Start Profi-Sport Vorschau E3 Saxo Classic 2026 – die kleine Flandern-Rundfahrt

Vorschau E3 Saxo Classic 2026 – die kleine Flandern-Rundfahrt

Übersicht

Gut zehn Tage vor der Flandern-Rundfahrt findet mit den E3 Saxo Classic am 27. März die Generalprobe statt. Nicht ohne Grund wird der Frühjahrsklassiker als kleine „Ronde” bezeichnet. Schließlich führt er über zu großen Teil dieselben Hellinge und Kasseien wie sein monumentales Pendant. 16 Anstiege und vier Kopfsteinpflaster-Sektoren sind auf den 208,5 Kilometern zu bewältigen. Damit sind die E3 Saxo Classic allerdings rund 70 Kilometer – oder umgerechnet knapp eineinhalb Rennstunden – kürzer als die Ronde. Und in diesem Jahr ist das Teilnehmerfeld nicht topbesetzt.

So lässt nicht nur der große Favorit des Frühjahrs, Tadej Pogačar, das Rennen aus. Auch der wiedererstarkte Wout van Aert hat das Rennen mit Start und Ziel in Harelbeke gestrichen. Einer, der zum dritten Mal in Folge hier gewinnen kann und will, ist Mathieu van der Poel. Der Niederländer, der bereits zum Auftakt den Omloop Het Nieuwsblad gewann, war bei seinen vier Teilnahmen an der E3 Saxo Classic nie schlechter als Rang drei und gilt als Top-Favorit.

Die Strecke der E3 Saxo Classic 2026

Wie in den vergangenen Jahren startet und endet die E3 Saxo Classic in Harelbeke. Nach dem Start verläuft die Strecke in Richtung Osten über Waregem und Oudenaarde. Nach rund 30 Kilometern werden die Profis im ersten Pave-Abschnitt, der Beaucarnestraat, „wachgerüttelt”. Direkt im Anschluss folgt der Katteberg, der erste Helling dieses Frühjahrsklassikers. Weiter führt der Parcours über den Holleweg und den Paddestraat. Spätestens jetzt dürfte sich eine Ausreißergruppe gebildet haben.

Ab La Houppe (Rennkilometer 77,5) wird dann der erste Ruck durchs Feld gehen, denn ab hier ist eine gute Position gefragt. Es folgt ein permanenter Wechsel aus Anfahren, Einreihen und Beschleunigen. Über Berg ten Stene und Oude Kruisberg (Rennkilometer 108,2) erreichen die Fahrer zum ersten Mal den E3-Col/Karnemelkbeekstraat. Das Rennen ist nun, rund 90 Kilometer vor dem Ziel, schon im Finale. Die folgende erste Überfahrt des Oude Kwaremont kann daher schon eine Vorentscheidung bringen. Vielleicht setzt sich hier schon eine Gruppe ab, aus der der spätere Sieger kommt.

Über Hotondberg und Kortekeer erreichen die Fahrer den kurzen, aber steilen Kopfsteinpflasteranstieg Taaienberg. Rund 30 Kilometer später könnte dann die endgültige Entscheidung fallen – am Doppelpack aus Paterberg und Oude Kwaremont. Im Gegensatz zur Flandern-Rundfahrt wird dieses Doppel im umgekehrten Reihenfolge gefahren, was es aber nicht weniger anspruchsvoll macht. Wer oben am Kwaremont eine Lücke gerissen hat, kann sich auf der Abfahrt kurz erholen, ehe er sich zum letzten Mal den E3 Col hochwuchtet.

Nach dem Pflasterstück Varent folgt mit dem Tiegemberg der letzte Helling des Tages. Er ist nicht so ikonisch wie der Paterberg oder der Kwaremont, aber nach all den vorherigen Belastungen reicht er oft aus, um die ohnehin schon kleine Gruppe nochmals zu sortieren. Von dort aus führt die Strecke auf den letzten knapp 20 Kilometern schnell und überwiegend flach über Anzegem und Deerlijk nach Harelbeke ins Ziel.

Hellinge bei E3 Saxo Classic 2026

  • Katteberg | 31,5 km nach dem Start / 177,0 km bis zum Ziel | 750 Meter lang, ⌀ 6,0 %, max. 11,0 %
  • La Houppe | 75,7 km / 132,8 km | 1.880 Meter, ⌀ 4,8 %, max. 10,0 %
  • Berg ten Stene | 84,9 km / 123,6 km | 1.300 Meter, ⌀ 5,2 %, max. 9,0 %
  • Oude Kruisberg | 107,4 km / 101,1 km | 800 Meter, ⌀ 4,8 %, max. 9,0 %
  • E3-Col / Karnemelkbeekstraat | 113,4 km / 95,1 km | 1.530 Meter, ⌀ 4,9 %, max. 18,0 %
  • Oude Kwaremont | 121,3 km / 87,2 km | 2.500 Meter, ⌀ 4,6 %, max. 9,0 %
  • Hotondberg | 125,7 km / 82,8 km | 1.200 Meter, ⌀ 4,0 %, max. 8,0 %
  • Kortekeer | 132,8 km / 75,7 km | 1.000 Meter, ⌀ 6,4 %, max. 17,0 %
  • Taaienberg (Kasseien) | 137,6 km / 70,9 km | 700 Meter, ⌀ 6,3 %, max. 16,0 %
  • Boigneberg | 143,8 km / 64,7 km | 1.000 Meter, ⌀ 5,2 %, max. 12,3 %
  • Eikenberg | 148,2 km / 60,3 km | 1.250 Meter, ⌀ 6,2 %, max. 10,0 %
  • Kapelberg | 162,1 km / 46,4 km | 750 Meter, ⌀ 7,1 %, max. 14,0 %
  • Paterberg (Kasseien) | 166,2 km / 42,3 km | 400 Meter, ⌀ 12,9 %, max. 20,3 %
  • Oude Kwaremont (Kasseien) | 169,0 km / 39,5 km | 2.200 Meter, ⌀ 4,0 %, max. 11,6 %
  • E3-Col / Karnemelkbeekstraat | 176,8 km / 31,7 km | 1.530 Meter, ⌀ 4,9 %, max. 18,0 %
  • Tiegemberg | 188,5 km / 20,0 km | 750 Meter, ⌀ 5,6 %, max. 9,0 %

Kasseien bei E3 Saxo Classic 2026

  • Beaucarnestraat | 31,3 km nach dem Start / 177,2 km bis zum Ziel | 1.200 Meter
  • Holleweg | 33,3 km / 175,2 km | 1.500 Meter
  • Paddestraat | 44,8 km / 163,7 km | 1.600 Meter
  • Varent | 184,3 km / 24,2 km | 2.200 Meter

Favoriten-Check: Wer gewinnt die E3 Saxo Classic 2026?

Schafft Mathieu van der Poel den Hattrick und sichert sich nach 2024 und 2025 zum dritten Mal in Folge den Sieg bei der kleinen Flandern-Rundfahrt? Auf dem Papier gibt es niemanden, der ihn schlagen kann. Pogačar und van Aert verzichten auf die bei E3 Saxo Classic. Tom Pidcock kämpft in Katalonien ums GC. Die Fragen, die bleiben: Wie fit ist er nach dem Sturz bei Mailand-Sanremo am vergangenen Sonntag? Und: Haben seine Konkurrenten einen Schritt nach vorne gemacht?

Mads Pedersen, der sich nach seiner schweren Verletzung bei der Primavera zurückgemeldet hat, könnte sich in die Favoritenliste einreihen. Doch ein flämischer Klassiker ist etwas anderes als Mailand-Sanremo, die dauerhafte Belastung ist bei einem flandrischen Frühjahrsklassiker wesentlich höher. Vielleicht droht die Gefahr auch von Teams, die nicht nur auf einen Fahrer setzen, wie beispielsweise Soudal-Quick Step mit Dylan van Baarle und Jasper Stuyven. Oder vom UAE Team Emirates-XRG mit Florian Vermeersch. Nils Politt und António Morgado. Wenn aber Alpecin Premier-Tech das Rennen kontrolliert, wie sie es in der Vergangenheit schon öfter bewiesen haben, dürften am Ende nur die Top-Fahrer vorne sein. Und darf man sich angesichts des bisherigen Saisonverlaufs fragen, wer das neben van der Poel sein wird.

Offizielle Webseite: www.e3saxoclassic.be/cycling-race-world-tour-men

Fotos: Photonews.be