – Jasper Stuyven (Soudal Quick-Step) +4:28 Minuten
7 – Florian Vermeersch (UAE Team Emirates – XRG) s. t.
8 – Matej Mohorič (Bahrain – Victorious) +4:30 Minuten
9 – Christophe Laporte (Team Visma | Lease a Bike) +5:22 Minuten
10 – Gianni Vermeersch (Red Bull-Bora-Hansgrohe) s. t.

Fotos: Photonews.be