Unter dem neuen Namen „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem” firmiert der Frühjahrsklassiker „Gent-Wevelgem” ab der Saison 2026.Am 29. März führt das Rennen von Middelkerke an der Nordseeküste über 240,8 Kilometer ins Ziel auf die Vanackerestraat in Wevelgem. Gent war im Übrigen in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr Startort des seit 1934 bestehenden Klassikers. Middelkerke steht für die nächsten zehn Jahre als Startort fest. So sehr sich der Startorte auch veränderten, der Charakter des Rennens ist gleichgeblieben. Die Plugstreets und Hellinge – alle vor dem Kemmelberg, der mehrmals befahren werden muss – prägen das Rennen.
Vorhersagen sind schwierig, da sowohl ein Solist, eine kleine Gruppe als auch ein Feld auf die Zielgerade einbiegen können. Im vergangenen Jahr gewann hier Mads Pedersen nach einem Solo. 2023 schlug der Däne im Zweier-Sprint Mathieu van der Poel. Dem Niederländer fehlt übrigens noch ein Sieg hier in seinem Palmarès.
Die Strecke von „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem“ 2026

Das Rennen beginnt in Middelkerke an der Küste und führt zunächst durch offenes Terrain in Küstennähe. Dann verläuft die Strecke in Richtung Veurne, wo es durch die bekannten Moeren geht. Das offene Terrain der Moeren kann bereits früh für „Bewegung” im Feld sorgen. Dieser Abschnitt gilt seit Jahren als neuralgischer Punkt des Rennens, da der Wind dort eine zentrale Rolle spielen kann. Steht dieser „richtig”, drohen schon weit vor den ersten Anstiegen Staffeln und erste Risse im Feld.
Nach rund 130 Kilometern verlagert sich das Rennen ins Heuvelland, wo sich der Charakter der Strecke deutlich verändert. In mehreren Schleifen warten mehr als neun Hellingauffahrten, die nach und nach für Selektion sorgen können. Den Auftakt macht der Scherpenberg: kein brutal schwerer „Climb”, aber genau die Art von Anstieg, die das Feld langzieht und die Positionskämpfe verschärft.
Wenig später folgt mit dem Baneberg eine spürbar steilere Rampe. Im weiteren Verlauf erreicht das Rennen den Monteberg, der über die Belvedere-Seite direkt in den berüchtigten Kemmelberg – das Wahrzeichen dieses Frühjahrsklassikers – übergeht.
Der Kemmelberg – das Wahrzeichen des Frühjahrsklassikers In Flanders Fields
Der „Kemmel” muss insgesamt dreimal erklommen werden. Besonders die letzte Passage über die Ossuaire-Seite zählt zu den entscheidenden Momenten des Tages: 700 Meter bei einem Durchschnittsgefälle von 10,4 Prozent machen diesen Anstieg zu einem der härtesten Punkte im Finale.
Nach den ersten vier Hellingen wartet zwischen Rennkilometer 163 und 170 mit den legendären Plugstreets der nächste Schlüsselabschnitt. Die drei unbefestigten Sektoren Hill 63, Christmas Truce und The Catacombs folgen in kurzer Abfolge aufeinander. Dort sind nicht nur Technik und Fahrgefühl gefragt, sondern es müssen auch Staub, eine lose Oberfläche und ein ständiger Positionskampf berücksichtigt werden, die das Rennen weiter auseinanderziehen können.
Danach führt die Strecke erneut über die Kombination aus Monteberg und Kemmelberg auf der Belvedere-Seite. Nach rund 190 Kilometern kommt der Scherpenberg ein weiteres Mal ins Spiel. Spätestens dort beginnt das eigentliche Finale. Anschließend steuern die Fahrer den letzten Doppelpack aus Baneberg und Kemmelberg an: Der Baneberg mit seinen rund 2.000 Metern ist eher ein langer Belastungstest, der Kemmelberg von Ossuaire mit 10,4 Prozent im Schnitt auf 700 Metern dagegen ein explosiver Scharfrichter.
Nach der letzten Überfahrt des Kemmelbergs sind es noch gut 35 Kilometer bis ins Ziel nach Wevelgem. Dieser flache Schlussabschnitt eröffnet mehrere Szenarien: Eine kleine Spitzengruppe kann ihren Vorsprung bis ins Ziel retten. Gleichzeitig haben die Verfolger, sofern sie sich gut organisieren, noch genug Strecke, um das Rennen wieder zusammenzuführen und einen Sprint vorzubereiten.
Gerade diese Mischung aus windanfälligen Geraden, knackigen Hellingen und den technisch anspruchsvollen Plugstreets macht Gent–Wevelgem zu einem der vielseitigsten und schwersten Frühjahrsklassiker.

Die Hellinge von „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem“ 2026
- Scherpenberg (3,4 Prozent | 1200 Meter) – Rennkilometer 135
- Baneberg ( 4,8 Prozent | 2.000 Meter) – Rennkilometer 143,8
- Monteberg (4,4 Prozent | 1.500 Meter) – Rennkilometer 149,7
- Kemmelberg / Belvedère (6,6 Prozent | 1500 Meter) – Rennkilometer 151,5
- Monteberg (4,4 Prozent | 1.500 Meter) – Rennkilometer 182
- Kemmelberg / Belvedère (6,6 Prozent | 1500 Meter)– Rennkilometer 183,8
- Scherpenberg (3,4 Prozent | 1.200 Meter) – Rennkilometer 191,3
- Baneberg (4,8 Prozent | 2.000 Meter) – Rennkilometer 200,1
- Kemmelberg / Ossuaire (10,4 Prozent | 700 Meter) – Rennkilometer 205,3
Die Pluggstreets von „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem“ 2026
- Hill 63 – Rennkilometer 163,6
- Christmas Truce – Rennkilometer 166,5
- The Catacombs – Rennkilometer 168,7
Favoriten-Check für „In Flanders Fields – From Middelkerke to Wevelgem“ 2026
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Foto: Photonews.be
Grafiken: © Flanders Classic
