Start Profi-Sport Vorschau Cyclocross-Weltcup Zonhoven 2026: Mathieu-Show in „De Kuil“

Vorschau Cyclocross-Weltcup Zonhoven 2026: Mathieu-Show in „De Kuil“

Übersicht

Beim Weltcup-Rennen in Zonhoven am 4. Januar 2026 hätte es zum letzten großen Duell zwischen Weltmeister Mathieu van der Poel und Wout van Aert in dieser Cyclocross-Saison kommen sollen. Doch daraus wird leider nichts. Der Belgier aus dem Team Visma | Lease a Bike verletzte sich bei seinem Sturz am Freitag beim Zilvermeercross in Mol so schwer, dass er operiert werden musste und seine Saison damit beendet ist. So wird der Sieg bei den Männern in „De Kuil“, wie die Arena in Zonhoven genannt wird, wohl an den Dominator dieses Winters, Mathieu van der Poel, gehen. Dabei zeigte sich Wout van Aert bis zu seinem Sturz in Mol als ebenbürtiger Gegner und war der einzige Fahrer, der den Weltmeister bislang unter Druck setzen konnte.

Was den Kurs in Zonhoven so herausfordernd macht und wer bei den Frauen zu den Sieganwärterinnen zählt, analysiert Cyclocross-Experte und Ex-Profi Jens Schwedler.

Die Strecke des Cyclocross-Weltcups in Zonhoven 2026

Der Parcours im belgischen Zonhoven zieht in weiten Schleifen durch und um die riesige Sandgrube „De Kuil“. Die Kulisse erinnert an ein modernes Amphitheater. Tausende Fans säumen die Strecke, wenn die Fahrer:innen mehrmals pro Runde in die Grube stürzen und später – oft laufend, manchmal fahrend – wieder herausklettern. Cycling Flanders bewirbt das Rennen in Zonhoven nicht ohne Grund mit „deep sand, steep climbs and descents“ und einem „day of fun in the sandbox“.

Zwischen den Sandsektoren müssen die Profis kurze Abschnitte auf Gras, befestigten Wegen und künstlichen Wellen bewältigen, die sie oftmals durch Wald oder Heidelandscaft führen.

„Im Vergleich zu den vorherigen Rennen wie Mol oder Baal ist Zonhoven deutlich herausfordernder. Mehr Sand und vor allem topografisch wesentlich schwerer als Mol. Die Kuil mit ihren extremen Höhenmetern, steilen Sandabfahrten und wiederholten Maximalbelastungen macht das Rennen sehr selektiv. Genau dort wird sich entscheiden, wer die entscheidenden Sekunden gewinnt“, erklärt Schwedler.

Favorit:innen für den Cyclocross-Weltcup in Zonhoven 2026

Offenes Rennen bei den Frauen

Experte Jens Schwedler erwartet bei den Frauen ein sehr offenes Rennen. „Die Strecke in Zonhoven mit ihrem hohen Sandanteil und der schweren Topografie kommt Fahrerinnen mit sehr guter Technik, hoher Wiederholungsleistung und Stabilität unter Ermüdung entgegen. Lucinda Brand und Puck Pieterse gelten weiterhin als Referenz, vor allem wegen ihrer Fähigkeit, im Sand Druck zu machen und wiederholt zu beschleunigen. Gleichzeitig sehe ich Ceylin del Carmen Alvarado auf dieser Strecke sehr stark, weil Zonhoven weniger von reiner Explosivität lebt, sondern von Konstanz, Linienwahl und Kraftausdauer. Fehler in der Kuil oder beim Auf- und Abfahren können hier schnell entscheidend sein“, sagt Schwedler

„Es wird wohl kein einfaches Durchmarsch-Szenario geben. Sondern ein Wettkampf, der sich über die Strecke entwickeln und in denen Technik, Belastungsverträglichkeit und Rennintelligenz eine größere Rolle spielen als reine Spitzenleistung“, so Schwedler

Mathieu van der Poel ist der Top-Favorit

„Ohne Wout dürfte es beim Männerfeld eine klare One-Man-Show geben“, sagt Jens Schwedler. „Er verfügt einfach über das beste Paket aus Technik, Belastungsverträglichkeit und Rennintelligenz eine größere Rolle spielen als reine Spitzenleistung“, so der Ex-Profi weiter.

Spannend wird der Kampf um die weiteren Podiumplatzierungen. Hier könnte sich ein heißer Fight zwischen Thibau Nys, Tibor Del Grosso sowie Toon Aerts entwickeln.

„Was auch noch eine große Rolle spielen kann, ist, dass die Temperaturen stark sinken und Schneefall möglich ist. Das haben viele Sportler:innen in dieser Saison noch nicht erlebt“, sagt Schwedler.

Video: Mathieu van der Poels Sieg beim Weltcup-Rennen in Zonhoven 2024


TV-Tipp: Cyclocross-Weltcup in Zonhoven 2026 live auf Discovery Plus

Der Streamingdienst Discovery Plus überträgt die Rennen in Zonhoven am 4. Januar live. Ab 13:30 Uhr wird das Frauenrennen übertragen. Im Anschluss daran wird ab 15:00 Uhr das Rennen der Männer übertragen.

Unser Cyclocross-Experte: Jens Schwedler


Jens Schwedler ist ein ehemaliger deutscher Cyclocross- und Mountainbike-Profi. Im Cyclocross wurde er mehrfach Deutscher Meister (u. a. 2002 und 2005). Im Mountainbike erreichte er internationale Top-Resultate, darunter Platz 14 bei der WM 1996.
Heute ist der 57 Jahre alte Hamburger im Cyclocross als Trainer und sportlicher Leiter  aktiv und hat sich speziell der Förderung der Kinder und Jugendlichen zum verschrieben. Daneben fährt er, wenn es die Zeit zulässt, Masters-Rennen. Überaus erfolgreich, was seine WM-Titel dort beweisen.
Zu Mathieu van der Poel hat er eine besondere Verbindung. Zum einen war dessen Vater Adrie Schwedlers Konkurrent in den Cyclocross-Rennen. Zum anderen begleitete Jens die Karriere von Mathieu von Beginn an mit, da der Niederländer lange auf der Radmarke Stevens, Schwedlers Arbeitgeber, unterwegs war.

Fotos: Fellusch