Start Profi-Sport 5. Etappe Giro d’Italia 2026: Arrieta siegt, Eulalio holt Rosa Trikot

5. Etappe Giro d’Italia 2026: Arrieta siegt, Eulalio holt Rosa Trikot

Übersicht

Ausreißer Igor Arrieta hat die 5. Etappe des Giro d’Italia 2026 gewonnen. Der Profi aus dem Team UAE Emirates-XRG bescherte seinem bereits schwer dezimierten Team damit den zweiten Etappensieg in Serie. Der Spanier setzte sich nach 203 Kilometern von Praia a Mare nach Potenza im Sprint vor Afonso Eulálio (Bahrain Victorious) durch, der sich aber das Rosa Trikot sicherte. Dritter wurde der frühere Gesamtführende Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team) mit einem Rückstand von 51 Sekunden. Das Rennen verlief über weite Strecken im strömenden Regen bei niedrigeren Temperaturen.

Alle drei Fahrer gehörten zu einer 13 Fahrer starken Ausreißergruppe, die sich im ersten Renndrittel gebildet hatte. Arrieta setzte sich kurz vor dem schwersten Anstieg des Tages, der Montagna Grande di Viggiano, aus der Fluchtgruppe ab. Eulálio setzte nach, und gemeinsam fuhren die beiden dem Ziel entgegen.

Nicht ohne Dramatik im Finale: Auf regennasser Straße stürzte zunächst Arrieta rund 15 Kilometer vor dem Ziel, wenig später ging auch Eulálio zu Boden. Damit nicht genug: In der Schlussphase verpasste Arrieta auch noch eine Abbiegung und schien den Tagessieg schon verspielt zu haben. Doch der Spanier fand zurück auf die Strecke, schloss in den letzten Metern wieder zu Eulálio auf und zog auf dem Zielstrich doch noch vorbei und gewann. Ein kleines Feld mit den GC-Favoriten kam über 7 Minuten nach dem Sieger ins Ziel.

Afonso Eulálio hat nun mehr als sechs Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung auf die GC-Favoriten um Jonas Vingegaard, Giulio Pellizzari & Co.

So verlief die 5. Etappe des Giro d’Italia 2026

Der Kampf um die Gruppe des Tages begann früh – und das bei strömendem Regen. Immer wieder wurde attackiert. Am ersten Anstieg des Tages konnten sich zunächst Afonso Eulálio (Bahrain Victorious), Einer Rubio Reyes (Movistar Team) und Guillermo Thomas Silva (XDS Astana Team) absetzen. Dicht dahinter fuhren Victor Campenaerts (Team Visma | Lease a Bike) und Gianmarco Garofoli (Soudal Quick-Step), die wenig später ebenfalls aufschließen konnten. In der Folge kamen weitere Fahrer nach vorn, darunter Manuele Tarozzi (Bardiani CSF 7 Saber), Darren Rafferty (EF Education-EasyPost), Lorenzo Milesi (Movistar Team), Ben Turner (Netcompany Ineos), Igor Arrieta (UAE Team Emirates XRG), Jhonatan Narváez (UAE Team Emirates XRG), Martin Tjøtta (Uno-X Mobility) und Christian Scaroni (XDS Astana Team).

Lidl-Trek versuchte zunächst, das Rennen für den Gesamtführenden Giulio Ciccone zu kontrollieren, doch im schlechten Wetter wurde diese Aufgabe immer schwieriger. Der Vorsprung der Ausreißer pendelte zunächst um die Zwei-Minuten-Marke. Im Feld begann auch Red Bull-Bora-Hansgrohe mit der Nachführarbeit.

Guilio Ciccone verlor das Rosa Trikot

Rund 60 Kilometer vor dem Ziel, wenige Kilometer vor dem Beginn des Anstiegs zur Montagna Grande di Viggiano, verschärfte Arrieta aus der Spitzengruppe heraus das Tempo und konnte sich schnell absetzen. Eulálio arbeitete sich später zu ihm nach vorn. Der Portugiese hatte dabei nicht nur den Tagessieg im Blick, sondern fuhr zugleich virtuell ins Rosa Trikot. Gemeinsam erreichten sie die Passhöhe, wo Arrieta die Bergwertung gewann. Hinter dem Duo, das fortan gemeinsame Sache machte, zerfiel die Spitzengruppe, während im Favoritenfeld niemand bereit war, bei diesen Bedingungen alles zu riskieren.

Die Gruppe der Favoriten beziehungsweise das Feld mit den GC-Fahrern erreichte die Bergwertung mit mehr als zwei Minuten Rückstand. Auf den folgenden Kilometern wuchs der Abstand sogar wieder auf über drei Minuten an, da Red Bull-Bora-Hansgrohe die Nachführarbeit einstellte. Daher übernahm der Träger des Rosa Trikots, Ciccone, selbst die Verfolgung der Spitzenreiter. Allerdings wuchs der Vorsprung des Führungsduos in der Folge weiter an. Eulálio, der in Richtung Rosa Trikot stürmte, holte sich zudem die sechs Bonussekunden am Red-Bull-Kilometer.

Stürze im Finale

Was danach folgte, war ein dramatisches Finale. Arrieta stürzte in der nassen Abfahrt, Eulálio schien enteilt. Kurz darauf kam jedoch auch der Portugiese auf dem regennassen Asphalt zu Fall. Beide fuhren – sichtbar gezeichnet – weiter. Als sich Arrieta knapp zwei Kilometer vor dem Ziel verfuhr, schien Eulálio erneut im Vorteil. Doch Arrieta kämpfte sich auf dem letzten Kilometer noch einmal heran, zog rund 150 Meter vor dem Ziel an Eulálio vorbei und gewann.

Fotos: Photonews.be