Der Radprofi Silvan Dillier hat sich bei der UAE Tour 2026 die Zwischensprintwertung gesichert und damit das Schwarze Trikot gewonnen. Der Schweizer aus dem Team Alpecin-Premier Tech sammelte im Rennverlauf konstant Punkte bei den Sprintwertungen unterwegs und schloss die Rundfahrt mit 40 Zählern an der Spitze der Kategorie „Intermediate Sprint“ ab.

Was als Spaß begann, endete für Silvan Dillier mit dem Gewinn des Wertungstrikots bei der UAE Tour. „Wir haben im Vorwege beim Meeting noch darüber gewitzelt. Und es war zuallererst gar nicht mein Plan, auf diese Wertung zu gehen“, sagt Dillier. Der Schweizer war auf der ersten Etappe der erste und einzige Ausreißer. So holte er sich sozusagen im Vorbeigehen die erste Sprintwertung dieser Rundfahrt. Auch das noch ganz ohne Hintergedanken. „Da an diesem Tag niemand Anstalten machte, in die Spitzengruppe zu gehen, bin ich einfach losgefahren. Eigentlich wollte ich nur wissen, wie das Peloton reagiert, und habe dann die ersten Punkte geholt“, sagt er. Unterwegs wollte er auch den zweiten Zwischensprint gewinnen. Da die Strecke wegen des starken Windes verkürzt wurde, wurde er früher eingeholt.
Punktejagd auf die Zwischensprints
„Da bin ich dann auf den Geschmack gekommen und habe im Meeting gesagt, dass ich gerne wieder ausreißen würde, um die Punkte zu holen. Die sportliche Leitung meinte dann aber, ich sollte nicht wieder als Solist losziehen. Darauf antwortete Jonas Rickaert trocken: ‚Er geht schon nicht alleine. Ich begleite ihn.“ Rickaert, der schon bei der Tour de France 2025 auf der 9. Etappe zusammen mit Mathieu van der Poel im Stil eines Baracchi-Paarzeitfahrens unterwegs war, hatte ebenfalls „Bock auf solch eine Aktion”. Und so ging es für die beiden durch den Dünensand. Dilliers Punktekonto wuchs an. Bei der Siegerehrung am Ende der dritten Etappe durfte er dann das Schwarze Trikot überstreifen.

„Der Aufwand hatte dann doch Kraft gekostet So hatte ich am darauffolgenden Tag keine Chance, in die Ausreißergruppe zu kommen“, sagte Dillier – „zudem ging es direkt nach dem Start berghoch“.
Doch nach dieser aktiven Pause machte der Schweizer weiter. Auf Etappe fünf enteilte er zusammen mit Gianni Moscon (Red Bull-Bora-Hansgrohe) und Nicholas Zukowsky (Pinarello Q36.5 Pro Cycling) dem Peloton und holte unterwegs die Höchstpunktzahl. Das reichte dann auch, um sich das Jersey zu sichern.
Die letzten beiden Tage ließ der Schweizer es im Hinblick auf das Opening Weekend ruhiger angehen und unterstützte im Finale die Sprinter des Teams, Gerben Thijssen, der auf der Finaletappe Siebter wurde.

Formtest für das Opening Weekend
Für Dillier ist das Schwarze Trikot ein Ausrufezeichen zum Saisonbeginn und er fühlt sich gut in Form für die Frühjahrsklassiker. „Ich fühle mich bereit für die kommenden Rennen in Belgien“, sagte der Schweizer zum Abschluss der Rundfahrt.
„Die Beine sollten gut sein. Nach dem ich etwas Luft an die Beine bekommen habe, sollte ich zuhause noch ein oder zwei gute Trainings hinbekommen, ehe es zum Opening Weekend nach Belgien geht“, sagt er.
Voraussichtlich wird Dillier am kommenden Sonntag bei Kuurne-Brüssel-Kuurne am Start stehen. „Das ist von der Renndynamik her schon etwas ganz anderes als bei der UAE Tour, wo alle zehn Kilometer eine Kurve kommt, die sich ohne Anbremsen fahren lässt. In Belgien ist die Strecke viel verwinkelter und verläuft über kleine Straßen. Die Belgier sind so unglaublich heiß auf diese Rennen, dass die Positionskämpfe fast schon in der neutralisierten Phase beginnen“, sagt er schmunzelnd.
Fotos: Photonews.be
