Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) hat die Finaletappe der Tour de France 2026 gewonnen. Der Niederländer setzte sich am Ende der 21. Etappe auf den Champs-Élysées in Paris knapp vor seinem Teamkollegen Jasper Philipsen und Mads Pedersen (Lidl-Trek) durch. Van der Poel rettete in einem Herschlagfinale den Vorsprung, den er sich gemeinsam mit Tadej Pogačar (UAE Team Emirates-XRG) erarbeitet hatte, gerade noch ins Ziel. Das Duo hatte sich bei der letzten Überfahrt am Montmartre mit einer Attacke von den Verfolgern abgesetzt.
Als das Peloton kurz davorstand, wieder an das Führungs-Duo heranzukommen, trat Van der Poel zu einem langen Schlusssprint an. Der Profi von Alpecin-Premier Tech behauptete seinen knappen Vorsprung bis zur Ziellinie und feierte den Etappensieg in Paris.
Für van der Poel war es der zweite Etappenerfolg bei dieser Frankreich-Rundfahrt, für sein Team Alpecin-Premier Tech der dritte Tagessieg.
Tadej Pogačar stand schon vor der 21. Etappe als Gesamtsieger der Tour de France 2026 fest.
So verlief die 21. Etappe de Tour de France 2026
Die finale Etappe war ursprünglich als 133 Kilometer langes Teilstück von Thoiry nach Paris geplant. Wegen der schweren Waldbrände in Frankreich und der Verlegung von Sicherheitskräften wurde die Route kurzfristig geändert. Die Fahrer absolvierten zunächst die Teampräsentation in Thoiry und wurden anschließend nach Paris gebracht. Der sportliche Teil begann direkt auf den Champs-Élysées.
Die neue Strecke ist 88,7 Kilometer lang. Sie führt über mehrere Runden auf den Champs-Élysées und anschließend dreimal über die Côte de la Butte Montmartre. Der Anstieg ist jeweils einen Kilometer lang und durchschnittlich 6,5 Prozent steil.

Parade der Trikotträger, dann wurde das Rennen schnell
Der Beginn der Etappe war zunächst traditionell geprägt. Die vier Trikotträger fuhren gemeinsam an der Spitze: Pogačar im Gelben Trikot, Pedersen im Grünen Trikot, Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) im Bergtrikot und Isaac del Toro (UAE Team Emirates-XRG) im Weißen Trikot. Auch die Teams präsentierten sich geschlossen auf den breiten Straßen von Paris.
Doch nach den ersten Runden auf den Champs-Élysées wurde das Rennen zunehmend schneller. Die ersten Angriffe kamen noch vor dem Zwischensprint. Mathis Le Berre (TotalEnergies), Nicolas Vinokurov (XDS Astana Team), Michael Heßmann (Movistar Team), Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost), Benjamin Thomas (Cofidis), Liam Slock und Baptiste Veistroffer (beide Lotto-Intermarché) sowie Silvan Dillier (Alpecin-Premier Tech) versuchten sich aus dem Feld zu lösen.
Die Gruppe wurde schnell wieder gestellt. Kurz darauf attackierte Veistroffer allein. Der Franzose setzte seine offensive Tour fort und fuhr mit kleinem Vorsprung über den Zwischensprint.
Nach dem Zwischensprint attackierten Xabier Mikel Azparren (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team) und Thibault Guernalec (TotalEnergies). Das Duo setzte sich ab und nahm rund eine halbe Minute Vorsprung mit in Richtung Montmartre. Der Abstand wuchs aber nie so weit, dass die Favoriten auf den Etappensieg beunruhigt sein mussten.
Pogačar und Pedersen machten das Rennen schwer
Nachdem Alpecin-Premier Tech das Peloton in den ersten Anstieg hinauf nach Montmartre geführt hatte, übernahm Mads Pedersen (Lidl-Trek) die Initiative. Mit einer Tempoverschärfung setzte sich der Däne gemeinsam mit Tadej Pogačar (UAE Team Emirates XRG), Maxim Van Gils (Red Bull–Bora–Hansgrohe), Kasper Asgreen (EF Education-EasyPost), Vlad Van Mechelen (Bahrain Victorious), Jasper Stuyven (Lidl-Trek), Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) und Michael Matthews (Team Jayco AlUla) vom Feld ab.
Auch Xabier Mikel Azparren, der zuvor an der Spitze gefahren war, wurde eingeholt, konnte sich jedoch in der neu formierten Gruppe behaupten. Auf dem Weg zur achten Zieldurchfahrt auf den Champs-Élysées lief das Rennen wieder zusammen.

Pogačar attackierte am zweiten Montmartre-Anstieg
Die bislang entscheidende Szene kam auf der zweiten Passage des Montmartre. UAE Team Emirates-XRG brachte Pogačar in perfekte Position. Dann beschleunigte der Slowene selbst. Es war kein symbolischer Antritt, sondern ein echter Angriff. Nur Van der Poel konnte unmittelbar folgen.
Damit entstand für wenige Momente das Duell, das viele vor dieser Etappe erwartet hatten: der dominierende Rundfahrer dieser Tour gegen den explosiven Klassikerfahrer von Alpecin-Premier Tech. Van der Poel blieb am Hinterrad von Pogačar, während dahinter Remco Evenepoel (Red Bull–Bora–Hansgrohe) und Mads Pedersen (Lidl-Trek) versuchten, die Lücke zu schließen.
Kurz darauf kamen Evenepoel und Pedersen zurück. Rund 21 Kilometer vor dem Ziel bildete sich damit ein Quartett, das stärker kaum besetzt sein könnte: Pogačar, Van der Poel, Evenepoel und Pedersen. Vier Straßenweltmeister.
Im Peloton, das rund 15 Sekunden zurücklag, übernahm Decathlon CMA CGM Team die Nachführarbeit. Hinter dem Arc de Triomphe verringerte sich der Abstand weiter. 19 Kilometer vor dem Ziel wurden die vier Ausreißer schließlich wieder eingeholt.
Würde die dritte Überfahrt zum Montmarte die Entscheidung bringen? Fred Wright (Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team) fuhr an der Spitze, dann attackierte van der Poel, aber nur Pogačar konnte mitgehen. Nach der Abfahrt hatte das Duo sechs Sekunden Vorsprung auf eine sechsköpfige Verfolgergruppe mit Per Strand Hagenes, Matteo Jorgenson (beide Team Visma | Lease a Bike), Jasper Stuyven (Lidl-Trek), Ben Healy (EF Education-EasyPost), Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) und Matej Mohorič (Bahrain Victorious). Weitere acht Sekunden dahinter das Peloton angeführt von Decathlon CMA CGM.

Ein Herzschlagfinale in Richtung Champs-Élysées! Pogačar und van der Poel baute ihren Vorsprung fünf Kilometer vor Ziel auf 12 Sekunden vor der ersten Verfolgergruppe auf. Knapp vier Kilometer vor dem Ziel wurden die Verfolgergruppe vom Feld geschluckt. Allerdings wurde auch der Abstand zur Spitze immer kleiner. Zwei Kilometer vor Ziel waren es nur noch neun Sekunden. Im Feld übernahm NSN. Als das Feld schon ganz dicht dran war, ging Mathieu van der Poel in die Offensive und fuhr vorne heraus. Doch dass Feld kam immer näher. Mathieu van de Poel rettete sich über die Ziellinie vor den Sprintern, bei denen sein Teamkollege Jasper Philipsen Zweiter wurde und den Tagessieg geradezu absicherte.
Fotos: Photonews.be
